text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Rechts- und Sozialkunde für Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte von Langen, Tanja von (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 11.07.2013
  • Verlag: Verlag Herder GmbH
eBook (ePUB)
22,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Rechts- und Sozialkunde für Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte

Dieses Lehrbuch gibt Orientierung und umfasst alle aktuellen Entwicklungen des Rechts wie beispielsweise Maßnahmen bei Gefährdung des Kindeswohls oder die der Finanzierung sozialpädagogischer Einrichtungen. Die Darstellung nutzt dabei den Synergieeffekt von Recht und Sozialkunde und ermöglicht durch eine praxiserprobte Zusammenführung beider Disziplinen, die Abhandlung lebensnah und komprimiert zu halten. Tanja von Langen ist Rechtsanwältin und Partnerin in der Anwaltskanzlei v. Langen & Partner in München. Sie ist Rechts-Dozentin in der Aus- und Fortbildung von Erzieherinnen und Erziehern und Autorin bei zahlreichen renommierten Fachzeitschriften für den frühpädagogischen Bereich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 11.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783451345586
    Verlag: Verlag Herder GmbH
    Größe: 6392 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Rechts- und Sozialkunde für Erzieherinnen und pädagogische Fachkräfte

Praxisübung

Was fällt Ihnen zum Thema "Staat" ein? Fertigen Sie dazu eine Mind Map an.
2.1 Die verfassungsrechtlichen Grundentscheidungen

Unsere Verfassung ist geprägt von vier verfassungsrechtlichen Grundentscheidungen, auch Verfassungsprinzipen oder Verfassungsgrundsätze genannt. Verfassungsgrundsätze sind bestimmte Grundlagen der demokratischen Staatsordnung, deren Schutz besonders gewährleistet ist. Sie lassen Geist und Charakter der Verfassung erkennen und prägen somit den Staat, dessen Ordnung auf ihr beruht. Diese verfassungsrechtlichen Grundentscheidungen betreffen insbesondere die Staats- und Regierungsform, Rechtsstaatlichkeit, Demokratie und Gewaltenteilung. Unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung beruht nach dem Grundgesetz auf den Verfassungsprinzipien der

Demokratie
Rechtsstaatlichkeit
Sozialstaatlichkeit und
Bundesstaatlichkeit. Demokratie

Wörtlich übersetzt bedeutet Demokratie Volksherrschaft. Eine echte bzw. freiheitliche Demokratie liegt jedoch immer nur dann vor, wenn bestimmte Mindestanforderungen erfüllt sind; anderenfalls ist lediglich eine Schein-Demokratie gegeben.
Die Prinzipien einer echten Demokratie

Die Mindestanforderungen an eine echte bzw. freiheitliche Demokratie lauten:

Die Staatsgewalt muss tatsächlich und nicht nur scheinbar vom Volk ausgehen. Es muss entweder selbst entscheiden (unmittelbare Demokratie) oder eine Volksvertretung wählen, die an seiner Stelle entscheidet (repräsentative Demokratie). Da die unmittelbare Demokratie aus verschiedensten Gründen in modernen demokratischen Staaten nicht zu praktizieren ist, haben sich die meisten westlichen Länder für eine repräsentative Demokratie entschieden.
Die Volksvertretung einer repräsentativen Demokratie muss nach den Grundsätzen der allgemeinen, gleichen, freien, unmittelbaren und geheimen Wahl gewählt werden (Wahlprinzip). Durch die Wahl überträgt der Bürger seinen politischen Willen auf Volksvertreter (Abgeordnete). Diese Abgeordneten sollen den Willen des Volkes durch Gesetze zum Ausdruck bringen.
Eine Wahl kann nur dann ihren Wert entfalten, wenn es auch eine echte Auswahl gibt. Daher müssen mehrere, mindestens zwei regierungsfähige Parteien oder Koalitionen mit alternativen Wahlprogrammen zur Wahl antreten (Mehrparteiensystem).
Sämtliche Staatsorgane und Amtsträger einer Demokratie, die staatliche Aufgaben wahrzunehmen haben, müssen demokratisch legitimiert sein, indem sie entweder unmittelbar vom Volk oder von einem – seinerseits demokratisch legitimierten – Organ bestellt werden (Prinzip der demokratischen Legitimation).
Die Amtszeit der maßgeblichen Verfassungsorgane muss zeitlich begrenzt sein, damit in bestimmten Abschnitten erneut über ihr Mandat entschieden werden kann (Prinzip der Herrschaft auf Zeit).
Die Entscheidungen der Mehrheit sind maßgebend und müssen von der Minderheit akzeptiert werden. Die Minderheit hat eine reelle Chance, ihre Argumente vorzutragen und in den Entscheidungsprozeß einfließen zu lassen (Mehrheitsprinzip und Minderheitenschutz).
Bereits im Vorfeld des staatlichen Entscheidungsprozesses haben alle Bürger und Gruppierungen die Möglichkeit, ihre Vorstellungen und Interessen geltend zu machen und für sie zu werben. Die Grundrechte der Meinungsfreiheit, der Informationsfreiheit, der Versammlungsfreiheit und Vereinigungsfreiheit sind damit nicht nur liberale Freiheitsrechte, sondern auch demokratische Mitwirkungsrechte (Prinzip der politischen Meinungs- und Betätigungsfreiheit).
Erklärt Art. 79 Abs. 3 i.V.m. Art. 20 GG das Demokratieprinzip für unantast

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen