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FREIräume Eine Annäherung an das Thema Freiraum im Kontext der Offenen Jugendarbeit

  • Erscheinungsdatum: 20.01.2014
  • Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
eBook (ePUB)
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FREIräume

Das Thema Freiraum ist ein vielschichtiges, das auf verschiedenen Ebenen gedacht, festgemacht und gelebt werden kann. Für die Offene Jugendarbeit und ihr Selbstverständnis spielt es in all seinen Facetten eine große Rolle. Offene Jugendarbeit ermöglicht Vielfalt und Experimentierfelder und ist gerade dadurch eine wichtige Sozialisierungsinstanz für junge Menschen. Vor diesem Hintergrund hat bOJA - Bundesweites Netzwerk Offene Jugendarbeit - 'FREIräume' zum Schwerpunkt erklärt und zahlreiche Aktivitäten in diesem Kontext unterstützt. Eine bunte Zusammenschau der Ergebnisse, ergänzt durch wissenschaftliche, künstlerische und subjektive Blickwinkel, findet sich in diesem Buch. Ziel der Publikation ist es, das Thema und den abstrakten Begriff Freiraum ins Bewusstsein zu rufen und auf vielfältige Art zugänglich zu machen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 153
    Erscheinungsdatum: 20.01.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943774740
    Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
    Größe: 3964 kBytes
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FREIräume

"Die Stadt gehört uns" – Zur Aneignung von Freiräumen in der Stadt

Irmtraud Voglmayr

Die jüngere Geschichte der kollektiven Auseinandersetzungen um Raum hat in Wien ihren Ausgangspunkt in den 1970er Jahren. Widerständische bzw. gegenkulturelle Bewegungen, allen voran die Neue Frauenbewegung der 1970er Jahre, haben durch ihren Versuch, sich von geschlechtlich codierten Zuschreibungen und sozialen Einschränkungen bzw. Ausgrenzungen zu befreien, neue spezifische Lebensmodelle entwickelt, die sich in den städtischen Raum eingeschrieben haben (Voglmayr 2012a: 242). Aus dieser Bewegung entstanden "autonome Frauenräume" wie Frauenzentren, -buchhandlungen und -cafés. Selbstverwaltete Kulturzentren und Freiräume wie ARENA, WUK, Amerlinghaus, Ernst Kirchweger Haus (EKH), Rosa Lila Villa und Pankahyttn sind Produkte erfolgreicher Raumbesetzungen, die sich als Lernorte kollektiven (politischen) Handelns verstehen. Trotz jahrzehntelangen Bestehens befinden sich diese Kulturzentren aber von Anbeginn in einem permanenten Konflikt zwischen Subventionsforderung und Autonomieanspruch (Nußbaumer/Schwarz 2012). Der Erhalt dieser Freiräume muss immer wieder aufs Neue mit Stadtpolitik und Rathausverwaltung ausverhandelt und erkämpft werden. Die Androhungen von Subventionskürzungen gehören fast schon zum Alltag dieser alternativen Einrichtungen.

Soziale Bewegungen sind zumeist wegweisend für den Kampf um Freiräume. "Soziale Bewegung" und "Raum" sind vielfach aufeinander bezogen, denn Bewegung impliziert einen Raum, in dem sie sich ereignen, realisieren kann. Susanne Maurer zeigt die grundsätzliche politische Bedeutung der Raum-Metapher in sozialen/oppositionellen Bewegungen auf, die sich in Besetzungen aller Art, von Sit-ins über "Besetzt" bis hin zu "Reclaim the streets" (Maurer 2005: 631-632) manifestiert. Zur Chronologie der Raumbesetzungen gehören auch die starken Studentlnnenproteste, die sich in der Besetzung des Audimax verräumlicht haben, sowie die großen Platzbesetzungen in Kairo, Madrid und New York. Die globalen Occupy-Bewegungen, die Aufstand und Empörung gegen die neoliberale Gesellschaftsordnung repräsentieren, haben uns gezeigt, wie Praktiken der Solidarität und basisdemokratische Prinzipien an öffentlich genutzten Orten und Plätzen im städtischen Raum gelebt werden können (Voglmayr 2012a). Das Besondere an diesen Bewegungen ist, dass sie alternative Lebensformen nicht länger nur im selbstverwalteten Kulturzentrum, sondern im öffentlichen Raum praktizieren und somit für uns alle sichtbar machen.

Die neoliberale Stadt als umkämpfter Ort

Herrschende soziale Ungleichheitsverhältnisse bestimmen den ungleichen Zugang zur Stadtgesellschaft und ihren Ressourcen; damit sind leistbarer Wohnraum, Räume jenseits des Konsumzwangs, Arbeit, von der man leben kann, sowie Partizipationsmöglichkeiten gemeint. Dieses Grundproblem macht die Stadt zu einem umkämpften Ort, der sich im Kampf um Raum ausdrückt. Während die neuen internationalen Wirtschaftseliten ihre Vorstellungen von Stadt nachhaltig umsetzen und diese prägen, müssen sozial Prekäre oftmals politisch motivierte Gewalt einsetzen, um ihre Ansprüche an die Stadt geltend zu machen (Sassen 2010: 491). Städtische Entwicklungen am Beispiel Wien zeigen zwar, dass für die (jüngeren, männlichen) BewohnerInnen, oftmals migrantischer Herkunft, in sozial benachteiligten Gebieten (Bsp. Volkertmarkt/Mexikoplatz) ein relativ großzügiges Angebot sozialer Einrichtungen wie Jugendzentren, Jugendcafés, Ballspielkä

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