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Dr. Nils Jent Ein Leben am Limit von Koller, Röbi (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Wörterseh Verlag
eBook (ePUB)
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Dr. Nils Jent

Nils Jent (49) überlebte mit achtzehn Jahren einen Motorradunfall. Als er aus dem Koma erwachte, konnte er sich nicht bewegen, war blind geworden und hatte seine Sprechfähigkeit verloren. Schritt für Schritt kämpfte er sich ins Leben zurück. Trotz seiner Behinderung lernte er nicht nur weitgehend selbständig zu leben, sondern studierte an der Hochschule St. Gallen Betriebswirtschaft. In seiner Doktorarbeit erbrachte er den wissenschaftlichen Beweis, dass die Zusammenarbeit von Behinderten und Nichtbehinderten nicht nur soziale, sondern auch wirtschaftliche Vorteile bringt. Heute gehört er dem Team des Center for Disability and Integration (CDI) der Universität St. Gallen an. Seinen größten Erfolg sieht er darin, dass er nie aufgegeben hat. Eine Erfolgsgeschichte, die ihresgleichen sucht.

Röbi Koller, geb. 1957, begann seine Medienkarriere beim Piratensender Radio 24, wechselte dann zu DRS 3 und zum Schweizer Fernsehen. In seiner früheren Fernsehsendung 'Quer' sowie in diversen anderen Projekten hatte Röbi Koller wiederholt mit Menschen mit Behinderung zu tun. Der Dialog und die Arbeit mit ihnen erlebte er stets als große Bereicherung. Als die Idee an ihn herangetragen wurde, über den schwer behinderten Nils Jent ein Buch zu schreiben, ahnte er, was für eine Herausforderung auf ihn wartete. Trotzdem - oder gerade deswegen - sagte er zu. Röbi Koller ist verheiratet und lebt in Zürich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037635032
    Verlag: Wörterseh Verlag
    Größe: 10932 kBytes
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Dr. Nils Jent

Jenseits vom Jenseits

Das ist die Geschichte eines Menschen, dessen Kraft man mit Worten eigentlich nicht beschreiben kann. Man müsste, um ihm gerecht zu werden, eine neue Kategorie von Superlativen erfinden. Es ist die Geschichte eines Totgeglaubten, der wieder und wieder beweisen musste, dass er nicht nur überlebt hat, sondern dass mit ihm zu rechnen ist.

Ich möchte in diesem Buch das Leben des Nils Jent, Doktor der Ökonomie an der Hochschule St. Gallen, der seit einem schweren Motorradunfall im Jahre 1980 gelähmt, blind und sprechbehindert ist, erzählen. Weil seine Biografie vor mehr als dreißig Jahren nicht nur eine schockierende Wendung nahm, sondern auch höchst erfreuliche, erstaunliche und verblüffende Folgen hatte. Dass dieser Mann aus dem Jenseits, in welchem er sich nach dem Unfall vorübergehend befand, zurückkommen konnte, hat mit etwas zu tun, was bis anhin jenseits meiner Vorstellungskraft lag. Ich spürte, als ich Nils Jent kennen lernte, sofort, dass ich mich auf ihn einlassen und dafür sorgen wollte, dass mehr Menschen von ihm erfahren. Länge, Breite und Höhe definieren die Plastizität eines Körpers. Die Räumlichkeit bedingt drei Dimensionen, an diesem physikalischen Gesetz habe ich mich orientiert und deshalb drei Blickwinkel gewählt, aus welchen diese Geschichte erzählt werden soll.

Ein erster Blickwinkel ist der seiner Mutter Hélène Jent. Sie hat nach dem Unfall anfänglich täglich, später in größeren Zeitabständen minutiös Protokoll geführt über die kleinen und kleinsten Schritte, die ihr Sohn auf dem Weg der Besserung machte. Meist waren es Fortschritte. Aber es ist auch von Rückschlägen die Rede, von Enttäuschungen, Wut, Trauer, Unverständnis und vom ständigen Kampf für ein lebenswertes Leben. Die Mutter hat in ihren Tagebüchern tausend Fragen gestellt, auf die sie zum Teil bis heute keine Antworten gefunden hat.

Der zweite Blickwinkel ist der von Nils Jent. In den Spiegel schauen kann er nicht. Trotzdem hat er eine klare Sicht auf sein Leben und seine Leistungen. Wenn Jent über Jent spricht, nimmt er es sehr genau und leuchtet auch in die dunklen Winkel seiner Seele. Dass ihm die Rückkehr in die Welt der Lebendigen äußerst schwerfiel und dass er auf seinem Weg viele Hindernisse überwinden musste, davon erzählt dieses Buch. In zahlreichen Gesprächen hat mir Nils Jent über sein Leben Auskunft gegeben. Über jenes des Jugendlichen Nils, der in einer wohlbehüteten Umgebung im Aaretal aufwuchs, der viele Pläne hatte und gerade dabei war, sich seinen Platz in der Gesellschaft zu suchen. Über das Leben des fast toten Nils, der nach seinem schweren Unfall gelähmt, blind und unfähig war zu sprechen.

Die meisten Gespräche mit Nils Jent drehten sich um die Zeit nach Pfingsten 1980. Damals begann sein zweites Leben. Das Leben, das ihn bis heute dermaßen fordert, dass er täglich in unbekannte Welten vordringen muss und permanent am Limit läuft. Um dorthin zu gelangen, wo er heute ist, musste er gegen zahlreiche Widerstände ankämpfen. Er musste kreative Lösungen suchen, wo Barrieren unpassierbar erschienen, musste für sich reklamieren, was für andere selbstverständlich ist. Nur durch das wiederholte Sprengen von Grenzen kam Nils Jent seinem erklärten Ziel näher, in der Gesellschaft wieder Fuß zu fassen und sich sowohl als Persönlichkeit als auch durch seine Arbeit Respekt zu verschaffen.

Die dritte Sicht auf Nils Jent ist meine eigene. Als die Idee, dieses Buch zu schreiben, an mich herangetragen wurde, dachte ich, die Aufgabe sei wie maßgeschneidert für mich, denn ich kenne mich mit Behinderten aus und habe keine Berührungsängste. In meiner Fernsehsendung "Quer" habe ich öfters Studiogäste interviewt, die physisch, psychisch oder sensorisch handicapiert waren. Auch habe ich Menschen mit Down-Syndrom oder Rollstuhlfahrer auf speziell für sie konzipierten Ferienreisen begleitet - nic

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