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Die Straße als Lebensraum mit wachsender Attraktivität für Jugendliche. Eine Konkurrenz für die Jugendhilfe? von Jenning, Sandra (eBook)

  • Erschienen: 21.01.2002
  • Verlag: GRIN Verlag
eBook (ePUB)
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Die Straße als Lebensraum mit wachsender Attraktivität für Jugendliche. Eine Konkurrenz für die Jugendhilfe?

Diplomarbeit aus dem Jahr 2001 im Fachbereich Sozialpädagogik / Sozialarbeit, Note: 1,3, Alice-Salomon Hochschule Berlin (Fachbereich Sozialarbeit), Veranstaltung: Projektseminar Methoden, 75 Quellen im Literaturverzeichnis, Sprache: Deutsch, Abstract: Thema meiner Diplomarbeit ist die Auseinandersetzung mit dem aktuellen System der Jugendhilfe in Deutschland. Anscheinend kann das aktuelle Jugendhilfesystem für Jugendliche in besonderen Lebenslagen, die auf der Straße leben, kaum akzeptable und auf deren Bedürfnisse abgestimmte Hilfsangebote bieten. In meiner Arbeit versuche ich heraus zu finden, welche unterschiedlichen Faktoren dazu beitragen, daß Jugendliche sich für ein Leben auf der Straße entscheiden. Im Mittelpunkt steht dabei für mich die Frage, weshalb die Jugendlichen nicht die Angebote der Jugendhilfe nutzen oder auch nutzen können. ,Welche Bedingungen der Jugendhilfe schließen Straßenjugendliche aus Hilfeformen aus?` beziehungsweise ,Was bietet die Straße als Lebensraum an Möglichkeiten der Lebensführung für Jugendliche?` sind zwei der hauptsächlichen Fragen, mit denen ich mich in meiner Arbeit beschäftigen werde. Als Ergebnis meiner Auseinandersetzung möchte ich möglichst umfangreich neue Herausforderungen und Anregungen an die Jugendhilfe und das Jugendhilfesystem herausarbeiten. Darin sollen sowohl methodische, als auch politische Reformbedürfnisse formuliert werden. Ich beziehe mich in meiner Arbeit hauptsächlich auf einen Fundus von Studien von 1995 bis 1998, der vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und , Jugend im Aktionsprogramm ,,Kinder und Jugendliche in besonderen Lebenslagen' gefördert wurde. Diese Studien basieren auf vielen Befragungen unterschiedlicher Autoren, die sowohl mit Straßenjugendlichen, als auch mit ihnen arbeitenden Fachkräften gesprochen haben. Desweiteren habe ich Positionspapiere verschiedener Streetworkprojekte, Dokumentationen von Fachtagungen, Zeitungsartikel diverser Fachzeitschriften und auch populär geschriebene Bücher zum Thema ,,Straßenkinder' als Quellen verwendet. Ergänzend dazu nutzte ich wissenschaftliche Texte über die Sozialisation Kinder und Jugendlicher, über die Jugendphase und deren spezifische Entwicklungsmerkmale, über eine lebensweltorientierte Jugendhilfe und damit verbundene innovative Handlungskonzepte und über die allgemeine Situation und Perspektive der Jugendhilfe im Hinblick auf die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und politischen Rahmenbedingungen.

Produktinformationen

    Größe: 326kBytes
    Reihe (Teil): Akademische Schriftenreihe Bd.V1580
    Herausgeber: GRIN Verlag
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 93
    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    ISBN: 9783638109796
    Erschienen: 21.01.2002
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Die Straße als Lebensraum mit wachsender Attraktivität für Jugendliche. Eine Konkurrenz für die Jugendhilfe?

