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Wut Warum Kinder wild werden von Storz, Gisela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.03.2015
  • Verlag: Beltz
eBook (ePUB)
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Wut

Kaum etwas fordert Eltern so sehr wie die Wutausbrüche ihrer Kinder. Gleichzeitig sollen Kinder lernen, sich durchzusetzen und eigene Gefühle auszudrücken. Wann ist ihre Wut wichtig und richtig? Und was hilft, wenn scheinbar nichts mehr hilft? Gisela Storz zeigt Eltern, wie sie mit Wut umgehen können - auch mit der eigenen Wut. Denn erst wenn festgefahrene Muster in Konflikten erkannt werden, können Eltern mit klaren, liebevollen Worten auf ihre Kinder eingehen. Dazu zählt auch das Gespräch mit Erzieherinnen, Lehrern und anderen Eltern. Sobald wir die Wut unserer Kinder verstehen, führen Verweigerung und Aggression zu Erfahrungen von Nähe und Veränderung. Gisela Storz ist Familientherapeutin und gibt seit vielen Jahren Elternkurse. Unter dem Namen Gisela Preuschoff veröffentlichte sie zahlreiche Elternratgeber, u.a. "Störenfriede, Nervensägen, Quälgeister" und "Kinder zur Stille führen".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 134
    Erscheinungsdatum: 04.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783407727350
    Verlag: Beltz
    Größe: 13536 kBytes
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Wut

Mehr als anstrengend

"Selig sind die Sanftmütigen", heißt es in der Bibel. Aber was ist mit den explosiven Kindern, die Eltern und Erzieherinnen an den Rand des Nervenzusammenbruchs bringen?
"Hat er sich wehgetan?

Nein, hat er nicht. Er will Gummibärchen, aber die "blöde Mama" weigert sich, sie zu kaufen. Der Klassiker: Das Kind hat sich auf die Fliesen des Supermarkts geschmissen und schreit jetzt so laut, dass alle Passanten entsetzt zur Mutter schauen: Wie ist die denn drauf?

Kinder sind nicht nur süß, neugierig, charmant und fröhlich, sondern können auch extrem anstrengend sein. Um die vielen Herausforderungen zu meistern, brauchen Eltern und Erzieher Geduld, Vorbilder, manchmal auch Tipps und Tricks. Vor allem aber brauchen sie Wertschätzung und Respekt, denn alles, was Eltern heute leisten, sind Investitionen in die Zukunft. Die Kinder von heute sind die Eltern von morgen und werden die Welt entscheidend mitgestalten. Auch wenn der Weg bis dahin noch unendlich weit erscheint.

"Manchmal hab ich Wut, dann muss ich was kaputthaun, dann muss ich was zertreten, dann bin ich ganz gemein!", sangen einst die Schauspieler des Berliner Grips-Theaters und brachen damit ein Tabu - denn Wut ist nicht gesellschaftsfähig.

Wer unkontrolliert wütet, benimmt sich unanständig, kann sich nicht kontrollieren. Von Seneca bis Kant und Nietzsche warnen die großen Philosophen vor unserer Wut, die "ausgetrieben", ja "ausgerottet" werden müsse, um "den Geist zu reinigen". "Gleichgültig, aus welchen Gründen es zum Wutanfall kommt, er ist nicht zu tolerieren", schreibt der Psychologe Dieter Krowatschek.

Doch wer hilft Eltern, die sich alle Mühe geben, aber nichts als Gebrüll ernten? Warum rastet Edgar jedes Mal aus, wenn er sich anziehen soll? Weshalb wird es immer peinlich, weil Toni jedes Mal heult, wenn seine Mutter ihn aus der Kita abholen will? Wieso wirft Lea mit Bausteinen nach ihrer kleinen Schwester? Und was empfindet Leons Mutter, wenn sie hört, dass er mit einem Stuhl nach Ben geworfen und ihn nur knapp verfehlt hat?

"Was haben wir falsch gemacht? Wer hat Schuld?" Das fragen sich fast alle Eltern, wenn ihr Kind kritisiert wird. Kommt diese Kritik aus dem Mund professioneller Erzieher, drohen zahlreiche Elterngespräche und heftige Auseinandersetzungen. Dann fühlen sich Eltern wie auf der Anklagebank. Spätestens bei Schulkindern wird schnell ein unguter Kreislauf in Gang gesetzt, der Familien stigmatisiert und aus temperamentvollen, intelligenten Erstklässlern Problemfälle und Schulversager macht. In unserer Leistungsgesellschaft sollen alle funktionieren und das Rad am Laufen halten. Wenn ein Kind wild wird und mit Armen und Beinen strampelt, stört es den geplanten Ablauf, den gewünschten "Arbeitsfrieden". Solche Störungen sind unerwünscht.

Aber sind es nicht gerade Zornzwuckel, die Eltern zum Nachdenken bringen, Fragen aufwerfen und Anstöße zu Veränderungen geben? Die Wut von Kindern ist wie unsere eigene immer ein Alarmsignal, das auf Gefahr hinweist.

Ich erinnere mich an Tim, einen Schüler von mir in Berlin, der vor vielen Jahren in die erste Klasse ging. Ohne erkennbaren Anlass kniff er im Unterricht andere, trat um sich und piesackte bei jeder Gelegenheit. Meine Kollegin und ich hatten ihn sehr gern, aber natürlich konnten wir sein Verhalten nicht dulden. Einmal war es so schlimm, dass wir seine Mutter baten, ihn abzuholen. Sie erschien voller Wut und schubste ihren Sohn vor unseren Augen die Treppe hinunter. Wir waren nicht nur entsetzt, sondern ahnten jetzt auch, warum sich Tim so verhielt. Nie wieder ergriffen wir solche Maßnahmen! In einem Gespräch mit Tims Mutter wurde später vereinbart, dass sein Verbleib an der Schule von einer Familientherapie abhinge. Dann zog Tim um und wir haben nie wieder von ihm gehört.
An der Schmerzgrenze

Wütende Kinder suchen Resonanz.

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