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Umgangsrecht aus systemischer Sicht der Jugendhilfe. Eine quantitative Erhebung Eine quantitative Erhebung von Gerstner, Karin (eBook)

  • Verlag: Diplomica
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Umgangsrecht aus systemischer Sicht der Jugendhilfe. Eine quantitative Erhebung

Zu den Aufgaben der Mitarbeiter des Jugendamtes zählt u.a. die Beratung gemäß

17 und 18 KJHG in Fragen der Trennung/Scheidung und des Umgangsrechts. Bei der Beratung zum Umgangsrecht werden die Jugendamtsmitarbeiter mit unterschiedlichen Lebenslagen der betroffenen Eltern, Kinder und Jugendlichen konfrontiert.Anhand einer Aktenanalyse zum Umgangsrecht wird versucht, die Komplexität der Fälle darzustellen, um diese anschließend anhand der erhobenen Ergebnisse zu diskutieren und um damit der Frage näher zu kommen, warum es den Helfern in einigen Fällen nicht dauerhaft gelingt, trotz der vielfältigen Handlungsmöglichkeiten eine Umgangsregelung mit den Eltern, -unter der Berücksichtigung der Kindesinteressen-, zu erarbeiten.Psycho-soziale und erzieherische Aspekte sowie wirtschaftliche Faktoren spielen hierbei eine wesentliche Rolle.Neben der Beschreibung der rechtlichen Grundlagen zum Umgangsrecht werden die Aufgaben des Jugendamtes und des Familiengerichts, die unterschiedlichen Lebenslagen der Eltern und betroffenen Kinder und Jugendlichen, ausgewählte Regelungshilfen sowie das methodische Vorgehen bei der Aktenanalyse beschrieben.Die Darstellung des Methodenteils umfasst Bereiche wie Erstellung der Forschungsfragen und der Hypothese, Entwicklung des Erhebungsbogens, Pretest, Überarbeitung des Erhebungsbogens, Reliabilität, Validität, Auswahl und Definition der Variablen, Festlegung der Stichprobe, Erstellung der Datenmatrix, Eingabe und Auswertung der Daten, Anwendung statistischer Verfahren usw.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 138
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783836613507
    Verlag: Diplomica
    Größe: 1201 kBytes
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Umgangsrecht aus systemischer Sicht der Jugendhilfe. Eine quantitative Erhebung

Kapitel 3.1, Getrennt lebende oder geschiedene Eltern mit und ohne neuen Lebenspartner:Nach einer Trennung und Scheidung befinden sich die betroffenen Mütter und Väter in einem Statusübergang, was ihre wirtschaftliche und psycho-soziale Situation betrifft. Die Eltern sollten die verschiedenen Phasen des prozesshaften Trennungsgeschehens durchlaufen, wie die Ambivalenzphase, Trennungsphase, Scheidungsphase, Nachscheidungsphase und die Phase der Fähigkeit des Eingehens einer neuen Partnerschaft. Es sind hauptsächlich immer noch die Mütter, die ihre Kinder nach einer Trennung und Scheidung versorgen und ein Viertel dieser Frauen erhält keinen Kindesunterhalt.Bei der Empirischen Untersuchung des BMFSFJ, betreuten 95% aller befragten Mütter mindestens ein minderjähriges Kind nach der Scheidung. Dies traf nur auf 23 % der Väter zu.Getrennte Eltern, die bereits eine neue Partnerschaft eingegangen sind, haben häufig das Bestreben, wieder zu einer "normalen" Familie zu werden. Häufig wird in dieser Lebenssituation der Fehler begangen, dass der Umgang des Kindes/ der Kinder zum außen lebenden Elternteil eingeschränkt oder sogar unterbunden wird. Aber auch für den Elternteil, bei dem das Kind lebt, kann es schwer sei, den Umgang des Kindes mit dem außerhalb lebenden Elternteil und dessen neuen Lebenspartner zuzulassen.Gelingt den Eltern in dieser Umbruchphase ihres Lebens keine Kooperation im Sinne ihres Kindes, dann kann es im beiderseitigen Kontakt der Eltern zu Streitigkeiten oder sogar zu einem "Kampf ums Kind" kommen, was häufig mit sehr hohen Belastungen für alle Beteiligten verbunden ist.Was die Unterhaltszahlung für das Kind betrifft, wurde ein Zusammenhang zwischen gutem Kindeskontakt und gutem Zahlungsverhalten bzw. zwischen mangelndem Kontakt zum Kind und ausbleibenden Unterhaltszahlungen festgestellt. So kommen unterhaltspflichtige Väter ihren Zahlungen seltener nach, wenn kaum oder fast kein Umgangskontakt mehr zu ihrem Kind besteht. Trennungs- und Scheidungskinder: Kinder erleben eine Trennung und Scheidung der Eltern sehr unterschiedlich. Ihr Erleben und ihre Möglichkeiten der Trennungs- und Scheidungsbewältigung hängen vor allem mit ihrem Entwicklungsstand zusammen. Das Trennungs- und Scheidungsgeschehen wird nicht durch den Richterspruch beendet, sondern es ist ein belastendes Lebensereignis, welches eine Vorgeschichte hat und meist noch nach der Trennung und Scheidung nachwirkt.Trennung und Scheidung sind zunächst ein Ausdruck von Erwachsenenkonflikten, in welche die Kinder unfreiwillig hineingezogen und verwickelt werden. Für Kinder ist eine Trennung und Scheidung der Eltern zunächst immer mit vielfältigen und dramatischen Veränderungen verbunden, was zunächst Ängste beim Kind auslöst, auch wenn es während des Zusammenlebens der Eltern vernachlässigt, geschlagen, misshandelt oder sexuell missbraucht worden sein sollte.Auch werden die Kinder bei der Trennungsbewältigung mit den unterschiedlichen Phasen des Trennungs- und Scheidungsprozesses (Stadium der Unentschiedenheit/ Ambivalenzphase, Stadium der endgültigen Trennung/ Trennungsphase, Stadium der Anpassung an die Trennung/ Scheidungsphase, Stadium der Neudefinition der Familie und der psychischen Trennung/ Nachscheidungsphase) konfrontiert, in welchen sie unterschiedliche Ereignisse und Belastungen erleben und individuelle Reaktionen und notwendige Anpassungsleistungen erbringen müssen.Je nach Alter zeigen die Kinder die folgenden normalen Gefühlsqualitäten wie Trennungsangst, Protest, Trennungsschmerz und Verzweiflung, Anklammern, Gleichgültigkeit, aber auch wieder Annäherung an die Eltern und wieder gewonnene Stabilität des eigenen Selbst. Die Kinder spüren andererseits auch die seelische Erschütterung (Wut, Depression usw.) und Befindlichkeiten der Eltern und reagieren hierauf.Es kann gesagt werden, dass "je jünger ein Kind ist, desto hilfloser, verwirrter, beunruhigter und ängstlicher fühlt es sich". Vor allem anhalte

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