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Beobachtung in der Frühpädagogik Theoretische Grundlagen, Methoden, Anwendung von Imhof, Margarete (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 20.03.2014
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
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Beobachtung in der Frühpädagogik

Das Buch vermittelt zunächst theoretische und praktische Grundlagen von Beobachtung, die für alle Beobachtungskontexte in der Frühpädagogik von Belang sind. Danach erfolgen spezifische Ausführungen für die Bereiche Beobachtung von Kindern, Beobachtung von Professionellen sowie Beobachtung im Rahmen von Qualitätsentwicklung. Dabei werden Fallbeispiele besprochen und vorliegende Verfahren kritisch vorgestellt. Das Buch schließt mit einer Anleitung dazu, wie in der Praxis situationsspezifische Beobachtungsverfahren konzipiert werden können, die zu aussagekräftigen und belastbaren Ergebnissen führen. Die Darstellung verbindet einen hohen Praxisbezug sowie die konkrete Umsetzbarkeit der Inhalte mit wissenschaftlich fundierten Maßstäben, die beispielsweise für die konkrete Planung von Beobachtungssituationen Orientierung geben.

Prof. Dr. Margarete Imhof lehrt am Psychologischen Institut der Johannes Gutenberg-Universität Mainz. Prof. Dr. Daniela Ulber lehrt an der Hochschule für Angewandte Wissenschaften Hamburg.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 188
    Erscheinungsdatum: 20.03.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170259652
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 5288 kBytes
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Beobachtung in der Frühpädagogik

2 Methodische Grundlagen von Beobachtung

Das folgende Kapitel behandelt die Frage, wodurch sich die professionelle Beobachtung von der Alltagsbeobachtung unterscheidet. Das Beobachten von Verhaltensweisen anderer Menschen ist eine alltägliche Gewohnheit, die prinzipiell für eine Orientierung in der Welt wichtig ist. Beobachterinnen im Alltag gehen jedoch meist unstrukturiert vor. Eine professionelle Beobachtung hebt sich von der Alltagsbeobachtung ab, indem sie systematisch geplant, kontrolliert durchgeführt und kritisch bewertet wird. Erfassung und Bewertung der Information werden weitgehend getrennt und die Dokumentation des Beobachtungsergebnisses schließt die Frage mit ein, inwieweit es von der Methode der Beobachtung oder allein von der Tatsache, dass beobachtet worden ist, mit beeinflusst worden sein könnte.
2.1 Begriffsbestimmung von Beobachtung

2.1.1 Merkmale wissenschaftlich fundierter Beobachtung

Beobachtung ist eine Form der Personenwahrnehmung, die aus der Alltagserfahrung vertraut sein dürfte. Professionelle Beobachtung in pädagogischen Institutionen geht über Alltagsbeobachtung hinaus, denn sie basiert auf wissenschaftlichen Prinzipien. Deshalb muss aus einer wissenschaftlichen und professionellen Perspektive der Begriff der Beobachtung präzisiert werden. Rogge (1995) greift in seiner Definition auf Graumann (1973) zurück, der Beobachtung definiert hat als "die absichtliche, aufmerksam selektive Art des Wahrnehmens, die ganz bestimmte Aspekte auf Kosten der Bestimmtheit von anderen beachtet, .... Gegenüber dem üblichen Wahrnehmen ist das beobachtende Verhalten planvoller, selektiver und von einer Suchhaltung bestimmt und von vornherein auf die Möglichkeit der Auswertung des Beobachteten im Sinne einer übergreifenden Absicht gerichtet" (S. 15, zit. nach Rogge, 1995, S. 101). Damit wird deutlich, wodurch sich die Verfahren der wissenschaftlichen und ebenso die der wissen-schaftsbasierten professionellen Beobachtung auszeichnen: Zunächst wird betont, dass mit einer Absicht beobachtet wird. Damit wird der Gegensatz zur Zufälligkeit der Alltagsbeobachtung unterstrichen. Denn Ereignisse im Alltag ziehen die Aufmerksamkeit des Beobachters aus den verschiedensten Gründen auf sich, z. B. weil etwas gerade ins Blickfeld der Betrachterin gerät, weil es sich von der Umgebung besonders abhebt, weil der Beobachter genau auf dieses Ereignis gewartet hat. Als zweiten Aspekt hebt Graumann hervor, dass wissenschaftliche Beobachtung aufmerksam selektiv ist. Professionelle Beobachtung konzentriert sich auf einen ausgewählten Ausschnitt der Realität (vgl. auch Faßnacht, 1995). Damit wird in Kauf genommen, dass durch die Konzentration auf diesen einen Ausschnitt andere Aspekte der Situation möglicherweise nicht zugleich beachtet werden können. Da aber bei Planung und Durchführung der Beobachtung klar spezifiziert werden kann, was Gegenstand der Beobachtung ist und was nicht, kann diese Information bei der Auswertung und Interpretation der Beobachtungsergebnisse berücksichtigt werden. Die wissenschaftliche und professionelle Beobachtung geht auch insofern über die Alltagsbeobachtung hinaus, als die Registrierung des zu beobachtenden Verhaltens vorher geplant worden ist und das relevante Verhalten so aufgezeichnet wird, dass es systematisch ausgewertet werden kann.

Bei der wissenschaftlichen Beobachtung wird im Vergleich zur Alltagsbeobachtung die Zielgerichtetheit und die methodische Kontrolle betont (vgl. auch Bortz & Döring, 2009). Dazu gehört vor allem auch der Aspekt, dass professionelle und wissenschaftliche Beobachtung mit Hilfe von Beobachtungsinstrumenten durchgeführt wird,

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