3 Strukturveränderungen in der Jugend- und Sozialarbeit
Unter diesem Punkt möchte ich darstellen, in wie weit Veränderungen in der Politik, Wirtschaft und Gesellschaft, Auswirkungen auf die Soziale Arbeit allgemein und im besonderen auf die Jugendhilfe haben. Dabei stelle ich kurz neuere Entwicklungen der Politik und Gesellschaft dar, beschreibe einige bedeutende Beurteilungskriterien für die Soziale Arbeit und zeige daraus resultierende Schwierigkeiten in der Arbeit mit Jugendlichen, die auf der Straße leben, auf. Ich habe das Thema ‚Strukturveränderungen...' in meine Arbeit einfließen lassen, da ich der Meinung bin, daß gerade diese Veränderungen zukünftig wachsende Bedeutung für die Soziale Arbeit und dort Tätige haben werden.
3.2 Politische und gesellschaftliche Veränderungen
Menschliche Gesellschaften verändern sich in vielfältiger Weise. Sie verändern sich in ihren ökonomischen Lebensgrundlagen, in den Formen des Zusammenlebens der Menschen, in der gesellschaftlichen Produktion und Reproduktion sowie in den staatlichen Eingriffen und Leistungen zur Regulierung des menschlichen Zusammenlebens. Zugleich mit ihrer sich wandelnden Lebensweise verändert sich die Vorstellung der Menschen von der Realität und dem Sinn ihres Lebens. Das bedeutet, daß Menschen die Welt für sich in den verschiedenen historischen Epochen interpretieren und dementsprechend ihre Verhaltensweisen und ihr Handeln aufgrund ihrer individuellen Einsichtsfähigkeit verändern (aus Grunwald u.a. 1996 S.143 ff.). In Deutschland nimmt der Strukturwandel und die Krise der Arbeitsgesellschaft einen großen Einfluß auf politische Debatten. Die Arbeitslosigkeit der Bevölkerung nimmt von Jahr zu Jahr zu. Hoffnungen, die Arbeitslosigkeit durch einen Übergang von einer Industrie- zu einer Dienstleistungsgesellschaft zu reduzieren beziehungsweise zu beseitigen, wurden und werden entwickelt. Prognosen für den "Wachstumsmotor Dienstleistungen" (Bäcker 2001, S.3) sind Zuwächse von 4 Millionen Arbeitsplätze in diesem Bereich (vgl. Saat 1999).
Desweiteren verlangen moderne Gesellschaften von den Menschen ein hohes Maß von eigenen Entscheidungen, da heute eine Vielzahl von Lebenswegen möglich sind [44] . Dies bietet die Chance, sich gegen die bisher üblichen Lebensweisen zu entscheiden. Gleichzeitig ist eine Entscheidung nicht mehr unbedingt verläßlich. Rauschenbach spricht von einem Wegfall der "ehemals wegweisenden und kollektiv abgesicherten Geländer der Lebensführung bei gleichzeitiger Ausweitung individueller Gestaltungsmöglichkeiten" (Rauschenbach 1992). Die Freiheit der Entscheidung und der gleichzeitige Zwang diese selbst zu treffen, wecken bei Menschen starke Unsicherheiten, Isolationsgefühle und bewirken teilweise Grenzerfahrungen ohne vorhersehbare Folgen für sich selbst und andere .
Daraus resultiert unter anderem, daß die Soziale Arbeit in Deutschland zur Zeit im Wandel begriffen ist. Während in den 70-er Jahren eine Konjunktur der verschiedensten Hilfeformen und Organisationen im Sozialbereich zu beobachten war, ist seit Beginn der 90- er Jahre ein Rückgang und Stop dieses Trends ersichtlich. Grunwald spricht von der "Krise der Sozialstaates" (vgl.Grunwald 1996, S. 189).
Gleichzeitig machen neue soziale Probleme auch in Zukunft neue Maßnahmen und Programme in der Sozialen Arbeit nötig. Neue Adressatenkreise der Sozialarbeit entstehen im Zuge des gesellschaftlichen Wandels, da der Beratungs- und

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