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Punk - Eine Jugendkultur wird erwachsen Identität und Geschichte einer Subkultur nach drei Jahrzehnten von Becker, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.02.2014
  • Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
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Punk - Eine Jugendkultur wird erwachsen

Nach über dreißig Jahren sind viele Jugend- und Subkulturen verblasst - Punk jedoch ist nach wie vor präsent. Aus einer Innensicht der Szene werden in dieser Arbeit neben der historischen Entwicklung, dem Stil und der Musik dieser zum Lebenskonzept gereiften Jugendkultur ebenso ideologische Aspekte und sinnstiftende Merkmale vorgestellt. Zentralen Gesichtspunkten wie dem kreativen Anspruch des D.I.Y. (Do It Yourself) wird ebenso nachgegangen wie der oft nicht unproblematischen Interaktion mit der Presse und anderen Medien. So ausdifferenziert und facettenreich diese Szene sich von Funpunk bis Hardcore darstellt, zeichnet sich Punk als Bewegung doch durch seine bemerkenswerte Kontinuität aus und hat damit Einfluss bis in die Gegenwart.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 103
    Erscheinungsdatum: 01.02.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783943774825
    Verlag: Archiv der Jugendkulturen Verlag
    Größe: 1040kBytes
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Punk - Eine Jugendkultur wird erwachsen

2 Theoretische Ansätze in der Subkulturforschung

2.1 Was ist Subkultur?

Um Aussagen über subkulturelles Geschehen treffen zu können, muss man sich zunächst mit dem Subkultur-Begriff an sich auseinander setzen. Im Allgemeinen fällt es den meisten Menschen schwer, eine Erklärung oder gar eine aussagekräftige Definition für den Begriff "Subkultur" zu finden. Dick Hebdige, eine Ikone der Subkulturforschung, schrieb dazu: "Das Wort Subkultur steckt voller mysteriöser Bedeutungen. Es assoziiert Geheimnistuerei, Freimaurerschwüre, eine Unterwelt." (Hebdige 1983: 2). In der Forschung bezeichnet Subkultur ein kulturelles Gebilde, das innerhalb der gewohnten Gesamtgesellschaft als fremd oder exotisch erlebt wird. Die Subkultur sei ein Gegenentwurf zum Mainstream. Wenn Hebdige Kultur nun als "eine bestimmte Lebensweise" definiert, "die sich nicht nur in Kunst und Bildung, sondern auch in Institutionen und normalem Verhalten ausdrückt" (Hebdige 1983: 3), dann muss für die Subkultur gelten, dass sie sich im Gegensatz zur Gesamtkultur zum Ziel gesetzt hat, eine andere Lebensweise zu etablieren.

Die Definition des Subkultur-Begriffes ist insofern wichtig, da sie, wie noch gezeigt wird, eine wichtige Rolle im Selbstverständnis jeglicher Subkultur, aber besonders ausgeprägt in der Punk-Szene, einnimmt. Die Anhänger_innen definieren sich als Person zu einem großen Teil über die Zugehörigkeit zur Subkultur und die damit verbundenen Wertvorstellungen, die das subkulturelle Theoriegebäude vorgibt.
2.1.1 Abgrenzung zum Begriff "Jugendkultur"

In Autor_innenkreisen hat der Begriff "Jugendkultur" in den letzten beiden Jahrzehnten den der Subkultur abgelöst. Kritiker_innen des Begriffs "Subkultur" wie Dieter Baacke argumentieren, der Begriff an sich würde bedeuten, dass es sich um eine Kultur unter der Hoch- bzw. Gesamtkultur handele, was nicht zutreffend sei. Außerdem diene ein solcher Begriff lediglich der Stigmatisierung von gesamtgesellschaftlichen Teilsegmenten, was laut Baacke Gründe genug seien, alternative Begriffe anzuführen: "Jugendkulturen" oder "Jugendszenen" (vgl. Baacke 1993: 125ff). Grundsätzlich stimme ich Baacke zu, allerdings denke ich nicht, dass der Begriff ausschließlich negativ zu werten ist. Die Mitglieder der Punk-Subkultur verwenden diesen ebenfalls, neben anderen gängigen Bezeichnungen wie Szene oder Bewegung. Ein weiterer Grund, der wiederum für die Verwendung von Subkultur spricht, ist die eindeutige Assoziation von Jugendkulturen mit jugendlichen Akteur_innen. Zwar sind die Personen, die sich der Punk-Szene angehörig fühlen, noch immer zum größten Teil jugendlich, d. h. zwischen 14 und 25 Jahren alt, allerdings findet mit zunehmendem Alter der Bewegung auch eine Altersverschiebung unter deren Anhänger_innen statt. Viele Akteur_innen in der Punk-Szene haben nicht nur ihre Jugend, sondern auch ihre Adoleszenz bereits hinter sich gelassen, d. h. sind über dreißig oder auch zum Teil wesentlich älter. Die generationenübergreifende (und somit nicht ausschließlich aus Jugendlichen bestehende) Anhänger_innenschaft des Punk ist auch zunehmend ein Impuls für Veränderungen innerhalb der Szene. Dies darzustellen ist zentraler Gegenstand dieser Arbeit, weswegen ich im Folgenden nicht den Begriff "Jugendkulturen" verwenden werde, sondern anstatt dessen die Begriffe "Subkultur," "Szene" und "Bewegung" bevorzuge. Eine mögliche Alternative bietet Farin mit "Lebensstil"

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