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Dreimal Deutschland und zurück von Mueller-Stahl, Armin (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.04.2014
  • Verlag: Hoffmann und Campe
eBook (ePUB)
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Dreimal Deutschland und zurück

'Mein ganzes Leben lang habe ich eine Heimat gesucht. Immer nach Westen: Tilsit, Prenzlau, Berlin, München, Los Angeles - wo der Westen sein Ende hat. Doch dann ist da dieses eigentümliche Gefühl im Frühling, wenn ich auf die Ostsee schaue: Da geht mir das Herz auf!' Zum 25. Jahrestag der Wende wirft Armin Mueller-Stahl einen Blick zurück auf das Land, das viele Länder war und ihm doch Heimat geblieben ist: Kaum ein Schauspieler ist in Deutschland so beliebt wie Armin Mueller-Stahl. Und kaum einer hat Deutschland in so vielen Facetten erlebt und durchlitten wie er. Hier erzählt er von Flucht, Ausbürgerung und Verrat - aber auch von Erfolg, Ruhm und höchsten Anerkennungen.

Kaum ein Schauspieler ist in Deutschland so beliebt wie Armin Mueller- Stahl. Und kaum einer hat Deutschland in so vielen Facetten erlebt und durchlitten wie er - seit 1918 sind seine Familie bzw. er dreimal geflohen. In der DDR machte er als Schauspieler am Theater und dann beim Film Karriere und wiederholte diesen Aufstieg ab 1980 in der Bundesrepublik. Nach der Wende erfuhr er durch Einsicht in seine Stasi-Akten, dass ihn sein bester Freund verraten hat. Er wagte den Neuanfang in Hollywood und wurde mit Filmen wie 'Night on Earth' international bekannt. Über ein Jahrzehnt vergeht, bevor er wieder Rollen in Deutschland annimmt, so zum Beispiel in der Buddenbrooks-Verfilmung von Heinrich Breloer, und sich seinem Land erneut annähert. Heute lebt er in Pacific Palisades, nahe dem Wohnhaus von Thomas Mann, und bei Lübeck an der Ostsee.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 240
    Erscheinungsdatum: 09.04.2014
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783455851205
    Verlag: Hoffmann und Campe
    Größe: 690kBytes
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Dreimal Deutschland und zurück

1 Ein Junge wird groß, und Deutschland wird kleiner
Tage in Tilsit
Als ich noch ein Gedanke war
Da war ich schon lange viel mehr
Wusst' schon im Januar
Dass ich vier Wochen war
Nur meine Mutter wusste nicht ...
Diese Geschichte beginnt an der Ostsee, und sie wird dort auch enden. Sie beginnt in der nördlichsten Stadt Deutschlands, in Memel. Hier wird 1898 Alfred Müller geboren. Noch regiert der Kaiser in Berlin, es sind seine besten Jahre. Die Gründerzeit bringt auch Memel großen Aufschwung. In der Hafenstadt entstehen Prachtbauten, die zum Teil bis heute das Stadtbild bestimmen: die kaiserliche Post, der Bahnhof, das Rathaus. Es sind glückliche, wohlhabende Tage im jungen deutschen Kaiserreich. Vom lothringischen Metz bis in die ostpreußische Hansestadt Memel dehnt es sich über fast 2000 Kilometer. Zu dieser Zeit hat Deutschland noch eine gemeinsame Grenze mit Russland.
In Memel gibt es eine Geschichte: Dass auf dem Wasser ein Schiff mit einer Theatergruppe fuhr, kenterte und alle Leute ertranken. Nur ein Kind wurde gerettet: Das war mein Vater, der Herr ohne Namen. Er wurde bei einer Familie Müller aufgezogen.
Es ist eine traurige Geschichte. Aber wie verhält sie sich zur Wirklichkeit?
Ich würde sagen: wie ein Film. Ich weiß es nicht.
Denn gleichzeitig sollte meine Großmutter, "Omsi" Müller, die Tochter eines Großbauern gewesen sein, dort, im äußersten Nordosten Deutschlands. Sicher ist jedenfalls, dass Omsi mehrere Kinder zu versorgen hatte, aber nur einen leiblichen Sohn, meinen Vater Alfred. Dessen Vater sei ein Opernsänger gewesen, heißt es, der Omsi verlassen hatte. Dieser Mann ist nie wieder aufgetaucht, aber seine Kinder aus erster Ehe blieben bei ihr.
Welche der beiden Geschichten auch stimmt: Mein Vater Alfred, den alle Fred nannten, hat gut spielen und singen können. Ich weiß noch, wie er oft in unserer Wohnung sang und Mutter ihn auf dem Klavier begleitete. Vater sang am liebsten Balladen von Curt Loewe – und so habe auch ich als kleines Kind unentwegt "Die Uhr" gesungen. All diese Loewe-Melodien hatte ich immer im Ohr, und einige davon sind bis heute bei mir geblieben.
Natürlich gingen die Eltern ins Theater oder ins Konzert. Aber mit Hausmusik, Spielen und Scharaden sorgten die Familien damals auch selbst für Zerstreuung. Mein Vater war ein guter Unterhalter, und das galt etwas in einer Zeit, als es noch kein Fernsehen gab und erst wenige Familien einen Volksempfänger besaßen. In seinen fünf Kindern hatte Vater ein dankbares Publikum. Er war ein Komödiant, ein Gaukler, dessen Sketche mich begeisterten, weil ich schon damals wahnsinnig gerne lachte. Alle Geschwister haben oft unter dem Tisch gelegen vor Lachen. Wenn einer von uns Geburtstag hatte, las Vater immer Geschichten aus dem "Lustigen Salzer-Buch". Vater liebte Marcell Salzer, der in den Zwanzigern ein beliebter Kabarettist gewesen war. Seine kleinen Anekdoten trug der gebürtige Österreicher in den verschiedensten deutschen Dialekten vor. Für uns las Vater diese kleinen Geschichten mit verstellter Stimme vor, und wir Kinder kugelten uns. Aber selbst wenn Vater Schillers "Glocke" rezitierte – es war immer irgendwo komisch.
Armin Mueller-Stahls Mutter, Editha Maaß, wird 1903 auf Nuckö, einer Halbinsel in der russischen Ostseeprovinz Estland geboren. Ihr Vater ist der evangelische Pfarrer Eduard Maaß, ein Deutschbalte aus Dorpat. Seine Frau ist die Adlige Editha Nelissen von Haken aus Riga, Hauptstadt der russisch

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