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Erfolgreich erziehen helfen Elternarbeit in Jugendhilfe, Kita und Schule von Egert, Susanne (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.09.2011
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (ePUB)
16,99 €
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Erfolgreich erziehen helfen

Elternarbeit als Hilfe zur Erziehung stellt eines der zentralen Praxisfelder für Sozialpädagogen dar. Im Mittelpunkt dieses Praxisleitfadens steht das Grundproblem: Wie erreicht man eine einfach strukturierte, oft als schwierig empfundene Klientel und wie gelingt eine nachhaltige Veränderung des Erziehungsverhaltens. Das Buch vermittelt zunächst die für erfolgreiche Elternarbeit wesentlichen Grundhaltungen (Stichworte: Akzeptanz, Wertschätzung, keine Schuldzuweisungen, Orientierung an den Stärken). Darauf aufbauend geht es dann um die notwendigen Methoden und Techniken zur gezielten Verbesserung der Erziehungskompetenz der Eltern im Alltag der Familie. Das Buch operiert dabei mit wissenschaftlich-basierten Konzepten und integriert Elemente aus Gesprächspsychotherapie, Verhaltenstherapie, Kommunikationstheorie und Konfliktlösung, macht diese für die praktische Arbeit mit Eltern nutzbar und bezieht sich dabei auch auf das von der Autorin entwickelte Rendsburger Elterntraining. Susanne Egert ist als Psychologische Psychotherapeutin in der Ev. Jugendhilfe Rendsburg und in der Fortbildung von pädagogischen Fachkräften tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 166
    Erscheinungsdatum: 15.09.2011
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170278769
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 8472 kBytes
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Erfolgreich erziehen helfen

3

Die einzelnen Phasen des Elterntrainings

Nur wer selbst brennt,
kann andere entzünden.

Augustinus

Erfolgreiche Elternarbeit muss sensibel aufgebaut werden. Sie folgt einem gewissen Ablauf, in dem Ziele aufgestellt und systematisch Schritt für Schritt erarbeitet werden. Dabei ist es hilfreich, auf ein breites Spektrum unterschiedlicher Methoden zurückgreifen zu können, die flexibel einsetzbar sind. Dies gilt für alle Formen von Elternarbeit, für Einzelgespräche ebenso wie für Elterngruppen. Elternarbeit wird dadurch gleichermaßen zielgerichteter, verbindlicher und ökonomischer. Die verschiedenen Phasen und Möglichkeiten der Elternarbeit werden im Folgenden am Beispiel des Rendsburger Elterntrainings inhaltlich umrissen und mit ihren jeweiligen wesentlichen Charakteristika dargestellt.
3.1 Die Einführungs- und Sensibilisierungsphase

Jegliche Elternarbeit beginnt im Grunde genau wie das Elterntraining mit einer Einführungs- und Sensibilisierungsphase. Die Eltern sollen in dieser Phase für Erziehungsfragen sensibilisiert werden und offen für neue Möglichkeiten werden.

Obwohl die Eltern, die am Elterntraining oder einer anderen Maßnahme teilnehmen und die Beratung oder Hilfe suchen, in der Regel ja bereits Probleme mit ihren Kindern haben, ist die Auseinandersetzung mit Erziehungsfragen keineswegs selbstverständlich. Vielmehr werden diese Probleme gegenüber der Nachbarschaft und der Verwandtschaft häufig tabuisiert. Eine inhaltliche Auseinandersetzung mit Erziehungsfragen ist daher für viele Eltern neu und findet nun häufig erstmals statt. Bereits die Beschäftigung mit elementaren Fragen zu diesem Thema auf einem ganz rudimentären Niveau gibt den Eltern Denkanstöße und stimmt sie oft nachdenklich. Zu diesem Effekt kann im Elterntraining z.B. auch ein kurzer Spielfilm eingesetzt werden, der eine typische Familiensituation zeigt, mit der sich viele Eltern identifizieren können. Er soll die Eltern emotional labilisieren, so dass sie offen für neue Möglichkeiten werden (s. dazu Egert 1991).

In dieser ersten Phase wird ein Problembewusstsein bei den Eltern geweckt. Sie erkennen Notwendigkeiten und auch Perspektiven für Veränderungen und werden so zur Mitarbeit motiviert. Die Einführungs- und Sensibilisierungsphase legt daher die Grundlagen für alle weiteren Phasen.

Entscheidend ist dabei, dass in keiner Weise von "Schuld" gesprochen wird. Wenn Eltern erste Zusammenhänge erkennen zwischen dem Verhalten ihrer Kinder und ihrem eigenen Verhalten, äußern sie oft: "Dann bin ich ja an allem Schuld" oder "Wenn man das so sieht, dann hat man ja ganz schön viel falsch gemacht". Hier ist es entscheidend, den Eltern die Schuldgefühle zu nehmen. Es kommt nicht darauf an, dass sie "reuig bekennen" oder "gestehen", was sie bisher falsch gemacht haben. Schuldgefühle helfen nicht weiter bei Veränderungen. Sie behindern sie eher, weil die Eltern dann innerlich oder auch gegenüber einer Elterngruppe mit Rechtfertigungen beschäftigt sind. Es ist daher wichtig, den Eltern deutlich zu machen, dass es nur darauf ankommt, dass sie jetzt hier sind. Das zeigt, dass sie etwas ändern wollen, und damit ist eine gute Grundlage gegeben, tatsächlich etwas zu verändern. Dabei hilft es auch, Folgendes deutlich zu machen:

Infokasten 10: "Führerschein"

"Heutzutage gibt es für alle möglichen Gelegenheiten Kurse. Wer ein Auto fahren will, muss zunächst einen Führerschein machen und eine Fahrschule besuchen. Nur Kindererziehung lernt man nirgendwo, die soll einfach so klappen. Dabei ist sie gerade eine der schwierigsten Aufgaben überhaupt. So ist es kein Wunder, wenn es hier manchmal Probleme gibt."

Wichtig ist es, das Verantwortungsbewusstsein zu betonen, das die Eltern dadurch zeigen, dass sie sich um Hilfe bemühen und z.B. am Elternkurs teilnehmen.

Gelegentlich kommt es zu abfälli

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