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Erlebnispädagogik in den Bergen Grundlagen, Aktivitäten, Ausrüstung und Sicherheit

  • Erscheinungsdatum: 01.10.2015
  • Verlag: ERNST REINHARDT VERLAG
eBook (PDF)
23,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
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Erlebnispädagogik in den Bergen

ErlebnispädagogInnen setzen sportliche Aktivitäten in der Natur zur Persönlichkeitsentwicklung und zur Förderung der Sozialkompetenz ein. Welche Settings bieten dafür mehr Anregungen als die Berge? Die Aktivitäten reichen vom Bergwandern und Biwakieren über Klettern, Abseilen und mobile Seilaufbauten bis zum Iglubau. Das Buch bietet neben praktischen Anleitungen für die pädagogische Arbeit auch kompakte Grundlageninformationen zu Ausrüstung und Sicherung, Natur- und Umweltaspekten sowie Recht und Versicherung. Zahlreiche Fallbeispiele lassen die Erlebnispädagogik mit Kinder-, Jugendlichen- oder Erwachsenengruppen in den Bergen lebendig werden. Prof. Dr. Bernhard Streicher, Dipl.-Psych., lehrt Sozial- und Persönlichkeitspsychologie an der Universität für Gesundheitswissenschaften in Hall in Tirol und ist als freiberuflicher Trainer und Ausbilder im Lehrteam Alpin der Zusatzqualifikation Erlebnispädagogik (ZQ) tätig. Heidi Harder M.A., Pädagogin und Erlebnispädagogin, staatlich geprüfte Berg- und Skiführerin, ist Leiterin der Jugendbildungsstätte des Deutschen Alpenvereins in Hindelang und im Lehrteam Alpin der ZQ tätig. Hajo Netzer, Dipl.-Sozialpäd., staatlich geprüfter Berg- und Skiführer, ist freiberuflicher Trainer in der erlebnispädagogischen Bildungsarbeit sowie Ausbilder im DAV-Bundeslehrteam Bergsteigen und im Lehrteam Alpin der ZQ

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 179
    Erscheinungsdatum: 01.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783497602322
    Verlag: ERNST REINHARDT VERLAG
    Serie: erleben & lernen 16
    Größe: 3838 kBytes
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Erlebnispädagogik in den Bergen

2 Fachsportliche Grundlagen

Von Heidi Harder, Hajo Netzer und Bernhard Streicher

2.1 Ausrüstung

Angemessene Ausrüstung ist eine wesentliche Voraussetzung für eine sichere und verantwortungsvolle Gestaltung erlebnispädagogischer Aktivitäten. Im Folgenden werden Kriterien der Bergsportausrüstung beschrieben, die für alle Handlungsfelder der Erlebnispädagogik in den Bergen bedeutsam sind. Spezifische Ausrüstungsfragen der jeweiligen Handlungsfelder sowie Kriterien und Anwendungsbereiche von sogenanntem Industriematerial, welches lediglich bei temporären Seilaufbauten verwendet wird, werden in den entsprechenden Kapiteln beschrieben.

Normen und Klassifizierungen

Sicherheitsrelevante Bergsportausrüstung wird größtenteils als persönliche Schutzausrüstung (PSA) klassifiziert. Laut Gesetz muss diese Ausrüstung gewisse Mindestanforderungen zum Schutz des Benutzers erfüllen. Die Mindestanforderungen sind in Europa in der Euro-Norm (EN) fixiert und werden durch das europäische Gremium für Normung (CEN) festgelegt. Für Ausrüstungsgegenstände, die der PSA-Norm unterliegen, existieren drei Schutzklassen. Bergsportausrüstung ist meist der höchsten Schutz-klasse III - gegen Absturz aus großen Höhen - zugeordnet. Kennzeichnend hierfür ist, neben dem CE Zeichen, die Kennziffer des Prüfinstituts, welches die Ausrüstung geprüft hat. Eine weitere, freiwillige, Norm für Bergsportausrüstung ist die internationale UIAA-Norm. Zu erkennen sind normgerechte Bergsportprodukte an der CE- und UIAA-Kennzeichnung auf der Ausrüstung ( Hellberg et al. 2013 ).

Laut PSA-Richtlinie muss der Hersteller eines PSA-Produkts in der Gebrauchsanleitung Angaben zur maximalen Lebensdauer, Lagerung und zum korrekten Gebrauch machen. Für kommerziell arbeitende Erlebnispädagogen ist dies der Hinweis, wann Material spätestens ausgetauscht werden muss. Denn mit Ende der angegebenen Lebensdauer erlischt auch die Gewährleistung des Herstellers und der Verleiher steht in der Haftung.

Seile

In der Bergsportausrüstung wird zwischen dynamischen und statischen Seilen unterschieden. Dynamische Seile sind zum Auffangen von Stürzen von Kletterern bestimmt und weisen somit eine höhere Dehnbarkeit als statische Seile auf. In den erlebnispädagogischen Handlungsfeldern Klettern und Abseilen werden in erster Linie dynamische Seile verwendet. Statische Seile können lediglich zum Abseilen ( Kap. 6 ) oder bei temporären Seilaufbauten ( Kap. 7 und Kap. 8 ) eingesetzt werden.

Dynamische Seile werden in unterschiedlichen Typen hergestellt. Es existieren Einfach-, Halb-, und Zwillingsseile ( Deutscher Alpenverein 2014a ). Für den Einsatz in der Erlebnispädagogik werden ausschließlich Einfachseile (neue Seile gekennzeichnet mit -Symbol an den Seilenden) empfohlen. Innerhalb der Typisierungen unterscheiden sich die Seile stark bezüglich ihres Durchmessers. Während Kletterer aufgrund des geringen Gewichts und der besseren Handhabung oft sehr dünne Durchmesser bevorzugen, werden für den erlebnispädagogischen Einsatz Einfachseile mit robuster und haltbarer Konstruktion und eher größerem Durchmesser empfohlen.

Verschlusskarabiner

Die Sicherheit von Karabinerverschlüssen gegen unbeabsichtigtes Aushängen lässt sich in drei Stufen einteilen: niedriges, mittleres und hohes Sicherheitsniveau. Ein niedriges Sicherheitsniveau weisen Karabinerverschlüsse auf, bei denen zwei Bewegungen notwendig sind um den Karabiner auszuhängen. Ein Beispiel hierfür sind "Twist-Lock-Verschlüsse". Ein mittleres Sicherheitsniveau weisen Karabiner auf, bei denen entweder drei Bewegungen zum Öffnen nötig sind (z. B. "Push-and-Twist Verschlüsse") oder zwei Bewegungen, die sich nur schwer in einem Vorgang überlagern können (z. B. "Schraubkarabiner"). Dem hohen Sicherheitsniveau werden Karabinerverschlüsse zugeordnet, bei denen zum Öff

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