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Vier Werte, die ein Kind ein Leben lang tragen von Juul, Jesper (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.06.2015
  • Verlag: GRÄFE UND UNZER
eBook (ePUB)
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Vier Werte, die ein Kind ein Leben lang tragen

Durch zahllose Diskussionen in Medien und Gesellschaft sind viele Eltern verunsichert über den richtigen Weg in der Erziehung. Laute Rufe nach Grenzen und Disziplin als einem Allheilmittel wirken dabei rückwärtsgewandt und wenig hilfreich. Einfühlsam und dicht dran am echten Leben unterstützt Sie in diesem Buch Jesper Juul in Ihrer Suche nach neuen Wegen in der Erziehung. In vier Kapiteln vermittelt er vier Werte, die tragfähige Säulen für eine gute Entwicklung Ihrer Kinder wie Ihrer Familie sind: Gleichwürdigkeit, Integrität, Authentizität und Verantwortung. Für jeden Wert dienen reale Familiensituationen als Beispiel, die oft in bewegenden Briefen seiner Leser geschildert werden. Jesper Juul geht auf jede Situation sehr einfühlsam ein - dies gibt Ihnen Gelegenheit, Ihr eigenes Verhalten und die Werte, die Sie mit Ihren Kindern leben möchten, zu reflektieren. Unterhaltsam, inspirativ und schön gestaltet, bringt dieses Buch den Kern der Botschaft des Bestsellerautors auf den Punkt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 176
    Erscheinungsdatum: 29.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783833852435
    Verlag: GRÄFE UND UNZER
    Größe: 2675 kBytes
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Vier Werte, die ein Kind ein Leben lang tragen

Die Eltern in der Defensive

Vor einiger Zeit saß ich mit einer Journalistin der italienischen Zeitung La Repubblica in einem Restaurant in Mailand. Wir hatten soeben eine Pressekonferenz in der großen, schönen Buchhandlung Feltrinelli hinter uns gebracht, und nun war es an der Zeit, etwas zu essen und ein eingehendes Interview zu den Werten der Familie zu führen.

Es dauerte nur wenige Minuten, bis eine kleine Familie hereinkam, bestehend aus Mutter, Vater, Großmutter und einem 3-jährigen Jungen, und sich am Nachbartisch niederließ. Im Folgenden entwickelte sich dort ein Drama in mehreren Akten, als hätte ich es in Auftrag gegeben, um die erste Frage der Journalistin zu beantworten. Sie lautete folgendermaßen: "Was ist der häufigste Fehler, den junge Eltern heutzutage in Europa machen?" Eine klassische Journalistenfrage, die natürlich unmöglich zu beantworten ist. Deshalb war mir die Familie am Nebentisch eine große Hilfe.

Das Ganze beginnt damit, dass die Eltern den jungen Mann im chor fragen, wo er sitzen wolle. Er entscheidet sich für den Platz neben seiner Mutter, beginnt aber schon bald in einem disharmonischen Tonfall zu jammern und zu klagen. Der Vater versucht, seinen Sohn mit großen Gebärden und lustigen Grimassen aufzuheitern, und zaubert schließlich ein kleines Päckchen aus seiner Jackentasche hervor. "Na, was ist das wohl?", fragt er seinen Sohn, der statt zu antworten vom Stuhl hüpft und ihm das Päckchen aus der Hand reißt. Da er Probleme hat, den Gegenstand vom Geschenkpapier zu befreien, werden seine Klagelaute immer schriller. Der Vater bietet seine Hilfe an, wird jedoch abgewiesen, und auf einmal hört sich der Junge so an, als sei er mit etwas Hartem geschlagen worden.

Der Inhalt des Päckchens erweist sich als kleines elektronisches Spiel, das die Eltern in der Hoffnung auf ein ruhiges Mittagessen gekauft haben. Der Vater erklärt seinem Sohn, er müsse zunächst die Batterien einsetzen, damit das Spielzeug funktioniert, aber der Junge will davon nichts wissen, sondern beklagt sich lautstark darüber, dass das Gerät nicht funktioniert. So vergehen die ersten zwanzig Minuten, in denen der Kellner ein ums andere Mal gebeten wird zu warten, weil bisher keiner die Zeit gefunden hat, sich mit der Speisekarte zu beschäftigen. Alle Erwachsenen sehen den Jungen eindringlich an und reden auf ihn ein, um ihn zur Ruhe zu bringen.

Endlich setzt sich der Junge auf den Schoß seines Vaters und will sich das Spiel beibringen lassen, lässt seiner Frustration aber immer wieder freien Lauf. Ehe die Erwachsenen sich entscheiden können, was sie essen wollen, versuchen sie aus dem Jungen herauszubekommen, was er essen möchte - ohne Erfolg. Sie unterbreiten ihm verschiedene Vorschläge, die allesamt abgelehnt werden. Schließlich scheint es der Mutter zu gelingen, ihren Sohn davon zu überzeugen, dass er ein großer Liebhaber von "Gnocchi mit Tomatensauce" ist.

Als das Essen auf den Tisch gestellt wird, greift der Vater sofort zur Gabel seines Sohnes und versucht, ihm ein paar Gnocchi in den Mund zu schieben. Der Junge heult auf, weil das Essen zu heiß ist, worauf die beiden Frauen auf der anderen Seite des Tisches den Vater mit Ratschlägen und Vorwürfen überhäufen. Mit der Stimmung steht es nicht zum Besten, doch gelingt es allen Erwachsenen, die leicht erstarrten "kinderfreundlichen" Mienen beizubehalten, während ihre Körper sich dem kleinen Goldschatz wohlwollend entgegenneigen. Die Erwachsenen haben inzwischen ihr eigenes Essen in Angriff genommen, doch ihre gesamte Aufmerksamkeit wird von der Frage beansprucht, was der Junge denn nun essen will, da er seine Gnocchi verschmäht. Er lehnt jeden Vorschlag ab, und erneut scheint es so zu sein, als habe er ein stillschweigendes Abkommen mit seiner Mutter geschlossen - diesmal soll es Pizza sein. Als die Pizza kommt, will er sie

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