text.skipToContent text.skipToNavigation

Chili im Blut Mein Tanz durchs Leben. von Mabuse, Motsi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 16.09.2014
  • Verlag: Bastei Lübbe
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Chili im Blut

Als Motsi Mabuse 2007 zum ersten Mal das Tanzparkett von 'Let's Dance' stürmte, hatte sie bereits einen langen Weg zurückgelegt. Die Liebe zu ihrem Mann führte die aus Südafrika stammende Profitänzerin nach Deutschland, und die Liebe zum Tanz brachte sie an die Spitze der Weltrangliste im Latein Standard. Ob als Tänzerin oder als Jurymitglied bei 'Let's Dance' und 'Das Supertalent', überall fliegen ihr die Herzen zu. Und das kommt nicht von ungefähr, schließlich überzeugt das Energiebündel durch Charme, Schönheit und Showtalent. Nun erzählt sie von den wichtigsten Schritten in ihrem Leben und erklärt, wie man immer im richtigen Takt bleibt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 255
    Erscheinungsdatum: 16.09.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783838756257
    Verlag: Bastei Lübbe
    Größe: 8973kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Chili im Blut

1

Ein rosafarbenes Zimmer, Mama-Kind und Aerobic mit Jane Fonda

Meinen Geburtsort kennt wirklich nicht jeder, sein Name ist Kraalhoek. Er befindet sich im heutigen Südafrika. Damals, als ich geboren wurde, 1981 , war er noch Teil von Bophuthatswana, einem unabhängigen Homeland nahe der Grenze zu Botswana. 1994 wurde das Gebiet wieder Südafrika eingegliedert, nachdem die Weißen ihren Widerstand aufgegeben hatten. Also nach dem Ende der Apartheid. Aber auch Südafrikaner, die man nach Kraalhoek fragt, schütteln nur mit dem Kopf. "Wo soll das denn sein?"

Genau das war auch meine Frage, als ich anfing, mich mehr mit meinen Wurzeln zu beschäftigen. Doch da lebte ich längst nicht mehr in meiner Heimat, sondern hatte eine neue in Deutschland gefunden. Natürlich hatte ich eine ungefähre Vorstellung davon, wo ich zur Welt gekommen bin, aber da meine Eltern nicht lange dortblieben, habe ich keine Erinnerungen an Kraalhoek. Wozu gibt es das Internet, dachte ich, sicher existieren im Netz Fotos von dem Dorf, in dem ich meinen ersten Schrei tat und krabbeln und laufen lernte. Und wenn nicht von dem Dorf, dann zumindest von der Gegend.

Ich nahm mein Smartphone zur Hand, googelte nach dem Ort Kraalhoek und fand – nichts. Also, ich fand schon einige Bilder, aber es gab auf ihnen nicht wirklich etwas zu sehen: Wüste und immer nur Wüste, gleich welche Aufnahme ich genauer betrachtete. Hmm. Interessant war etwas anderes. Je länger ich auf dieses Nichts starrte, desto mehr beschlich mich ein seltsames Gefühl. Schließlich dachte ich: Schau dir das an, Motsi, da kommst du her, und nun guck dich um, wo du jetzt bist! Meine Augen schweiften durch die Wohnung, über die weißen modernen Möbel, meinen nicht minder weißen deutschen Mann Timo, der gerade Leberkäse (ein Lieblingsgericht von mir!) von unserem Metzger geholt hatte, Fotos von unseren Tanzwettbewerben an der Wand, Pokale von den Deutschen Meisterschaften im Regal! Doch wo war Afrika? In keiner Ecke stand ein afrikanischer Flechtkorb, nirgendwo lag ein bunter Teppich, an keiner Wand eine Maske, ich hatte nicht einmal eine Tasche aus Kronkorken, die überall in Südafrika angeboten werden. Perfektes Recycling, nur nicht bei uns in Aschaffenburg. Halt! Etwas verband mich schon mit dem Land meiner Geburt, nämlich die Bilder von Dudu und Peter Mabuse, meinen Eltern, von meinen Schwestern Phemelo und Otlile. Immerhin. Aber ansonsten konnte man nicht gerade von einer großen Connection sprechen. Im Grunde genommen gab es überhaupt keine.

"Schau doch mal auf einer Karte nach Kraalhoek", sagte Timo, der meine Irritation mitbekommen hatte.

"Und warum?", fragte ich.

"Vielleicht kannst du dich so besser verorten."

Na gut, wenn mein Mann davon überzeugt war, dann wollte ich ihm diesen Gefallen tun. Ich rief eine Weltkarte auf, und als hätte Timo es geahnt, entdeckte ich dann doch etwas Erstaunliches, etwas, was mich schließlich beruhigte.

"Südafrika liegt fast genau unterhalb von Deutschland", sagte ich. "Also auf einer senkrechten Linie."

"Gibt es nicht doch die eine oder andere Erinnerung an Kraalhoek?", fragte Timo weiter.

"Dudu hat immer nur gesagt: "Da bist du geboren"."

Ich blickte aus dem Fenster, versuchte die Fetzen in meinem Kopf zusammenzutragen. Das, was man mir als kleines Mädchen erzählt hatte, war versunken in den Tiefen meines Gedächtnisses. Es war Schwerstarbeit, das wieder zutage zu fördern, jedes neunstündige Tanztraining absolvierte ich dagegen mit Leichtigkeit.

"Bist du in einem Krankenhaus geboren? Gab es dort überhaupt eine Kl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen

    ALDI life eBooks: Die perfekte App zum Lesen von eBooks.

    Hier finden Sie alle Ihre eBooks und viele praktische Lesefunktionen.