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Diskriminierung im HipHop: Sexismus in der Jugendkultur von Bente, Nadja (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.04.2014
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Diskriminierung im HipHop: Sexismus in der Jugendkultur

Ein wesentliches Kriterium von Jugendkulturen liegt in der Abgrenzung zur bürgerlichen Welt von Erwachsenen. Damit stehen gerade Eltern wie auch Praxiskräfte in der Sozialen Arbeit vor dem Problem, nur sporadischen Einblick in diese, ihnen sonst verschlossen bleibende Welt zu erhalten. Wie kaum eine andere (ehemalige) Jugendkultur gewann der HipHop - und vor allem der musikalische Ableger Rap - an Popularität. Dabei irritiert Außenstehende insbesondere die häufig rohe und unverhohlen geäußerte sexuelle Gewalt gegenüber Frauen. Dieser Sexismus hat, wie die Autorin zeigt, seinen Ursprung in der Tradition des Battlens und ist zudem auch in der heutigen Zeit Ausdruck einer gesellschaftlichen Grundhaltung der Geschlechter zueinander. Aufgeteilt in einen theoretischen und einen qualitativ-empirischen Teil, versucht die Autorin - als Jugendliche selbst Partizipierende jener Kultur - über ihre Studie, das Phänomen des sexuell aufgeladenen Frauenbildes im HipHop zu ergründen und Handlungsstrategien zu entwickeln, die überwiegend jungen KonsumentInnen mit den Widersprüchlichkeiten und Diskriminierungstendenzen ihrer Subkultur zu konfrontieren und dabei die Ursprünge und Traditionen des HipHop nicht außer Acht zu lassen.

Nadja Bente (Jahrgang 1982), Dipl. Soz.päd. (FH), absolvierte nach ihrer Ausbildung zur Erzieherin ein Studium der Sozialen Arbeit und Sozialpädagogik in Vechta und Osnabrück. Ihren Abschluss machte sie 2006, die staatliche Anerkennung folgte 2007. Nach Stationen in der Schulsozialarbeit und der offenen Kinder- und Jugendarbeit ist sie in einer städtischen Jugend- und Kultureinrichtung tätig. Zudem tritt sie gelegentlich als Referentin in verschiedenen Bereichen der Sozialen Arbeit in Erscheinung. Für ihre Diplomarbeit wurde sie mit dem 'study up'-Award der Fachhochschule Osnabrück für herausragende Abschlussarbeiten ausgezeichnet.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 79
    Erscheinungsdatum: 01.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783842846746
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 2103 kBytes
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Diskriminierung im HipHop: Sexismus in der Jugendkultur

Kapitel 3.2, Das Bild der Frau im Rap: 'HipHop ist wertkonservativ, leistungsorientiert und männlich dominiert' (Klein & Friedrich, 2002, S. 10). Selbiges gilt im Speziellen für sein dominierendes Element, den Rap. Somit führen in diesem Teil der Kultur Frauen nach wie vor ein Schattendasein und dienen in der Regel lediglich als Vorlage männlicher Fantasien bzw. als Mittel zur Illustration der Männlichkeit vieler Rapper. Männer sind diejenigen, die den Ton angeben und sagen, wo es lang geht (vgl. Loh & Güngör, 2002, S. 273). Ernstgenommen werden Frauen nur in den seltensten Fällen. Doch obwohl sich Rap mit seiner sexistischen Attitüde auf den ersten Blick als äußerst unattraktiv für junge, aufgeklärte Frauen darzustellen scheint, zählen sich auch viele Mädchen und Frauen zur Community. Sie tun das vornehmlich als Rezipientinnen, finden 'cool', was gerade angesagt ist, und konsumieren, ähnlich den Jungen, die aktuellen Trends. Auf diese Weise müssen sie sich nicht rechtfertigen und können sich in gewisser Weise von den Inhalten distanzieren, indem sie beispielsweise nur die Musik, nicht aber die Inhalte favorisieren. Es ist aber auch zu beobachten, dass HipHop-Hörerinnen darauf verweisen, dass die von den Männern beschriebenen Frauenstereotype ('Frauen sind Schlampen!') nur auf diejenigen zuträfen, die sich wirklich so verhalten. Demnach gingen die Rapper in ihren Darstellungen auch nicht zu weit, vermittelten diese doch lediglich ein Frauenbild, das Teilen der weiblichen Gesellschaft durchaus entsprä-che. Sie selbst jedoch fühlen sich von diesen Texten nicht angesprochen. So meint ein 15-jähriges Mädchen: 'Wenn man sich so verhält [sich den HipHoppern zum schnellen Sex an-bietet, N.B.], dann muss man sich nicht wundern, wenn man als Bitch bezeichnet wird.' Eine Gleichaltrige ist der Meinung, viele Mädchen seien selbst dafür verantwortlich, wenn sie sich so schlecht behandeln ließen. Somit kommen die Rezipientinnen in keinen Gewissens-konflikt, weisen sie doch jeden Bezug der Inhalte auf sie selbst entschieden zurück. Dennoch entkommen die weiblichen Community-Mitglieder in der Regel nicht gewissen Vorgaben und 'Must have's', die in der Szene 'real' bzw. angesagt sind. Um nicht als Außenstehende zu gelten, muss sich eine Frau an gewisse Spielregeln halten, die teilweise ihren Ausdruck in gängigen Klischees finden. Diese sollen im Folgenden näher beleuchtet werden. What a nice girl: 'HipHop ist eine performative Kultur. [...] Eine zentrale Rolle spielt dabei der Körper [...]' (Klein & Friedrich, 2002, S. 11). Vieles dreht sich in dieser Szene um das äußere Erscheinungsbild. Gerade Frauen werden dabei mit der Tatsache konfrontiert, dass es - wie in anderen Kulturen auch - darum geht, gut auszusehen. Auf das, was als 'gut' und 'schlecht aussehend' betrachtet wird, d.h. welches Schönheitsideal gültig ist, haben nicht zuletzt auch die Medien einen großen Einfluss. Sie zeigen den jungen Mädchen in ihren Musikvideos, Zeit-schriften usw. das gängige Ideal, und wirken dadurch auf die Rezipientinnen und die Art und Weise, wie sich diese selbst wahrnehmen, ein. Diese wiederum versuchen, jenem Frauenbild zu entsprechen, und dem - überwiegend von Männern vermittelten - Vorbild möglichst nahe zu kommen. HipHop-Videos präsentieren makellose Darstellerinnen, mit denen sich die 'coolsten Typen' umgeben. Gerade junge Frauen in der Pubertät orientieren sich an diesen Darstellungen und übernehmen die Auffassung, nur die schönsten und am leichtesten bekleideten Mädchen mit Traummaßen bekämen die Aufmerksamkeit der angesagten Männer. Für diejenigen, die diesem Ideal nicht entsprechen, interessierten sich in der Konsequenz nur die nicht-angesagten Typen, also die 'Loser'. Die Texte der Rapper tragen ihr Übriges dazu bei, indem sie genau erklären, wie eine richtige Frau zu sein hat. Bei den bereits genannten Ying Yang Twins heißt es im Refrain zu 'Bad': 'I'm lookin' for a dyme, that's top of the

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