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An l nur in der Hochzeitsnacht Eine Huren-Biografie von Amar, Yarisha (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 07.07.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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An l nur in der Hochzeitsnacht

"Betrachtet man den Job und die Branche von innen, also ganz nüchtern und ohne all den Glitzer und die Sünde, ohne Rotlicht und billigen Schaumwein aus pompösen Kristallgläsern, sieht man eine Menge Gesellschaftsverlierer und Trümmerfrauen, die mit letzter Kraft das Beste aus ihrer Situation zu erschaffen versuchen. Der Aufenthaltsraum einer Damen-WG wie jener, die sich als erotisches Massagestudio ausgab, gleicht der Garderobe eines Theaters. Die Mädchen darin sind allesamt Schauspielerinnen, die Zimmer ihre Bühne und die Gäste Zuschauer aus erster Reihe, die ein halbes Vermögen dafür bezahlt haben, scheinbar spontan als Statisten mit einbezogen zu werden. Leider ernten diese Art Schauspielerinnen etwas andere Standing Ovations, als man sie vor den großen Bühnen der Welt erlebt. Und wenn der Vorhang fällt, spuckt die Gesellschaft auf sie herab..." Eine aufklärende, feministische und schonungslos ehrliche Biografie, die das Geschäft mit der käuflichen Lust und die Doppelmoral der Gesellschaft aus kritischer Perspektive beleuchtet, das Rollenverhalten der Geschlechter hinterfragt und ein klares Bild von Geldgier, Verzweiflung und Missbrauch in Prostitution und Patriarchat zeichnet.

Yarisha Amar ist gebürtige Hamburgerin und als Künstlerin, Model und psychologische Beraterin tätig. Im Zentrum ihres Interesses steht die Auseinandersetzung mit Sexualität und Geschlechterrollen sowie das experimentelle Erproben alternativer Liebeskonzepte in einer opportunistisch konditionierten Gesellschaft. Ihre Erkenntnisse verarbeitete sie in einer Autobiografie.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 07.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741258374
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 900kBytes
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An l nur in der Hochzeitsnacht

Was Männer wollen

Was wollen Männer eigentlich? Diese Frage habe ich mir oft gestellt. Einen ersten Eindruck bekam ich nicht etwa durch meine sexuellen Erfahrungen in Beziehungen, denn sonderbarerweise stellten sich einige Herren der Schöpfung gerade dort ziemlich prüde an. Mein erster Freund, ein sexsüchtiger Narzisst, sammelte heimlich Amateurpornos und Höschen seiner Gespielinnen, geilte sich an Annoncen in Sexzeitschriften auf, die er mit einem Textmarker anstrich, immer wieder las und für sich noch einmal handschriftlich abschrieb. Er war überdies ein notorischer Fremdgänger, und als ich lange nach der Trennung von all seinen daran anschließenden Eskapaden erfuhr, realisierte ich, dass er neben getragener Wäsche und Pornografie scheinbar ein ebenso begeisterter Sammler diverser Geschlechtskrankheiten war. Glücklicherweise hatte mich die Vernunft davor bewahrt, ein Souvenir aus der Beziehung mitzunehmen. Ich hatte im Sexualkundeunterricht also ganz offenbar nicht grundlos aufmerksam zugehört. Trotz all der Absonderlichkeiten beschlich mich nicht die leiseste Ahnung davon, was er sich von der krankhaften Fantasterei und Sammelleidenschaft versprach. Im realen Bett zumindest, jenseits vom Jagen und Sammeln, war er ein absolut unspektakulärer Rammler - abgesehen vom eigenen Vergnügen, das er in der Quantität des Erlebens suchte, in keinster Weise interessiert daran, seiner Partnerin Lust zu bereiten. Als man sein abweichendes Sexualverhalten symptomatisch einer Persönlichkeitsstörung zuordnen konnte, hatte ich es bereits für grausame Normalität gehalten. Immerhin kannte ich es nur so. Kurz nach unserer Trennung heiratete er dann ein deutlich jüngeres Mädchen, und eines der prägnantesten Details, die ich aus dieser Verbindung erfuhr, war sein flotter Dreier mit der Braut und dem Trauzeugen. Das allein war schon recht amüsant, zumal ich derlei Gerüchte über jeden anderen Ex-Partner wohl gründlich hinterfragt hätte. Noch viel mehr belustigte mich allerdings, als ich Jahre später erfuhr, dass die infolge seiner Diagnose verschriebenen Medikamente bei ihm Erektionsstörungen hervorriefen. Diese Nebenwirkung bewahrte zumindest meine Nachfolgerinnen vor ständiger Penetration. Karma eben. Was ein Sonderfall wie er tatsächlich wollte - von mir oder all den anderen - blieb mir ein Rätsel. Allerdings gehe ich schwer davon aus, dass es zumindest heutzutage eine richtig harte und funktionsfähige Erektion sein dürfte.

Was Männer im Generellen wollen, erfuhr ich durch die Fotografie. Und durch Telefonsex.

Noch weit vor der Volljährigkeit hatte meine damals beste Freundin in der nächtlichen Fernsehwerbung eine unterhaltsame Freizeitbeschäftigung entdeckt. Wir sind auf dem Land groß geworden und hatten nicht viele Möglichkeiten, uns zu amüsieren. Alles, was der Ort an Attraktionen zu bieten hatte, war ein Spielplatz und eine wuchtige, gelb-schwarze Telefonzelle mit eingeschlagenen Scheiben. Großflächig verfügbares Internet war noch Zukunftsmusik; doch glücklicherweise standen die Neunziger ganz im Zeichen des Telefon-Dating. Das Prinzip war so einfach wie genial: Ihren Gewinn erwirtschafteten die Hotlines ausschließlich über zahlungswillige Männer, die horrende Telefongebühren zu opfern bereit waren, nur um mit einer fremden Frau reden zu können. Die fremden Frauen wiederum konnten sich gebührenfrei einwählen. Einzige Bedingung: Volljährigkeit. Doch wie sollte man diese mit Sicherheit bestimmen? Damals entschied man sich für eine Kombination aus Angabe des Geburtsdatums und Spracherkennung. Ein Verfahren, das für uns Mädchen leicht zu manipulieren war. Wir verstellten einfach unsere Stimmen, nannten selbstverständlich falsche Vornamen und gingen drei Jahre von unserem Geburtsjahr ausgehend zurück. Schon waren wir volljährig, anonym in der Leitung und konnten beginnen, uns mit Männern zu unterhalten. Hin und wieder trennte zwar ein "Operator" die Verbindung,

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