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Häusliche Pflege ...ist trotz Pflegereformen eine Aufgabe mit Risiken und Nebenwirkungen. von Born, Gudrun (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Häusliche Pflege

Pflegende Angehörige (davon 70% Frauen) sind die tragende Säule des deutschen Pflegesystems. Weil aber die Zahl der alten Menschen zunimmt, steigt auch der Pflegebedarf, während für Frauen eine Erwerbstätigkeit immer wichtiger wird - zur Sicherung ihrer eigenen Lebensgrundlage und Rente. Das Pflegeneuausrichtungsgesetz bringt viele Veränderungen, aber die Risiken der Angehörigen, die eine häusliche Pflege übernehmen, wurden nicht verringert. Gudrun Born, geb. 1931, lebt in Frankfurt/Main. Sie pflegte 17 Jahre ihren Mann und tritt auch nach dessen Tod dafür ein, dass nicht nur für pflegebedürftige Menschen vorgesorgt wird, sondern dass auch die pflegenden Angehörigen gerecht behandelt werden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 156
    Erscheinungsdatum: 26.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741244469
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 147kBytes
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Häusliche Pflege

Blick zurück: Der Generationenvertrag 2

Der Generationenvertrag geht historisch auf das 19. Jahrhundert zurück und bildet die Grundlage der gesetzlichen Alterssicherung, an ihm orientiert sich auch die heutige Kranken- und Pflegeversicherung. Das ursprüngliche System der gesetzlichen Alterssicherung beruhte auf einer Ansparung von festgelegten Rentenbeiträgen, die paritätisch von Arbeitgebern und Arbeitnehmern auf Rentenkonten zu entrichten waren.

Aber damit kam - von kurzen Unterbrechungen abgesehen - nie eine ausreichende Kapitaldeckung zustande. Die Inflation in den 1920er Jahren und die Folgen beider Weltkriege setzten diesem Projekt ein Ende.

Nach dem Ende des 2. Weltkrieges wurde von der ersten Bundesregierung unter Konrad Adenauer 1957 das System der Kapitaldeckung in ein Umlageverfahren geändert. Das ihm zugrunde liegende Konzept "Solidarvertrag zwischen den Generationen" stammt von Wilfried Schneider.

Sein Plan sah vor, dass sowohl Kindern und Jugendlichen (vor Erreichen des 20. Lebensjahres) als auch alten Menschen (nach Vollendung des 65. Lebensjahres) ein Anteil aus den gesamten Arbeitseinkommen zugesichert wird.

Die mittlere Generation sollte (neben der Unterstützung der Alten) zugleich mit Rentenbeiträgen aus ihrem Erwerbseinkommen für die nachwachsende Generation vorsorgen. Dementsprechend war neben der Altersrente auch eine Kindheits- und Jugendrente vorgesehen.

Unverheiratete Kinderlose sollten den doppelten Beitrag zahlen, verheiratete Kinderlose den 1,5-fachen Beitrag wie Verheiratete mit zwei Kindern.

Schreiber versuchte mit diesem Plan, den in der vorindustriellen Gesellschaft bestehenden Solidarvertrag innerhalb der Familien, wonach Eltern die Kinder großzogen und dadurch selbstverständlich Anspruch auf deren Unterstützung im Alter erwarben, in die industrielle Gesellschaft zu überführen. Aber es wurde nur ein Teil des eigentlichen Schreiber-Plans übernommen. Die erwerbsfähige Generation wurde lediglich verpflichtet, Rentenbeiträge für die nicht mehr erwerbstätige Generation zu zahlen. Eine vergleichbare Verpflichtung gegenüber der nachfolgenden jungen Generation in Form einer "dynamischen Kindheitsund Jugendrente", die Schreiber als "Preis" für die dynamische Altersrente betrachtete, wurde nicht verwirklicht. Die Unterhaltskosten für die Kinder (einschließlich des Erziehungsaufwands) blieben überwiegend Sache der Eltern, während deren eigener Rentenanspruch an Erwerbstätigkeit gekoppelt wurde. Das führt bis heute dazu, dass alle, die z.B. wegen Kindererziehung keinen Beruf ausüben, geringere Rentenansprüche haben als ihre berufstätigen Altersgenossen ohne Kinder.

Diese Änderung führte von Anfang an zu heftigen Kontroversen. So wandte sich z. B. Oswald von Nell-Breuning (der Nestor der katholischen Soziallehre) gegen die unvollständige Umsetzung des von Schreiber definierten Generationenvertrages:

"Wenn die Kinderlosen und die Kinderarmen ihr Dasein, insbesondere ihre Versorgung im Alter, auf anderer Leute Kinder aufbauen, dann bilden Familienlastenausgleich und Altersversorgung keine Einheit. Eine sinnvolle Regelung ist nur möglich, wenn man beides zusammen anfasst." 3

"Diejenigen, die Beiträge zahlen, empfangen ja nicht ihre Beiträge zurück, wenn sie alt geworden sind. Durch ihre Beiträge haben sie nicht ihre Rente verdient, sondern dadurch haben sie zurückerstattet, was die Generation zuvor ihnen selbst gegeben hat. Damit sind sie quitt.

Die Rente, die sie selbst beziehen wollen, die verdienen sie sich durch die Aufzucht des Nachwuchses. Wer dazu nichts beiträgt, ist in einem ungeheuren Manko." 4
Gesellschaftlicher Wandel

In den 1960er und 70er Jahren wurde bei Debatten um die Neuausrichtung des Schulsystems vehement um "gleiche Bildungschancen für alle" gestritten. Inzwischen profitieren viele Heranwachse

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