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Der Fall Thomas Quick Die Erschaffung eines Serienkillers von Råstam, Hannes (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 26.08.2013
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
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Der Fall Thomas Quick

Die wahre Geschichte eines unfassbaren Verbrechens Thomas Quick ist das schlimmste Monster der schwedischen Geschichte - ein Serienkiller, Vergewaltiger, Sadist und Kannibale. So jedenfalls das Bild, das die Medien von ihm erschufen. In den Jahren zwischen 1992 und 2001 gesteht Thomas Quick dreißig Morde und wird für acht davon verurteilt. Nachdem immer wieder Zweifel an der tatsächlichen Schuld von Thomas Quick aufkommen, beginnt der bekannte Enthüllungsjournalist Hannes Råstam mit der Recherche. Das Ergebnis seiner Arbeit schlägt ein wie eine Bombe. Thomas Quick kann die Morde nicht begangen haben. Es gibt keinen haltbaren technischen Beweis. Thomas Quick ist unschuldig. Hannes Råstam (1955-2012) arbeitete als investigativer Journalist für den Sender SVT (Swedish Public Broadcasting) und produzierte über 15 Jahre einige der wichtigsten Dokumentarfilme über das schwedische Rechtssystem und Polizeiarbeit. Für seine Arbeit wurde er vielfach ausgezeichnet, unter anderem fünfmal mit dem Golden Spade (verliehen von der Organization of Investigative Journalists) und zweimal dem Great Journalist Award. Während der Schlussredaktion an seinem ersten Buch erlag Råstam einem Krebsleiden.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 560
    Erscheinungsdatum: 26.08.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641113735
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Fallet Thomas Quick
    Größe: 1084 kBytes
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Der Fall Thomas Quick

Der Säter-Mann

Die haarsträubende Nachricht wurde von den Medien überbracht. Wie immer. Der Reporter vom Expressen hatte es eilig und kam gleich zur Sache:

"Unten in Falun hockt ein Kerl, der den Mord an Ihrem Sohn Johan gestanden hat. Was können Sie dazu sagen?"

Anna-Clara Asplund stand in Hut und Mantel in der Diele, die Hausschlüssel in der Hand, und war gerade von der Arbeit nach Hause gekommen. Schon beim Eintreten hatte sie das Telefon klingeln hören.

"Ich bin etwas in Eile", erklärte der Journalist. "Morgen wird mein Leistenbruch operiert, und ich muss den Artikel noch fertig machen."

Anna-Clara Asplund hatte keine Ahnung, wovon er sprach. Aber sie begriff, dass die offenen Wunden wieder aufreißen würden, und dass an jenem Montag, dem 8. März 1993, ihr Albtraum noch mal von vorn beginnen würde. Ein 42-jähriger Patient der Rechtspsychiatrischen Klinik Säter hatte den Mord an ihrem Sohn gestanden, berichtete der Journalist. "Ich habe Johan getötet", habe der Mann gesagt. Anna-Clara fragte sich, warum die Polizei dies dem Expressen , aber noch nicht ihr mitgeteilt hatte.

Am 7. November 1980 stiegen Björn und Anna-Clara Asplund in die Hölle hinab. Es war ein ganz normaler Freitag. Es ist immer ein ganz normaler Tag, an dem so etwas passiert. Anna-Clara machte für ihren elfjährigen Sohn Johan Frühstück, bevor sie sich von ihm verabschiedete und zur Arbeit ging. Als ihr Sohn gegen 8.00 Uhr das Haus verließ, hatte er etwa 300 Meter bis zur Schule vor sich. Doch er kam nie dort an und blieb seitdem spurlos verschwunden.

Noch am selben Tag startete die Polizei eine umfassende Suchaktion mit Hubschraubern, Wärmebildkameras und Suchmannschaften, jedoch ohne eine Spur von dem Jungen zu finden. Der "Fall Johan" wurde zu einem der großen Kriminalrätsel Schwedens. Die Eltern meldeten sich in zahllosen Interviews, Reportagen und Talkrunden zu Wort. Immer wieder erzählten sie, wie es ist, sein einziges Kind zu verlieren, nicht zu wissen, was passiert ist, kein Grab zu haben, zu dem man gehen kann. Es half alles nichts.

Anna-Clara und Björn Asplund hatten sich getrennt, als Johan drei Jahre alt war, aber sie hatten ein gutes Verhältnis, waren sich gegenseitig eine Stütze auf der Golgathawanderung nach Johans Verschwinden und halfen einander bei den trostlosen Gesprächen mit Journalisten und Vertretern der Justiz.

Beide waren frühzeitig davon überzeugt, dass Johan von Anna-Claras ehemaligem Lebensgefährten entführt worden war. Unglückliche Liebe und übertriebene Eifersucht waren das angebliche Motiv, irgendetwas war aus dem Ruder gelaufen.

Der ehemalige Lebensgefährte gab an, er habe an jenem verhängnisvollen Morgen zu Hause im Bett gelegen und bis 9.00 Uhr geschlafen. Aber Zeugen hatten ihn um 7.15 Uhr das Haus verlassen sehen. Andere Zeugen hatten gegen 8.00 Uhr sein Auto vor Asplunds Haus gesehen. Seine Freunde und Arbeitskollegen sagten aus, dass er sich merkwürdig benommen habe, seit Johan verschwunden war. Selbst sein bester Freund teilte der Polizei mit, er sei überzeugt, sein Kumpel habe Johan mitgenommen. Im Beisein zweier Zeugen sagte Björn Asplund zu Anna-Claras früherem Lebensgefährten: "Du bist ein einfältiger Mörder, du hast meinen Sohn umgebracht, aber damit kommst du nicht davon. Ich werde jedem, den ich treffe, erzählen, dass du Johan getötet hast."

Dass der Mann gegen solche Anschuldigungen nicht protestierte oder Björn Asplund wegen Verleumdung anzeigte, wurde von den Eltern als weiterer Hinweis für seine Schuld gedeutet. Es gab also Indizien, Zeugen und ein Motiv, aber keine sicheren Beweise.

Vier Jahre nach Johans Verschwinden beauftragte das Elternpaar Asplund den Rechtsanwalt Pelle Svensson, sich der An

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