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'No body's perfect': Theaterarbeit mit ehemaligen Drogenabhängigen Hilfe für eine cleane Lebensbewältigung. von Binder, Daniela (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.09.2010
  • Verlag: Diplomica
eBook (PDF)
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'No body's perfect': Theaterarbeit mit ehemaligen Drogenabhängigen

''Der Weg aus der Sucht braucht Zeit, wie alle Veränderungen im Leben.' Ein erfolgreich abgeschlossener Entzug und ein Aufenthalt in einer stationären Langzeittherapie bedeutet für Ex-User nicht, dass das Thema 'Drogen' aus deren Leben verschwunden ist. Vielmehr handelt es sich bei einer Abhängigkeit immer um ein Thema, dass sich durch das ganze Leben zieht. Ein 'Rucksack' der sich immer wieder meldet und vielleicht sogar auf die 'Rückfallstraße' führt. Eine cleane Lebensweise muss erst mühsam und in kleinen Schritten neu erlernt werden. So steht ein ehemals Abhängiger nach der Therapie erstmal vor einer großen Herausforderung. Der strukturierte Alltag bricht weg, ein neues, unbekanntes Umfeld wird betreten. Die Vielfalt an gesellschaftlichen Anforderungen kann sich anfangs überfordernd auswirken. Ein Dschungel, in dem sich die betroffene Person orientieren muss und Hilfe und Unterstützung benötigt, um sich positiv entwickeln zu können. Das Buch greift diese Problematik auf und stellt im ersten Kapitel die Bedeutung einer Abhängigkeit dar. Ein kurzer Streifzug durch die Lebenswelten und Lebensweisen von Heroinabhängigen ergibt ein umfassendes Bild und lässt die anfängliche Problematik einer cleanen Lebensweise von Ex-Usern verstehen. Im zweiten Kapitel wird die Theaterarbeit in ihrer Theorie beleuchtet. Es wird deutlich, dass sich Theaterarbeit nicht nur auf die Persönlichkeitsentwicklung unterstützend auswirken kann, sondern auch soziale Kompetenzen geschult sowie das Selbstbewusstsein gestärkt werden können. Die Autorin schneidet die vielfältigen Möglichkeiten von Theaterarbeit auf die Zielgruppe ehemals Abhängiger zu und ermittelt deren Auswirkungen. Zitate und Lebensgeschichten von Ehemaligen begleiten durch das Buch und lassen es lebendig werden. Als Grundlage des Buches dient die 'Wilde Bühne e.V.' - ein soziokulturelles Forum für ehemalige Drogenabhängige in Stuttgart, welche durch Theaterarbeit in der Sucht- und Gewaltprävention arbeitet. Die Idee für dieses Buch entstand während einer Praxiszeit der Autorin bei der 'Wilden Bühne e.V.'. 'No body's perfect' ist aber nicht nur ein Buchtitel, sondern auch ein authentisches Theaterstück zum Thema Essstörungen, welches durch die Lebens- und Suchtgeschichten der Ehemaligen inspiriert wurde und für die Präventionsarbeit an Schulen und Jugendzentren verwendet wird. In dem vorliegenden Buch wurden die Arbeitsweise der 'Wilden Bühne e.V.', sowie die Entwicklungszeit des Stückes, dokumentiert und im letzten Kapitel anhand von Interviewaussagen ausgewertet. Es wird sichtbar, welche unterstützenden Auswirkungen die Theaterarbeit auf eine cleane Lebensbewältigung der Ehemaligen haben kann und die 'Wilde Bühne e.V.' so, unter Anderen, eine Chance zur Integration in die Gesellschaft bietet. Das Buch stellt die einmalige Kombination von Prävention, Nachsorge und Kultur anhand der 'Wilden Bühne e.V.' anschaulich dar und eröffnet durch die Arbeitsweise einen kreativen Zugang zur Zielgruppe, wie das ansonsten in der Sozialen Arbeit kaum möglich ist.

Daniela Binder, geboren 1982, hat im Jahr 2010 an der Hochschule in Ludwigsburg ihren Studiengang als Diplom Sozialpädagogin (FH) erfolgreich abgeschlossen. Bereits während des Studiums entwickelte die Autorin ein besonderes Interesse am Themenbereich Theaterpädagogik. Im Rahmen ihres Studiums absolvierte sie eine Praxiszeit bei der 'Wilden Bühne e.V.' - einem soziokulturellen Forum für ehemalige Drogenabhängige, welche sie für die Arbeit an dem Buch inspirierte. In dieser Zeit konnte sie nicht nur die vielfältigen Möglichkeiten von Theaterarbeit im Bereich der Sucht- und Gewaltprävention kennen lernen, sondern auch bei der Entwicklung von einem Forumtheaterstück zum Thema Essstörungen ihre Fähigkeiten einsetzten. Nach ihrer Studienzeit assistierte sie bei der 'Projektfabrik e.V.' in Berlin, einem Theaterprojekt für langzeitarbeitslose Jugendlic

