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75 Jahre in Ellerau - Eine Lebensgeschichte Teil 1 von Wähling, Hans (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 31.08.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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75 Jahre in Ellerau - Eine Lebensgeschichte

Dieses Buch handelt von der Lebensgeschichte von Herrn Hans Wähling. Er hat sein ganzes Leben in Ellerau verbracht und hat viel erlebt. Und damit Hans Wähling in seinen Geschichten weiterlebt, wird das Buch nun von seinen Kindern veröffentlicht.

Informationen zum Autor: geboren am 06.09.1930 in Ellerau geheiratet im Jahr 1955 5 erwachsene Kinder verstorben am 12.07.2016 in Henstedt-Ulzburg

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 184
    Erscheinungsdatum: 31.08.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741270420
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 292kBytes
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75 Jahre in Ellerau - Eine Lebensgeschichte

Als ich am 06.09.1930 zur Welt kam, war es sicher ein freudiges Ereignis in der Familie: Der Stammhalter war da. Für meine Mutter galt auch, dass sie nun ihre Pflicht getan hatte. Den nun war außer den beiden Töchtern der Sohn da und es bestand kein Anlass mehr, noch mehr Kinder zu haben.

Die Freude meiner Schwestern bekam wohl bald einen Dämpfer wie es hieß: Passt mal auf euren Bruder auf!

Doch vor 60 Jahren, als mein Großvater am 14.11.1870 auf die Welt kam, war die Freude wohl noch größer. Sein Vater war damals 61 und seine Mutter schon 43. Da war es wohl richtiges Glück, noch einen Stammhalter zu bekommen. Bei der Geburt meines Urgroßvaters 1809 war es wohl nichts Besonders, denn immerhin waren sie 11 Kinder. Nur der Nachname wurde noch mit einem e (Wehling) geschrieben. Erst später wurde daraus ein ä (Wähling). 1930 war gar nicht mal so eine schöne Zeit. Die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise waren im Keller. Die meisten Bauern hatten Schulden. Es gab 6 Millionen Arbeitslose. Aber mein Vater hatte das Glück, dass er nie arbeitslos war. So war mein Hauptaufenthaltsort erst einmal der Kinderwagen, den mein Großvater 1898 für seine Söhne gekauft hatte. Er hatte noch recht hohe Räder und entsprechend hoch war der Behälter, in dem ich lag. Für die Mutter war es praktisch, denn sie brauchte sich kaum zu bücken, wenn sie mich stillen oder die Windeln wechseln wollte.

Aber als ich erstmal stehen konnte, wurde der Wagen gefährlich für mich, wenn ich doch mal rausfiel. So kam der Kinderwagen auf den Boden unter das Dach und es wurde ein Kinderbett hergeholt, in dem mein Vater und seine Brüder schon geschlafen hatten. Für dieses Bett gab es gerade noch einen Platz vor dem Fenster. So war der Schlafraum meiner Eltern gerammelt voll. Quer vor dem Ehebett der Eltern stand noch ein schmales Eisenbett, wo eine meiner Schwestern schlief. Und an diesem Kinderbett habe ich meine älteste Erinnerung.

Eines von den Seitenteilen war abgeplatzt. Um es zu reparieren, hatte man dort einen dünnen Blechstreifen aufgenagelt. Eines morgens da war ich eben wachgeworden, da fummelte ich schon an dem Blechstreifen herum. Jedenfalls schnitt ich mich daran und es fing an zu bluten und ich fing an zu heulen. Gleich darauf kam meine Mutter und holte mich aus dem Bett raus und schimpfte auf das "eische" Bett. Der blutende Finger bekam einen Verband. Das Bett wurde bald darauf wieder auf den Boden verfrachtet und nun hieß es bei irgendjemandem zu schlafen. 7 Personen und 5 Betten. So einfach war das gar nicht. So saß ich meist bei jemanden auf den Schoß, wenn die Zeit nahte, dass ich zu Bett musste und sang: "Einer wie wie de lütt Hans de schlöpt bi mie, nee datt wöllt wie anners maken lütt Hans sall bi??? schlopen!"

Und so schlief ich bei allen mal. Aber hauptsächlich bei meiner Mutter oder bei meinem Großvater.

Das Bett meiner Schwestern war reichlich schmal und mein Vater schwitzte stark und wühlte auch sehr genau wie meine Oma. Die Schlafkammer der Großeltern erlaubte gar nicht, wegen ihrer Größe und Anordnung, dass die Betten nebeneinander standen. Sie waren auch fest im Zimmer eingebaut, wie es wohl 1887 noch üblich war, als das Haus gebaut wurde. Es bestand nur aus einem Seitenteil und einem Fußteil. Zu den beiden anderen Teilen diente eine Zimmerecke. Der Bettkasten war einfach mit Brettern ausgelegt, darauf kam dann eine Schicht Roggenstroh. Das Stroh wurde zweimal im Jahr erneuert. Im Winter war es besonders kalt im Schlafzimmer der Eltern, das sich auf den Boden befand und nicht sonderlich gut isoliert war. Da schlief ich gern bei meinem Großvater in dessen Schlafraum, der direkt an der geheizten Wohnstube lag. Meistens schlief ich wohl schon, wenn Opa ins Bett ging, der fast immer der letzte war und die Petroleumlampe löschte. Mit unter war ich auch noch wach, aber das merkte er nicht. Ich merkte aber, dass er sich davon überzeugte, dass ich ordentlich zugedeckt war. Gelegentlich kam

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