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Zwischen Traum(a) und Realität. Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen von Mensch, Martin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.03.2017
  • Verlag: Studylab
eBook (ePUB)
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Zwischen Traum(a) und Realität. Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen

Nach verschiedenen Studien leiden 40 bis 50 Prozent aller Geflüchteten in Deutschland an einer Posttraumatischen Belastungsstörung (kurz: PTBS). Für viele Menschen in Deutschland ist schwer vorstellbar, wie es auf der Seele und dem Körper lastet, mitzuerleben, wie sich das eigene Land gegen einen stellt, wie Freunde, Familienangehörige und andere Menschen misshandelt, getötet oder zum Töten gezwungen werden. Wie es ist zu hungern, sein Zuhause zu Grunde gerichtet zu sehen, verfolgt zu werden und vor alledem zu fliehen, um schließlich mit einer anderen Kultur, einer anderen Sprache und anderen Werten konfrontiert zu werden. SozialarbeiterInnen versuchen traumatisierte Menschen in dieser Situation zu stabilisieren, indem eine innere und äußere Sicherheit aufgebaut wird. In diesem Buch soll daher die Frage beantwortet werden, ob und wie die Soziale Arbeit im Beratungskontext traumatisierte Flüchtlinge stabilisieren kann. Der Autor legt das Ausmaß der aktuellen Situation mithilfe von offiziellen Statistiken dar, erläutert die Lebensbedingungen von Flüchtlingen unter verschiedenen Gesichtspunkten und zeigt konkrete und praxisnahe Problematiken in der direkten Beratungsarbeit mit traumatisierten Flüchtlingen auf. Dabei wird auch die Frage diskutiert, inwieweit durch das deutsche Flüchtlingsrecht etwaige Traumaprozesse aufrechterhalten oder begünstigt werden. Aus dieser Betrachtung können sich konkrete Aufgaben der Beratung ableiten. Aus dem Inhalt: - Flüchtlinge; - Trauma; - Stabilisierung; - Sozialarbeit; - Beratung; - Posttraumatische Belastungsstörung

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 89
    Erscheinungsdatum: 09.03.2017
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783668413696
    Verlag: Studylab
    Größe: 620kBytes
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Zwischen Traum(a) und Realität. Möglichkeiten und Herausforderungen der Sozialen Arbeit mit traumatisierten Flüchtlingen

1 Flüchtlinge und Flüchtlingsschutz

1.1 Begriffsdefinition und -geschichte

Flucht ist zuallererst eine Form von Zwangsmigration, die sich, anders als bei der freiwilligen Migration, durch eine genötigte Aufgabe des derzeitigen Lebensmittelpunktes auszeichnet [2] . Vor dem Hintergrund der Flüchtlingsbewegungen während und nach dem zweiten Weltkrieg (rund 30 Millionen Flüchtlinge und Vertriebene in Europa), wurden verschiedene internationale Abkommen getroffen und auf nationaler Ebene Gesetze erlassen, die Schutz auf Asyl gewährleisten [3] .

Ohne den Begriff des Flüchtlings zu nutzen, wurde 1948 durch die Verabschiedung der Allgemeine Erklärung der Menschenrechte jedem verfolgten Menschen Recht auf Asyl zugesprochen: "Jeder hat das Recht, in anderen Ländern vor Verfolgung Asyl zu suchen und zu genießen" [4] . Zudem gewährleistet der
16a Abs. 1 des Grundgesetzes (kurz: GG) politisch Verfolgten seit 1949 einen erstmals einklagbaren Rechtsanspruch auf Asyl in der Bundesrepublik Deutschland [5] . Die Genfer-Flüchtings-Konvention (kurz: GFK) definierte erstmals völkerrechtlich verbindlich Flüchtlinge als Menschen, die ihr Herkunftsland "aus der begründeten Furcht vor Verfolgung wegen ihrer Rasse, Religion, Nationalität, Zugehörigkeit zu einer bestimmten sozialen Gruppe oder wegen ihrer politischen Überzeugung" [6] verlassen mussten und Schutz in anderen Ländern suchen. Die GFK wurde im Juli 1951 von Delegierten der Vereinten Nationen verabschiedet und galt vorerst nur für europäische Opfer von Verfolgung vor 1951 [7] . Erst 1967 wurden diese zeitlichen und räumlichen Beschränkungen durch das New Yorker Protokoll aufgehoben [8] . Laut dem Bundesamt für Migration und Flüchtlinge (kurz: BAMF) sind der GFK bis heute 148 Staaten beigetreten (darunter Deutschland) und konnte seit der Verabschiedung zum Schutz von über 50 Millionen Menschen mitwirken, welches die GFK und das dazugehörige Protokoll zu "zentrale[n] Instrumente[n] für den internationalen Flüchtlingsschutz" [9] werden ließ [10] . Die Definition der GFK findet ihren Niederschlag auch im aktuellen deutschen Asylgesetz (kurz: AsylG), nach welchem einem Ausländer die Flüchtlingseigenschaft im Sinne der GFK zugesprochen werden kann [11] . Ein individueller Schutzanspruch leitet sich aus dem sogenannten Non-Refoulment-Gebot ab, nach dem ein Geflüchteter von keinem der vertragschließenden Staaten in einen Staat ausgewiesen oder zurückgewiesen werden darf, in dem sein Leben oder seine Freiheit aufgrund der oben genannten Merkmale bedroht ist [12] . Dieses Gebot schützt Geflüchtete nicht erst beim Erreichen der Zielländer, sondern auch vor einer Zurückweisung an der Grenze [13] .

In der (Rechts-) Literatur wird zwischen Asylsuchende, Asylberechtigte, anerkannte Flüchtlinge, geduldete Flüchtlinge und subsidiär Schutzberechtigten unterschieden. Da für die Beratung mit traumatisierten Flüchtlingen eine Unterscheidung (meist) nicht notwendig bzw. förderlich ist, wird in der vorliegenden Arbeit weitestgehend auf eine Differenzierung verzichtet und unter den Begriff des ''Flüchtlings'' bzw. ''Geflüchteten'' subsumiert, wenngleich verstärkt auf die besonderen Lebensbedingungen der Asylsuchenden eingegangen wird.

1.2 Aktuelle Entwicklung in Deutschland

Weltweit hat die Anzahl an Flüchtlingen stark zugenommen, das zeigen uns nicht nur die Medien jeden Tag, sondern auch die offiziellen Zahlen: Nach einer Schätzung der Vereinten Nationen waren im Jahr 2013 weltweit 51,2 Mio. Menschen auf der Flucht. Im Jahr 2015 waren es schon über 60 Mio. Menschen, wobei als neuer Prozess benannt werden kann, dass a

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