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 120
    Erscheinungsdatum: 01.09.2010
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836647304
    Verlag: Diplomica
    Größe: 1574kBytes
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'No body's perfect': Theaterarbeit mit ehemaligen Drogenabhängigen

Textprobe: Kapitel 6.5, Wirkungen auf ehemalige Drogenabhängige: Die 'Wilde Bühne e.V.' wirkt durch ihre Arbeit auf die Ehemaligen rückfallstabilisierend und kann vor allem durch die Theaterarbeit eine wichtige Hilfe in der Entkulturation für die Ehemaligen sein. Laut Lea Busch ordnet die Theaterarbeit der 'Wilden Bühne e.V.' keiner speziellen Richtung zu. Dies habe sie 'glücklicherweise umgangen.' Sie vereine therapeutische, pädagogische und künstlerische Aspekte in einem. Des Weiteren zeige sie Wirkungen nach 'innen' sowie nach 'außen' auf. Die Wirkungen von Theaterarbeit auf ehemalige Drogenabhängige werden an dieser Stelle nur kurz skizziert, da vieles schon in den vorher beschrieben Punkten sowie im Teil 2 erwähnt wurde. Eine Trennung zwischen der 'Wilden Bühne e.V.' als Nachsorgeeinrichtung und Theatereinrichtung ist nicht möglich, da die beiden Bereiche ineinanderfließen. 6.5.1. Therapeutische Wirkungen: 'Wenn man mal eine Rolle ausprobieren kann und da was über sich erfährt (...) womit man arbeiten kann (...), wirkt das therapeutisch.'. Wie Lea Butsch erklärt auch Baudis, dass sich Theaterarbeit therapeutisch auf die Betroffenen auswirken kann. Er führt aus, dass eine Drogentherapie verschiedene Eigenschaften anbietet, welche in der Theaterarbeit wieder zu finden sind. Dadurch kann die Theaterarbeit spielerisch an die Drogentherapie anknüpfen. Dies können Eigenschaften sein wie Handlungs- und Erlebnisorientierung, Spontaneität, das Experimentieren sowie die Förderung von Selbstwahrnehmung. Zugänge zur eigenen Welt werden ermöglicht, und die Orientierung an Ressourcen fördert gemeinsames Lernen durch Gruppenarbeit, indem sich der Einzelne präsentieren kann. 6.5.2. Pädagogische Wirkungen: 'Wenn Abfahrt ist um 7:15 Uhr, dann ist Abfahrt um 7:15 Uhr, da kann man nicht um 8 Uhr kommen. (...) Da muss man jemanden auf den Weg bringen, damit er wieder alltagstauglich wird.'. Die 'Wilde Bühne e.V.' wirkt pädagogisch, indem sie zur Verantwortungsübernahme anhält. Dies geschieht bspw., indem Verbindlichkeiten eingehalten werden müssen. Hier sind z.B. das Einhalten von bestimmten Uhrzeiten zu nennen, aber auch die Anwesenheit bei Auftritten, um die Gruppe nicht im Stich zu lassen. Doch all die Anforderungen erfordern Kraft und Stärke, die nicht jeder Ehemalige von Anfang an mitbringt. Durch das künstlerische Arbeiten kann die Persönlichkeitsbildung sowie die Schaffung einer Ich-Identität ohne große Mühe und Aufwand unterstützt werden, wodurch die 'Kraft' entwickelt werden kann, welche die Ehemaligen brauchen. 6.5.3. Künstlerische Wirkungen: 'Wir sehen uns als die soliden Kunsthandwerker.'. Durch Kunst kann eine öffentliche Bühne erschaffen werden, auf welcher die SpielerInnen die Chance haben, sich selbst auszudrücken und bspw. anhand eines selbst entwickelten Theaterstücks (wie 'No body's perfect') gesellschaftskritische (und meist auch autobiographische) Themen zu kommunizieren. Die SpielerInnen haben so die Möglichkeit, ihren Beitrag als 'Teil des gemeinsamen Kulturschaffens' zu verstehen und sich selbst als 'sinnvolle' Gemeinschaft zu erkennen. Folglich können an dieser Stelle sowohl persönliche als auch gesellschaftliche Entwicklungen angestoßen werden. 6.5.4. Innen- und Außenwirkungen: 'Wenn du was an dir selbst veränderst, muss sich dein Umfeld mit verändern.'. Die 'Wilde Bühne e.V.' arbeitet im Feld der Sucht- und Gewaltprävention und vereint alle Ebenen der Prävention in einem Konzept. Zum einen in der primären Prävention, welche sich mit Maßnahmen befasst, um dem Konsum von Drogen vorzubeugen. Dazu gehen die Ehemaligen in verschiedene Schulen und bieten durch die 'Wilde Bühne e.V.' Theaterstücke und Gespräche zur Suchtthematik an. Zum anderen in der sekundären und tertiären Präventionsebene, da sie mit den ehemals Abhängigen arbeitet und auf diese durch ihre Arbeit rückfallstabilisierende Wirkungen hat; das heißt, die Suchtpräventionsveranstaltungen in de

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