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Soziale Arbeit interkulturell Theorien - Spannungsfelder - reflexive Praxis von Eppenstein, Thomas (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 21.05.2008
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
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Soziale Arbeit interkulturell

Das Buch führt in die komplexe Debatte um eine interkulturelle Ausrichtung Sozialer Arbeit ein. Problemstellungen aus der Praxis der Sozialen Arbeit werden sozialwissenschaftlich reflektiert und auf sozialpädagogische und erziehungswissenschaftliche Erkenntnisse der interkulturellen Bildung bezogen. Theoretische Grundlagen und Konzepte interkultureller Sozialer Arbeit werden mit Fragen professionellen sozialen Handelns konfrontiert. Neben der Diskussion um die Bedeutung unterscheidbarer Kulturverständnisse werden Maßstäbe für eine kultursensible Praxis und interkulturelle Kompetenz entwickelt. Aktuelle Entwicklungen in der Ausrichtung Sozialer Arbeit seit der Novellierung des ehemaligen Ausländergesetzes finden ebenso Berücksichtigung wie Herausforderungen im Kontext eines gesellschaftlichen Diskurses um den Umgang mit fundamentalistischen Strömungen sowie Aspekte marktförmiger Orientierung und Steuerung. Ein Serviceteil mit hilfreichen Adressen für Studium und Praxis rundet den Band ab.

Prof. Dr. Thomas Eppenstein lehrt Theorien Sozialer Arbeit und Erziehungswissenschaften an der Evangelischen Fachhochschule RWL in Bochum. Prof. Dr. Doron Kiesel lehrt Interkulturelle und Internationale Soziale Arbeit an der Fachhochschule Erfurt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 280
    Erscheinungsdatum: 21.05.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170295018
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 7824 kBytes
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Soziale Arbeit interkulturell

1 Einführung: Soziale Arbeit in interkultureller Orientierung im Spannungsfeld von Theorie und Praxis

"Wenn zwei dasselbe sagen, ist einer zuviel."

Russisches Sprichwort

Professionelle Interkulturelle Soziale Arbeit 1 will unter anderem ein Gegengewicht zur sozialen und ethnischen Segregation von Zuwanderern bilden, Migrationsrisiken abfedern, zur Bewältigung von Integrationsprozessen beitragen oder das 'interkulturelle' Zusammenleben fördern. Um solche Ziele - im Verständnis einer "Gerechtigkeitsprofession" - (vgl. Schrödter 2007) zu erreichen, bedarf es einer Sozialen Arbeit, die auf lebenswelt-hermeneutischen sensitiven Zugängen beruht und auf der Basis von sozialräumlich orientierten Konzepten entwickelt wird. Professionalität steht dabei für die spezifische Qualität einer solchen sozialpädagogischen Handlungspraxis, die eine Erhöhung von Handlungsoptionen, Chancenvervielfältigung und die Steigerung von Partizipations- und Zugangsmöglichkeiten auf Seiten der Adressaten Sozialer Arbeit zum Ziel hat. Hierzu zählen Einflussnahmen auf die soziale Infrastruktur und Sicherung der Regelversorgung der Migranten, Unterstützung von Migranteninitiativen, psychosoziale Beratung von Migranten und ihren Familien, sozialpädagogische Arbeit mit älteren Migranten, psychosoziale Beratung für Flüchtlinge, interkulturelle Jugendarbeit, Aufbau interkultureller Mediationsangebote zur Vermittlung im Falle ethnischkulturell begründeter Konflikte, Antidiskriminierungsarbeit oder die interkulturelle Qualifizierung auf institutioneller wie personaler Ebene. Die Professionalität interkulturellen sozialpädagogischen Handelns bewegt sich dabei im Spannungsfeld von 'Wissen', 'Können' und 'Reflexion', wodurch sie mit beruflichen Konzepten und Erfahrungen anderer Felder der Sozialen Arbeit vergleichbar ist.

Wenn in dem vorliegenden Band von Sozialer Arbeit in "interkultureller Orientierung" oder auch in "interkultureller Perspektive" gesprochen wird, und nicht einfach von einer "interkulturellen Sozialen Arbeit" die Rede ist, so hat dies zwei Gründe: Zum einen wollen wir bereits im Titel verdeutlichen, dass es bei der sogenannten "Interkulturellen Sozialen Arbeit" nicht allein um einen Teilbereich im Sinne ausgewiesener Arbeitsfelder handelt, sondern daneben und mit zunehmender Bedeutung um die Berücksichtigung "interkultureller" Aspekte in nahezu allen Arbeitsfeldern und Konzepten Sozialer Arbeit im Sinne eines Querschnittsthemas. Zum anderen soll mit dieser perspektivisch offenen Formulierung deutlich werden, dass hier zwar bestehende theoretische Grundlagen, Konzepte und Praktiken Sozialer Arbeit im interkulturellen Feld zu beschreiben und zu rekonstruieren sind, darüber hinaus freilich der Prozess interkultureller Qualifizierung im Kontext von Migrations- und Einwanderungstatsachen in der Bundesrepublik in vollem Gange und damit auf Zukunft gerichtet offen ist. So orientieren sich die folgenden Kapitel analytisch und empirisch gestützt an realen Migrationsfolgen als Teil der sozialen Wirklichkeit. Im Sinne einer auch normativ vertretbaren Orientierung sollen dieselben auf Migrationen und ihren Folgeerscheinungen beruhenden Tatsachen jedoch auch als Teil menschlicher Praxis verstanden werden, also die Innenperspektive der an interkulturellen Auseinandersetzungen beteiligten Menschen berücksichtigen.

Soziale Arbeit in interkultureller Orientierung ist somit eingebunden in die verallgemeinerbare Bestimmung aller Sozialen Arbeit im Horizont gelingenden Lebens. Damit sind die Gegenstandsbereiche einer theoretischen Auseinandersetzung mit der interkulturellen Orientierung angesprochen: Zum einen Befunde aus sozialwissenschaftlicher Perspektive, zum anderen hermeneutische, auf Erziehungswissenschaften, Philosophie oder Ethik verweisende Zugänge. Schließlich muss der inzwischen auch alltagssprachlich verbreitete Slogan von der "Interkulturalitä

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