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Und es geht doch! Wenn Väter mitziehen von Lukesch, Barbara (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Wörterseh Verlag
eBook (ePUB)
8,99 €
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Und es geht doch!

Wenn Väter mitziehen, sind alle glücklich: die Männer, die eine echte Bindung zu ihrem Nachwuchs entwickeln können; die Frauen, die Familie und Beruf entspannter vereinbaren können; die Kinder, deren Alltag abwechslungsreicher wird. Kommt dazu: Die Paarbeziehung profitiert, sie bleibt - das macht 'Und es geht doch!' schnell klar - spannend und wird facettenreicher. Denn sobald sich nicht nur die Frauen, sondern auch deren Männer für Kinder und Haushalt verantwortlich fühlen, verlieren viele Konflikte, die in traditionellen Partnerschaften immer wieder für Unmut sorgen, an Brisanz. Barbara Lukesch präsentiert in ihrem Buch einen bunten Reigen aus dreizehn Familien, in denen die Väter, unter anderen ein Landwirt, ein Jurist, ein Ökonom, ein Maître de Cabine, ein Psychoanalytiker, ein Bäcker und ein Soziologe, einen ernst gemeinten Teil der Kinderbetreuung und der Hausarbeit übernommen haben. Es kommen aber nicht nur die Männer zu Wort, sondern auch deren Partnerinnen und ihre - teilweise schon erwachsenen - Kinder. Kinder, die in Familien aufgewachsen sind, von denen es leider nach wie vor nicht allzu viele gibt. Noch nicht! Barbara Lukesch, geb. 1954, wuchs in Hamburg und Zug auf. An der Universität Zürich studierte sie Germanistik, Anglistik und Literaturkritik. Heute arbeitet sie als freie Journalistin für verschiedene Printmedien und ist als Dozentin am Medienausbildungszentrum MAZ in Luzern, an der Universität Zürich und verschiedenen Fachhochschulen tätig. Für den Wörterseh Verlag verfasste sie bereits 'Starke Worte' -zusammen mit Balz Spörri - und 'Klaus Heer, was ist guter Sex?'. Die Idee, ein Buch über Väter, die mitziehen, zu schreiben, trug sie schon länger mit sich herum - einfach weil sie aus eigener Erfahrung weiss, wie gut es nicht nur den Kindern, sondern auch der Beziehung tut, wenn der Partner sich wirklich einbringt. Barbara Lukesch lebt in Zollikon und Gais AR.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037635438
    Verlag: Wörterseh Verlag
    Größe: 2422 kBytes
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Und es geht doch!

Neue Väter hat das Land

Warum ich dieses Buch geschrieben habe

Natürlich bin auch ich eine Betroffene. Vielleicht sollte ich besser Nutzniesserin sagen. Ganz sicher aber bin ich Anhängerin einer partnerschaftlichen Aufgabenteilung zwischen den beiden Menschen, die miteinander ein Kind auf die Welt stellen. Meinem Mann (siehe Seite 189 ) und mir war klar, dass wir halbe-halbe machen würden. 1990, als unser Sohn zur Welt kam, waren wir 36 beziehungsweise 37 Jahre alt. Es war einer der besten Entscheide in meinem Leben, ein Kind zu bekommen, und es war grossartig, beides zu haben: eine Familie, aber auch meinen Beruf. Es fühlte sich gut an, auf zwei Hochzeiten zu tanzen, Erfahrungen in zwei Welten zu machen, die nicht unterschiedlicher sein können. Ich genoss die Abwechslung und holte mir am einen Ort Inspirationen für den anderen.

Ein einziges Mal nur zweifelte ich an unserem Modell. Unser Sohn Yannick (siehe Seite 206 ) ging in die dritte Primarklasse und schlug sich ständig mit einem Klassenkameraden. Ich war sehr besorgt und fragte mich, woran ich - nicht der Vater, der leistete ja weit mehr als das Soll - es in der Betreuung wohl hatte fehlen lassen. War ich eine Rabenmutter? Hatte ich ein kleines Monster herangezogen, das mangels mütterlicher Präsenz aus dem Ruder lief? Ein Gespräch mit der Lehrerin brachte Entwarnung. Sie habe volles Verständnis für Yannick. Er wehre sich bloss gegen den Kollegen, ja er lasse dessen Provokationen sogar erstaunlich lange über sich ergehen, bis er reagiere. Uff!

Über meine persönlichen Erfahrungen hinaus gewann ich in all diesen Jahren auch auf beruflichem Weg Erkenntnisse, die mich prägten. Seit dem Jahr 2000 leiten mein Mann und ich ein Seminar für kantonale und städtische Angestellte: "Väter im Spannungsfeld von Beruf und Familie". Dort haben wir mehr als 150 Männer kennen gelernt, Polizisten, Hauswarte, Bezirksanwälte, Controller und Gärtner, die mit verblüffender Offenheit über ihre private und berufliche Situation geredet und uns Einblick in die Wünsche und Nöte von Männern gewährt haben, die sich ernsthaft mit ihrer Vaterschaft auseinandersetzen. Unvergesslich ist mir jener Kadermann, der mit gnadenloser Brutalität das Verhältnis zu seinem Sohn beschrieb, um den er sich fünfzehn Jahre lang kaum gekümmert hatte. Das Einzige, was er höre, sei: "Vater, Geld!" Gott sei Dank habe er in einer zweiten Ehe eine zweite Chance bekommen und versuche nun, seiner kleinen Tochter mehr Zeit und Aufmerksamkeit zu schenken. Im Seminarraum war es totenstill.

Den Ausschlag, dieses Buch zu schreiben, gab letztlich die anhaltende Debatte über die Gleichstellung von Frau und Mann, die mir je länger, je unergiebiger vorkommt. Dürfen Frauen nicht an Firmenspitzen, weil sich die Männer querstellen? Wollen Frauen womöglich gar nicht die Hälfte des Kuchens, oder liegt die Lösung in der Quote? Zwingt die Biologie das weibliche Geschlecht an den Herd? Sind Väter für die Kinderbetreuung überhaupt geeignet? Braucht es mehr Krippenplätze, oder würde eine "richtige Mutter" ihr Kind niemals einem Hort ausliefern, den "Weltwoche"-Chefredaktor Roger Köppel in seiner Kindheit als "Lagerhaft, Verbannung, Exil" wahrgenommen hat, wie er in einem Editorial schreibt? Sind Väter und Mütter nicht sowieso selber schuld, dass sie Kinder auf die Welt gestellt haben, und sollen mit den Problemen, die sich daraus ergeben, nun auch selber fertigwerden? Oder ist ihre Forderung nach staatlicher Unterstützung von Krippenplätzen berechtigt?

Im Vorfeld zur Abstimmung über den Familienartikel, der dank knappem Ständemehr verworfen wurde, bildeten sich unheilige Allianzen. Ideologische Grabenkämpfe beherrschten die Szene. Dabei ist unbestritten, dass es Krippenplätze braucht, dass viele nicht gut genug sind und vor allem zu teuer. So teuer nämlich, dass sie das Teilzeit-Einkommen eine

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