text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Verhaltensorientierte Soziale Arbeit Grundlagen, Methoden, Handlungsfelder

  • Erscheinungsdatum: 18.07.2013
  • Verlag: Kohlhammer Verlag
eBook (PDF)
25,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Verhaltensorientierte Soziale Arbeit

Der verhaltensorientierte Ansatz in der Sozialen Arbeit ist eine innovative Art des Umgangs mit sozialpädagogischen Fragestellungen und lässt sich auf alle Anwendungsbereiche übertragen. Im Zentrum stehen dabei die Anliegen und Probleme der Klienten. Sozialpädagogische Maßnahmen zur Reduktion von Problemlagen werden dabei als Lernprozesse verstanden, die sich auf empirisch abgesicherte Strategien und Methoden stützen. Das Buch macht als umfassendes Grundlagenwerk diesen (evidenzbasierten) neuen Ansatz zugänglich. Neben den grundlagen- und methodenbezogenen Aspekten steht vor allem die Umsetzung des verhaltensorientierten Ansatzes in den verschiedenen Feldern der Sozialen Arbeit im Zentrum.

Die Herausgeber lehren als Professoren im verhaltensorientierten Profil der Fakultät für Angewandte Sozialwissenschaften an der Hochschule für angewandte Wissenschaften Würzburg-Schweinfurt.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 266
    Erscheinungsdatum: 18.07.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783170240421
    Verlag: Kohlhammer Verlag
    Größe: 3524 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Verhaltensorientierte Soziale Arbeit

2 Wissenschaftstheoretische und verhaltenswissenschaftliche Grundlagen der Verhaltensorientierten Sozialen Arbeit

Christoph Bördlein

Wissenschaftstheorie, Verhaltenswissenschaft und Soziale Arbeit

Die Verhaltensorientierte Soziale Arbeit ist in erster Linie eine Evidenzbasierte Soziale Arbeit . Evidenzbasiertes Arbeiten ist das bewusste, explizite und abwägende Heranziehen des gegenwärtig besten Wissens bei Entscheidungen über den Umgang mit individuellen Klienten. Es bedeutet, die besten Forschungsergebnisse mit der fachlich fundierten Einschätzung der Situation und den Werten des Klienten zu vereinbaren.

Evidenzbasiertes Arbeiten impliziert, dass die theoretischen Annahmen und eingesetzten Methoden wissenschaftlich abgesichert sein sollen. Unter "wissenschaftlich abgesichertem" Arbeiten kann man jedoch vielerlei verstehen. Dieses Kapitel steckt den Rahmen ab, innerhalb dessen sich die Wissenschaft "Verhaltensorientierte Soziale Arbeit" bewegt und grenzt diesen Ansatz von anderen (z. B. eher geisteswissenschaftlich geprägten) Herangehensweisen ab. Zugleich stellt die Wissenschaftstheorie das Rüstzeug dar, mit dem die Praktikerin oder der Praktiker Behauptungen auf ihren Wahrheitsgehalt hin prüfen kann, um so Theorien und Methoden beurteilen zu können.

Aufgrund der Kürze kann in diesem Kapitel nur ein Abriss der für die Verhaltensorientierte Soziale Arbeit relevanten Wissenschaftstheorie gegeben werden. Das Gleiche gilt für den zweiten Teil des Kapitels. Hier werden die verhaltenswissenschaftlichen Grundlagen der Verhaltensorientierten Sozialen Arbeit kurz umrissen.
2.1 Fallibilismus

Der Ausgangspunkt dieser Einführung in die Wissenschaftstheorie ist der Umstand, dass alle Menschen immer wieder Dinge für wahr halten, die sich später als falsch erweisen. Dies ist das Prinzip des Fallibilismus : Etwas, das wir als wahr akzeptieren, kann sich jederzeit als falsch erweisen. Eine Letztbegründung, die ewigen Bestand hat, ist nicht möglich. Wir können aber danach streben, uns möglichst nicht zu täuschen, also die Wahrscheinlichkeit, dass wir uns täuschen, herabsetzen.

Der Begriff des Fallibilismus geht zurück auf den Philosophen Charles Sanders Peirce (1839–1914), wurde aber vor allem im Rahmen des Kritischen Rationalismus (Albert, 1991; Popper, 2005) nach Sir Karl Popper (1902–1994) vertreten und konsequent weitergedacht.

Der erste Schritt, um die Möglichkeit, sich zu täuschen, zu verringern, ist die Prüfung an der Realität. Dieses Prinzip ist nicht selbstverständlich und letztlich eine Errungenschaft der neuzeitlichen Wissenschaft. Man nennt das Prinzip der Bewährung von Aussagen an der beobachteten Natur auch Empirismus .

Jedoch hat die Prüfung an der Realität ihre Tücken. Nicht jeder empirische Beleg ist relevant und hilfreich. Will man beispielsweise die Vermutung prüfen, ein Kind werde von seinen Eltern misshandelt, ist die Aussage eines Nachbarn anders zu werten als der Befund eines Arztes oder die Zeugenschaft des Sozialpädagogen selbst. Auch bei einem empirischen Beleg können wir uns täuschen.
Quellen der Täuschbarkeit

Die Verhaltenswissenschaften konnten viele dieser Quellen der Täuschbarkeit genauer untersuchen. Dies betrifft unter anderem (vgl. Bördlein, 2002):

- Wahrnehmungstäuschungen : Unsere Sinne liefern kein getreues Abbild der Welt "da draußen".

- Erinnerungstäuschungen : Unsere Erinnerung ist kein

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen