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Erinnerungen Erlebt - Gelebt - Überlebt von Burkey, Helmut (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 23.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Erinnerungen

In diesen "Erinnerungen" trifft der Leser auf die Autobiographie Helmut Burkeys, eines heute 86jährigen Zeugen einer turbulenten, in großen Abschnitten sogar dramatischen, Zeitepoche. Geboren im Jahre 1930 beschreibt er das Leben der "kleinen Leute" im saarländischen, idyllischen Köllertal. Wie lebten, arbeiteten, dachten und fühlten jene Menschen damals, in der Vorkriegszeit, unter den Vorzeichen des größten Unheils des vergangenen Jahrhunderts? Wie erlebten und durchlitten sie den Krieg und die unmittelbare Nachkriegszeit? Helmut Burkey gibt uns darauf Antworten über das rein Sachliche hinaus, denn seine Ausführungen berühren manches Mal unser Gefühl und setzen einige Gedanken in Bewegung. Dieses Buch ist sowohl ein zeitgeschichtliches Dokument als auch eine Inspiration, das "Heute" mit dem "Damals" zu vergleichen. Wir werden vieles neu und anders verstehen, vielleicht sogar etwas lernen, für uns, unsere Gegenwart, und unsere Zukunft.

Helmut Burkey wurde 1930 im saarländischen Köllerbach geboren, als jüngstes von drei Kindern einer Malerfamilie. Er wuchs in einer ländlichen Region auf, erlebte als Kind und Jugendlicher den Aufstieg und Fall des Hitler-Regimes. Nach dem Krieg absolvierte er die kaufmännische Laufbahn, heiratete und gründete eine Familie. Auch heute noch schreibt er immer weiter an seinen Erinnerungen, wobei er aus einem reichhaltigen Fundus schöpfen kann.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 480
    Erscheinungsdatum: 23.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741249150
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 13364kBytes
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Erinnerungen

Unsere Sellerbacher Schule

Meine lieben Leser werden es bemerkt haben:

Von meinem weiter oben geschilderten Weg zur Schule bin ich ganz gewaltig abgekommen. Nun will ich doch wieder zu meiner ersten Klasse der Volksschule Sellerbach zurückkehren.

Die Eingewöhnungszeit war recht kurz und verlief ohne Probleme. Bald hatte ich meine ersten Freunde gefunden.

Mein Klassenlehrer war der Herr Ulrich. Er war ein ganz lieber Mensch, der mich offenbar sehr ins Herz geschlossen hatte.

Weitere Lehrpersonen waren Fräulein Detzler, Fräulein Riehm, Fräulein Wolmeringer, Herr Spoten und Herr Ewen, der gleichzeitig der Leiter der Volksschule Sellerbach war. Er gründete damals ein Mundharmonika Orchester. Hier spielte auch mein Bruder mit, der mich später das Spielen auf der Mundharmonika lehrte. Leider verstarb Herr Ewen sehr bald, sodass ich in sein Orchester nicht mehr eintreten konnte.

Ganz am Anfang erlernten wir das Schreiben. Das machte mir sehr viel Spaß, zumal unser Klassenlehrer, Herr Ulrich das Ganze von der spielerischen Seite her anging. Damals wusste ich noch nicht, dass sich die Schriftart "SÜTTERLIN" nannte. So bezeichnet nach dem Graphiker Sütterlin, 1863 - 1917, der diese Schriftart geschaffen hat. Sie wurde zuerst 1915 in Preußen, später auch in anderen Regionen in den Volksschulen eingeführt.

Als wir gerade diese Schriftform einigermaßen beherrschten, kam schon ab dem zweiten Schuljahr die Änderung. Ich kann mich noch ganz genau daran erinnern, dass am ersten Schultag zur zweiten Klasse unsere Deutschlehrerin, Frl. Detzler uns mitteilte, dass wir ab heute eine neue Schrift erlernen würden. Sie meinte, wir hätten das große Glück gehabt, als letzte Klasse diese schöne Schrift namens Sütterlin noch gelernt zu haben. Ich war mir dessen natürlich nicht bewusst. Als ich mich jedoch in späteren Jahren ein wenig mit unserer Familien-Chronik befasste, war ich froh, die verschiedenen alten Urkunden ohne Schwierigkeiten lesen zu können. Was wir nun neu erlernen mussten war die "Lateinische Schreibschrift".

Immer wieder wurde meine Schulzeit jäh unterbrochen. Nach wie vor litt ich noch sehr an Asthma. Es kam dadurch zu einer größeren Anzahl von Fehltagen, wie man es aus den Zeugnis-Kopien der ersten beiden Schuljahren, welche nachstehend abgebildet sind, entnehmen kann.

Trotzdem; Im Alltagsleben konnte ich in der asthmafreien Zeit sämtliche Rumtobereien in vollem Umfange mitmachen. Einmal kam ein Mitschüler mir recht dumm, als er meinte: Du wirst keine 18 Jahre alt! Du stirbst vorher"! "du bist ja krank"!

Diese Unverschämtheit berührte mich in einer ganz besonderen, kränkenden Weise. Ich war nicht in der Lage, hierauf eine treffende Antwort zu geben.

Erst als ich wieder zu Hause war, brach es aus mir heraus wie eine Sturzflut.

"Mama, muss ich sterben"!?

So heulte ich bei meiner Mutter los. Sie hatte ihre liebe Mühe aus mir herauszukriegen, was denn

in der Schule passiert wäre. Natürlich fand sie die besten und tröstlichsten Worte, um mich aus dem depressiven Zustand wieder herauszuholen. Dies verstand sie meisterhaft.

Wenn ich heute an diesen Vorfall zurückdenke, fällt mir jedes Mal das Lied ein, das Lena Valaitis singt, in dem es heißt:

".... Kinder können grausam sein "

Hier sehen Sie die Zeugnisse meiner beiden ersten Schuljahre als Kopien abgebildet.

Wie man den obigen Zeugniskopien entnehmen kann, fehlte ich im ersten Schuljahr an 61 Tagen, im Zweiten an 40 Tagen. Die Versetzung habe ich trotzdem geschafft.

Im Unterbewusstsein hat mich die Sache vom Sterben müssen nicht losgelassen. Oft war der unterschwellige Gedanke daran immer wieder bei mir.

An einem schönen Tag kam eine Zigeunerin zu uns ins Ladengeschäft. Ich war allein. Da nahm ich allen meinen Mut zusammen und fragte sie, wie früh ich sterben müsste. Sie meinte: Du wirst e

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