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Inklusion Idealistische Forderung Individuelle Förderung Institutionelle Herausforderung

  • Erscheinungsdatum: 27.01.2016
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Inklusion

Die Forderung nach einer 'Schule für alle', zu der Kinder unabhängig von ihren Entwicklungshintergründen und Bildungsvoraussetzungen sowie ihren Behinderungen Zugang haben, wird inzwischen als Einlösung eines Menschenrechts mit Nachdruck erhoben. In den Schulen herrschen derzeit sowohl Aufbruchsstimmung als auch Verunsicherung und Überforderung. Das Buch beuchtet aus der Sicht der Psychoanalytischen Pädagogik und mit ihrem spezifischen Blick auf Subjekte, Gruppendynamiken und Organisationsstrukturen kritisch die Inklusions- und Exklusionsthematik. In den Mittelpunkt gerückt werden dabei die 'wunden Punkte' der Inklusionsdebatte. Dabei finden die Idealisierungen, die Ängste und Ambivalenzen, die Widerstände und die Identifikationen der Beteiligten im Hinblick auf das inklusive Bildungssystem besondere Beachtung. Professor Dr. Rolf Göppel lehrt am Institut für Erziehungswissenschaft der Pädagogischen Hochschule Heidelberg mit dem Schwerpunkt 'Allgemeine Pädagogik'. Dr. Bernhard Rauh hatte dort eine Vertretungsprofessur am Institut für Erziehungswissenschaft..

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 228
    Erscheinungsdatum: 27.01.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170302853
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3062 kBytes
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Inklusion

Psychoanalytisch-pädagogische Perspektiven auf Inklusion

Rolf Göppel und Bernhard Rauh

Inklusion! Dies ist ein Thema, das derzeit sowohl in der wissenschaftlichen Diskussion als auch in der öffentlichen Debatte mit leidenschaftlichem Engagement, mit hohem moralischem Anspruch und bisweilen auch mit massiven Klagen und Vorwürfen verhandelt wird. Diese besondere emotionale Einfärbung der Diskussion deutet schon darauf hin, dass hier jenseits der nüchtern-sachlich-gelassenen Auseinandersetzung mit Daten und Konzepten auch unterschwellige Motive, verborgene Wünsche und Ängste, Abwehr- und Sicherungstendenzen etc. mit im Spiel sein könnten. Und die Auseinandersetzung mit solchen unbewussten Anteilen ist ein zentrales Anliegen der Psychoanalytischen Pädagogik. Gleichzeitig handelt es sich um ein Thema, bei dem sich Mitglieder aus dem engeren Umfeld der Psychoanalytischen Pädagogik intensiv in die Debatte eingebracht und dabei recht unterschiedlich positioniert haben. Beides sprach dafür, ein Forum zu schaffen, auf dem diese Differenzen ausführlich diskutiert werden können, wie es im vorliegenden Band realisiert wurde.
Inklusion und die Tradition der Psychoanalytischen Pädagogik

Natürlich sind die zentralen Begriffe im Titels dieses Bandes: Inklusion, idealistische Forderung, individuelle Förderung und institutionelle Herausforderung nicht genuine und traditionsreiche psychoanalytische Begriffe wie etwa "das Unbewusste", "der Ödipuskomplex" oder "die Übertragung".

Aber mit dem Verhältnis von Inklusion und Exklusion , von Ausschlusstendenzen und Ressentiments der kompakten Mehrheit gegenüber Minderheiten - etwa im akademischen Feld, wenn anstößige Thesen vorgetragen und unkonventionelle Methoden verwendet werden, noch dazu von Forschern jüdischer Herkunft - hat sich natürlich auch schon Sigmund Freud befasst. Und die ganze Geschichte der Tiefenpsychologie ist ihrerseits in hohem Maße geprägt von Abspaltungs- und Ausstoßungstendenzen, von Auseinandersetzungen darüber, wer wirklich dazugehört zum eigenen Lager und wer nicht.

Auch mit der doppelbödigen Rolle von idealistischen Forderungen und hehren Leitbildern hat sich die Psychoanalyse immer wieder kritisch befasst. Es sei nur an Siegfried Bernfeld und seine bissigen Bemerkungen über die "Pädagogiker" erinnert, "die unentwegt den Felsblock der pädagogischen Mittel auf den Gipfel des Idealbergs wälzten" - in seinen Augen eine "sisyphische Überhebung, von boshaften Göttern mit Mühsal und Erfolglosigkeit bestraft" (Bernfeld 1967, S. 39). Janine Chasseguet-Smirgel hat einen "Psychoanalytischen Essay" über die "Krankheit der Idealität" verfasst (1987). Im engeren Umfeld der DGfE-Kommission "Psychoanalytische Pädagogik" wäre an Günther Bittners Habilitationsschrift "Für und wider die Leitbilder" (1964) zu erinnern oder an Burkhard Müllers Buch "Die Last der großen Hoffnungen" (1991).

Im Hinblick auf den Begriff individuelle Förderung kommt natürlich die ganze Tradition der psychoanalytischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Sinn, bei der es ja stets darum geht, ins Stocken oder in Sackgassen geratene individuelle Entwicklungsprozesse durch ein Verstehen der speziellen intrapsychischen und interpersonellen Konfliktlagen wieder in Gang zu bringen. Primäres Ziel der individuellen Förderung sind dabei in aller Regel die seelische Gesundheit bzw. das emotionale und psychosoziale Wohlbefinden. Wenn im Zusammenhang damit dann auch noch kognitive Lernblockaden aufgelöst werden und es mit dem schulischen Lernen wieder leichter vorangeht - umso besser. Die Psychoanalytische Pädagogik hat sich in vielfältiger Weise mit Kindern und Jugendlichen, die aufgrund ihrer Lebensgeschichte und ihrer Lebenslage besondere Probleme mit den üblichen schulischen Lernformen und Lernanforderungen haben, befasst. Von da

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