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Partizipation in der Kita Projekte und den Alltag demokratisch mit Kindern gestalten von Regner, Michael (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 05.02.2015
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
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Partizipation in der Kita

Partizipationsprozesse in Kindertageseinrichtungen sind ein entscheidender Wegbereiter, um Bildungsprozesse zu ermöglichen und zu begleiten. Kinder erleben sich dabei als aktiv Handelnde und ihre Umwelt verändernde Akteure. Das dazu notwendige Handwerkszeug, von der Theorie und den Grundlagen zur Partizipation bis hin zu Praxisbeispielen, bietet dieses Buch.

Michael Regner ist freiberuflich sowohl in der Fort- und Weiterbildung als auch in der Organisationsentwicklung sowie als Coach und Trainer tätig. Franziska Schubert-Suffrian Erzieherin, Heilpädagogin, Dipl. Sozialpädagogin, ist stellvertretende Geschäftsführerin und koordinierende Fachberaterin im Verband Ev. Kindertageseinrichtungen in Schleswig-Holstein.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 144
    Erscheinungsdatum: 05.02.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451804717
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 4533 kBytes
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Partizipation in der Kita

1.2 Wie eignen sich Kinder die Welt an? Selbstbildungsprozesse brauchen Beteiligung

Was bedeutet Bildung bei Kindern?

Wenn die Eltern in einer Kindertagesstätte gefragt werden, welche Wünsche sie für ihr Kind haben, steht der Wunsch nach einer guten Bildung häufig ganz weit oben. Mit "guter" Bildung ist dann meist gemeint, einen möglichst hoch qualifizierten Schulabschluss zu erreichen.

Dabei wird der Begriff Bildung häufig im Sinne von Wissensvermittlung oder Aneignung von Wissen benutzt. Diese Sichtweise unterstellt, dass einem Kind Wissen und Bildung "beigebracht" werden können. Die meisten Forschungsergebnisse gehen jedoch inzwischen davon aus, dass niemand unmittelbar bewirken kann, dass ein anderer etwas lernt oder sich bildet. Bildung ist eine Leistung der Kinder, die "das, was um sie herum geschieht, aufnehmen und zu einem inneren Bild ihrer Wirklichkeit verarbeiten" (Schäfer 2003, S. 14). Kinder versuchen, die Welt um sich herum zu verstehen, und das nicht in erster Linie durch die Erklärungen oder Vermittlung von Erwachsenen, sondern durch eigenes Ausprobieren und "Tun". Sie wollen eigene Hypothesen aufstellen und die Richtigkeit selbst überprüfen. Jedes Kind bildet sich also selbst.

Bildung kommt nicht von außen

Dies bedeutet für die pädagogische Arbeit in der Kindertagesstätte, dass Bildungsprozesse von Fachkräften nur angeregt, unterstützt und begleitet werden können. Wenn ein Kind hingegen kein Interesse am Thema oder am Prozess hat, laufen alle unsere Bemühungen ins Leere (vgl. Schäfer 2003, S. 16).

Diese Selbstbildungsprozesse brauchen einen Bezug zur Lebenswirklichkeit der Kinder, sie müssen dort anknüpfen, wo die Kinder gerade stehen, an ihren Interessen und an ihrer Motivation. Dazu ist die Beteiligung der Kinder notwendig. Beteiligung in der Kindertagesstätte ermöglicht, dass Kinder ihre Themen, Interessen und Anliegen einbringen, und gewährleistet damit, dass Bildungsthemen und -prozesse auf die individuellen Bedürfnisse der Kinder und ihre Lebenswirklichkeit zugeschnitten sind.


Veränderte Lebenswirklichkeiten bedingen neue Bildungsanforderungen

Neben der Frage, wie Kinder sich bilden, spielt auch der Aspekt der Bildungs inhalte eine große Rolle. Welche Kompetenzen und Fähigkeiten brauchen Kinder in der Welt von morgen? Welche Kompetenzen sollte die pädagogische Arbeit in der Kindertagestätte unterstützen und fördern? Die gesellschaftlichen Bedingungen verändern sich heute sehr schnell. Sie sind unendlich komplex geworden und damit für den Einzelnen nur noch schwer überschaubar. Während viele von uns Erwachsenen noch mit einer geringen Anzahl von Fernsehprogrammen und dem Sendeschluss um Mitternacht groß geworden sind, scheint dies für die heutige Kindergeneration kaum noch vorstellbar. Internet, MP3 oder Handy sind für die meisten alltäglich geworden. Auch die Produktionsbedingungen und der Arbeitsmarkt sind in unserer Gesellschaft massiven Veränderungen unterworfen. Nur noch wenige Berufe kommen ohne ständig fortschreitende technische Neuerungen aus. Neben diesen beruflichen Aspekten haben sich auch das Zusammenleben in der Familie und die Möglichkeiten der Freizeitgestaltung deutlich verändert.

Insgesamt sind also heute sehr viel mehr unterschiedliche und individuellere Lebensentwürfe möglich als noch vor einigen Jahrzehnten. Diese Veränderungen haben natürlich auch immer Einfluss auf unser gesellschaftliches Leben und damit auf Bildungsthemen und Aneignungsmöglichkeiten. Eine Folge der Entwicklung ist, dass immer größere Flexibilität von jedem Einzelnen erwartet wird. Ohne Fort- und Weiterbildung ist beispielsweise berufliches Überleben kaum noch möglich (vgl. Sturzbecher/Großmann 2003, S. 39 ff.).

Zu Schlüs

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