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Homosexualität und Bildungsplan: (K)ein Weg in die Zukunft? von Vonderlehr, Tobias (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2015
  • Verlag: Diplomica Verlag GmbH
eBook (PDF)
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Homosexualität und Bildungsplan: (K)ein Weg in die Zukunft?

Die Bildungsplanreform der Landesregierung sorgt in Baden-Württemberg für hitzige Diskussionen. Der Autor betrachtet in diesem Buch den Bildungsplan aus einer ganz neuen Perspektive. Im Mittelpunkt steht dabei die Frage, wie Themen der Homosexualität und der sexuellen Vielfalt in den Bildungsplan eingebunden werden können. Im Rahmen einer Studie verdeutlicht der Autor dabei, wie es um die gesellschaftliche Toleranz in Baden-Württemberg bestellt ist und ob der neue Bildungsplan tatsächlich eine Möglichkeit für mehr Toleranz und Akzeptanz gegenüber einem sexuellen Pluralismus darstellt.

Tobias Vonderlehr (B.A.) wurde 1981 in Büdingen geboren. Sein Studium der Bildungswissenschaften an der FernUniversität in Hagen schloss er im Jahr 2014 mit dem akademischen Grad des Bachelor of Arts erfolgreich ab. Bereits seit 2001, während des Studiums und in seiner Funktion als Leiter eines von ihm gegründeten Lern- und Förderzentrums sammelte er praktische Erfahrungen im Umgang mit jungen Menschen. Im Rahmen dieser Tätigkeit konnte der Autor sich ein Bild der Auswirkungen bildungspolitischer Entscheidungen auf die Entwicklung der jungen Menschen machen. Immer wieder auftretende Übergriffe auf homosexuell empfindende Menschen und die Debatte um den Bildungsplan in Baden-Württemberg motivierten ihn, sich der Thematik dieses Buches aus bildungswissenschaftlicher Sicht zu widmen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 134
    Erscheinungsdatum: 01.07.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958503137
    Verlag: Diplomica Verlag GmbH
    Größe: 833kBytes
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Homosexualität und Bildungsplan: (K)ein Weg in die Zukunft?

Textprobe: Kapitel 1, Einleitung in die Thematik: 'Unser Ziel ist es, dass die Schule zu einem von Vorurteilen und Diskriminierungen freien Raum wird' (Soldt, 2014). So äußerte sich Baden-Württembergs Kultusminister und SPD-Politiker Andreas Stoch in einem von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ) abgedruckten Zeitungsartikel vom April diesen Jahres. Es bleibt ein kühnes Ziel in Zeiten, in denen immer noch und wiederholt homophobe Äußerungen auf Schulhöfen, in Liedtexten, in diversen TV-Sendungen, in Büchern und Zeitschriften und auch an Stammtischen vernommen werden können. Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann wird in einem von der Zeitung 'Die Zeit' abgedruckten Interview zu der Frage, warum ein Fünftklässler wissen solle, was Transgender und Intersexuelle seien, folgendermaßen zitiert: 'Weil 'schwule Sau' auf dem Schulhof eines der beliebtesten Schimpfwörter geworden ist. Ich war selbst Lehrer und weiß: Niemand kann so hart und brutal wie Kinder sein, wenn jemand irgendwie 'anders gestrickt' ist. Die zivilisatorischen Hemmschwellen sind da noch nicht ausgeprägt. Wir können aber nicht zusehen, wie jemand diskriminiert wird' (Lau, 2014). Homophobie ist immer noch ein gesellschaftlich wahrnehmbares Phänomen in Deutschland und weltweit. Es reicht von Beleidigungen und Sprüchen mit derben Kraftausdrücken bis hin zu Handgreiflichkeiten und äußerst brutaler physischer Gewalt gegenüber homosexuell empfindenden Menschen. Die grün-rote Landesregierung des großen, im Südwesten der Bundesrepublik Deutschland gelegenen Bundeslandes plant für das Jahr 2015 die Umgestaltung und teilweise Neugestaltung der Bildungspläne. Die Lerninhalte und Lernziele werden auf der Basis der Kulturhoheit von der Bildungsplankommission des Landes entworfen und auf dem Verordnungsweg von dem Kultusministerium Baden Württembergs verbindlich vorgeschrieben. Dieses geplante Reformvorhaben und letztlich ein solcher Verwaltungsakt hätten sicherlich kaum ein solches breites öffentliches Interesse geweckt, wären in Baden-Württemberg nicht Tausende von verärgerten Bürgern demonstrierend auf die Straßen gegangen, um ihrem Unmut darüber Luft zu verschaffen. Vertreter von Kirchen und Medien sowie einige Politiker verschiedenster politischer Couleur wetterten in diversen TV-Talkshows, Zeitungsartikeln und veranstalteten Podiumsdiskussionen im gesamten Bundesgebiet über den geplanten Bildungsplan und die Aufnahme des Themas der sexuellen Vielfalt als Teil schulischer Arbeit in diesem Entwurf. Die geplante Reform des Bildungsplans entfachte eine breit geführte Kontroverse dahingehend, ob Schule als gesellschaftlicher Institution die Aufgabe einer Erziehung und einer Bildung auf sexuelle Vielfalt und schließlich auf Toleranz einer solchen hin überhaupt zukommt. Kritiker aus allen gesellschaftlichen Bereichen sind hier skeptisch und fürchten eine 'Frühsexualisierung' bzw. 'Indoktrination' (Reisinger, 2014) von Heranwachsenden. In dieser Untersuchung des Studiengangs B.A. Bildungswissenschaft soll der Frage nachgegangen werden, wie die Gesellschaft und ihr Subsystem Schule in Baden-Württemberg im Hinblick auf die Aufnahme des Themas der sexuellen Vielfalt in den Bildungsplan reagieren und ob die für 2015 geplante Bildungsplanreform damit einen Beitrag zum Abbau von homophoben Strömungen in der Gesellschaft leisten kann. Zunächst soll ein Blick auf die im Verlauf der weiteren Ausführungen wichtigen Begriffe wie sexuelle Vielfalt, Homosexualität und Homophobie geworfen werden. Des Weiteren werden die Begriffe Heteronormativität und Lehrplan bzw. Bildungsplan definiert. Nach den notwendigen Begriffsbestimmungen folgt eine Darstellung des Verlaufs der Kontroverse über die geplante Neugestaltung des baden-württembergischen Bildungsplans ab dem Jahr 2015 und die daraus resultierenden gesellschaftlichen Reaktionen in Baden-Württemberg und der gesamten Bundesrepublik Deutschland. Im vierten Kapitel dieser

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