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Pubertäter Wenn Kinder schwierig und Eltern unerträglich werden von Kahlweit, Cathrin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.05.2011
  • Verlag: Piper
eBook (ePUB)
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Pubertäter

Wenn kleine Kinder größer werden, sind die ersten Freuden gelebt und die ersten Schritte gemacht, der erste Frust ist verdaut. Nun, denken Eltern, ist es geschafft: Die Kinder sind auf dem Weg ins Leben. Irrtum, das Schwierigste kommt erst noch: Die Pubertät. Denn hat sich der Sohn erst mal hinter dem Kapuzenpulli verschanzt und die Tochter ihren Dauerchat auf Facebook begonnen, ist der Frieden auf Jahre dahin. Anarchisch, streitlustig und schonungslos erzählen die Eltern und Journalisten Cathrin Kahlweit und George Deffner, wie es einer Familie ergeht, die an dauerhaftem Hormonüberschuss leidet und deren Küchentisch regelmäßig zur Kampfzone wird. Cathrin Kahlweit und George Deffner, Journalisten und Eltern, blicken mittlerweile auf über ein Jahrzehnt Pubertät zurück, die eigene nicht mitgerechnet. Cathrin Kahlweit ist seit vielen Jahren Redaktionsmitglied der Süddeutschen Zeitung, George Deffner arbeitet als freier Autor fürs Fernsehen sowie als Moderatoren-Coach und Berater für TV-Produktionsfirmen. Gemeinsam freuen sie sich schon auf die Pubertät ihres dritten Kindes.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 224
    Erscheinungsdatum: 09.05.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783492952040
    Verlag: Piper
    Größe: 784 kBytes
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Pubertäter

WO DIE LIEBE HINFÄLLT Synapsen ohne Verbindung oder: Auch Eltern haben Rechte Wir lieben Kinder. Und wir lieben-insbesondere-unsere eigenen Kinder. Hätten wir uns irgendwann im Leben entscheiden müssen: entweder wahnsinnig viel arbeiten und Karriere machen, zu zweit auf eine einsame Insel auswandern, Rockstars on tour werden, Antikriegsaktivisten in der Sahelzone-oder aber Kinder großziehen und dafür den einen oder anderen Kompromiss im Leben eingehen, wir hätten uns immer für Letzteres entschieden (aber zum Glück hat uns der liebe Gott nie vor die Wahl gestellt). Allerdings: Hätten wir gewusst, dass unsere Kinder, wie wohl die meisten Kinder dieser Welt, ihre liebenden Eltern während der Pubertät derart in die Defensive drängen, dass wir uns manchmal fragen, ob kinderlose Akademiker mit Hund und Vielflieger-Bonuskarte nicht doch glücklicher sind-wir hätten zumindest einiges anders gemacht. Wären wir früher, als unsere Kinder noch klein und beeinflussbar waren, streng gewesen, konsequent, sparsam, ethisch unangreifbar, vielleicht hätten wir uns manchen Ärger erspart. Denn Tatsache ist: Einerseits wird jeder Mensch schon als Unikat geboren, und Umwelteinflüsse, das soziale Umfeld, familiäre Erziehung können nur partiell an diesem Unikat etwas ändern. Andererseits sagen wir immer zu unseren Kindern: Unser Job ist es trotzdem, euch zu erziehen, sonst macht es ja keiner. Also versuchen wir es, wenn auch offenbar mit wechselndem Erfolg. In der Pubertät stellt sich nämlich die Frage, ob die Erziehung in der frühen Kindheit falsch war oder versagt hat, ob man also die Konsequenzen der eigenen Inkonsequenz erntet, und ob man ein schlechtes Vorbild war. Jedenfalls haben wohl die wenigsten Eltern das Gefühl, dass sie ihre pubertierenden Kinder kennen und immer, in jeder Minute, an jedem Tag bedingungslos lieben, während diese motzen und kotzen, schweigen und chatten, schmutzen und abhauen. Und nur selten, sozusagen aus Versehen oder zur Abwechslung, mal zugewandt, sensibel und rational sind. Ratgeber und wissenschaftliche Abhandlungen erklären uns immer, warum das alles so sein muss und warum das gut ist. Wissenschaftlich gesehen hat das viel mit dem Umbau des Gehirns zu tun (davon später), und jeder zweite populärwissenschaftliche Text spricht lang und breit davon, dass das Hirn von Jugendlichen im Umbau und im Dauerstress sei und sie deshalb gar nichts dafür könnten, dass sie so sind, wie sie sind. Jeder Ratgeber und viele populärwissenschaftliche Texte erläutern auch, dass die Angst der Eltern vor der Pubertät ihrer Kinder unnötig sei, wenn sie sich nur richtig verhielten. Aber was genau ist "richtig"? Der Familienforscher Kurt Kreppner vom Max-Planck-Institut für Bildung in Berlin hat mal aufgelistet, was Eltern leisten müssen, wenn sie keine Fehler machen wollen: alle Entwicklungsschritte mit Verständnis begleiten, dem Kind nie das Gefühl geben, es sei böse oder werde im Stich gelassen, immer souverän bleiben, eine lange Leine lassen, aber Regeln aufstellen, Distanz erlauben, aber immer da sein, Kinder nicht zu Partnern machen, nicht alles verstehen wollen, sich nicht gemeinmachen. "Kompetent" nennt Kreppner das-und müsste wahrscheinlich lange suchen, bis er Helden-Eltern fände, die sich selbst auch nur einen Bruchteil dieser Eigenschaften zuschreiben würden. Eltern sollen also wahnsinnig viel leisten, können und dulden, aber wo bleibt eine entsprechende Anforderungsliste an die Kinder? Und wo bleibt die sympathisierende Forschung über Eltern als Opfer? Wir jedenfalls erklären unseren Kindern regelmäßig, dass das mit den entkoppelten Synapsen ja gut und schön ist, dass man aber trotzdem das Badehandtuch nach dem Duschen aufhängen kann und dass die Ausschüttung von Litern neuer Sexualhormone niemanden daran hindern muss, nach der Schule in sein Englisch-Vokabelheft zu schauen. Ratgeber und wissenschaftliche Abhandlungen erklären uns auch unentwegt, dass Kinder sich nur in der Abg

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