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Försterherz, was willst Du mehr Stationen eines Traumberufes von Ebeling, Konrad (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 13.06.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Försterherz, was willst Du mehr

Selten kommen in einem Forstmann verantwortlichvolles Jagen und Waldpflegen so harmonisch zusammen, wie bei Konrad Ebeling. Seine Menschen mitreißende Passion für Wald und Wild löst den vermeintlichen Widerspruch im praktischen Forstbetrieb auf. Als Bauernsohn in der Hildesheimer Börde mit der Natur und Jagd von Kindesbeinen aufgewachsen, geht Konrad Ebelings Lebenstraum mit der Leitung eines Forstamtes in der Lüneburger Heide in Erfüllung. Fast 30 Jahre lang treibt der Autor vor Ort sowie zwischenzeitlich auf Landesebene zwei Aufgaben vorbildlich voran: Die Jahrhundertaufgabe des Umbaus der Kiefern-Pionier-Wälder aus der Heideaufforstungszeit in naturnahe Mischwälder und eine damit verbundene dem Wild und Wald angepasste Jagdstrategie. Dabei verschweigt Konrad Ebeling nie, dass ihm beides gleichzeitig großen Spaß macht. In diesem Buch rücken die jagdlichen Höhepunkte seines Försterlebens in den Vordergrund. Mit leichter Feder, abgewogenem Sachverstand und einfühlsamer Beobachtungsgabe, aber auch mit großer Begeisterung und herzerfrischendem Humor zeichnet er die jagdlichen Freuden und Leiden im Revier und der ihn begleitenden Menschen nach. Der Leser erlebt die locker aneinandergereihten Erzählungen und Anekdoten hautnah mit und nimmt zugleich einen wichtigen Teil neuzeitlicher Jagdgeschichte in sich auf.

Konrad Ebeling ist 1948 in Hildesheim geboren. An der Georg August Universität in Göttingen hat er Forstwissenschaften studiert und anschließend in Niedersachsen ein zweijähriges Referendariat als Voraussetzung für die Übernahme in den höheren Forstdienst absolviert. Nach seiner Übernahme in den niedersächsischen Staatsdienst wurde er für 5 Jahre der forstlichen Standortkartierung zugewiesen, danach schlossen sich 4 Jahre als stellvertretender Forstamtsleiter im Forstamt Sellhorn, Naturschutzpark Lüneburger Heide, an. Mit der Übernahme der Leitung des in der Südheide gelegenen Forstamtes Sprakensehl ging 1987 ein Berufstraum in Erfüllung. Es war die Zeit der ökologischen Neuausrichtung der Forstwirtschaft und ab 1989 die Zeit der Wiedervereinigung, verbunden mit intensivem forstfachlichem Austausch. Zahlreiche hochkarätige Exkursionen in das von Ebeling geleitete Forstamt sind Ausdruck seiner hohen fachlichen Wertschätzung. 1997 wurde er für fünf Jahre in das Landwirtschaftsministerium nach Hannover versetzt und als Forstinspektionsbeamter Vorgesetzter von 7 Forstämtern. Ab 2002 leitete der Autor als Forstdirektor das Forstamt Knesebeck (10000 ha), ab 2005 bis zu seiner Pensionierung 2013 das Forstamt Unterlüß (20000 ha).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 13.06.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741203220
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 23610kBytes
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Försterherz, was willst Du mehr

Und herrlich ist das Studentenleben

Im Juli 1971 stand ich auf dem Innenhof der Forstlichen Fakultät in Göttingen und muss wohl etwas ratlos gewirkt haben. Ein älterer, stattlicher Herr kam auf mich zu und fragte: "Kann ich Ihnen helfen?" Ja, was wollte ich eigentlich? Ich hatte das Abitur in der Tasche und wollte studieren. Mein heimlicher Traum war Forstwissenschaft. Schon als kleiner Junge hatten mich die Geschichten in den Jagdzeitschriften und Jagdbüchern meines Vaters gefesselt und später waren es Bücher von Kramer, Frevert und Beninde, die meine Fantasie beflügelten. Aber waren meine geheimen Wünsche nicht völlig unrealistisch? Seit Generationen sind die Chancen, in den Forstberuf übernommen zu werden, immer sehr gering gewesen. Die großen Länderforstverwaltungen schalteten dem Studium ein Auswahlverfahren voraus und neben körperlicher Fitness mussten natürlich die Abiturnoten stimmen. Und dennoch, nur wenige der vielen Bewerber wurden auserwählt. Wer es geschafft hatte, konnte dann allerdings davon ausgehen, dass er später nach erfolgreichem Studium in den Staatsdienst übernommen wurde.

Ich war von Kindesbeinen an Brillenträger und mein Abiturzeugnis war alles andere als ein Glanzstück. Die mündliche Englischprüfung verfolgte mich noch Jahre nach meinem Schulabschluss. Wie viele andere Bauernsöhne Niedersachsens hatte ich die Michelsenschule in Hildesheim durchlaufen, die der Landwirtschaftskammer in Hannover unterstand und deshalb schon etwas speziell war. Zwischen Mittlerer Reife und der gymnasialen Oberstufe musste eine zweijährige landwirtschaftliche Lehre absolviert werden. Weil es mir auf meinem Lehrbetrieb so gut gefiel, schloss ich noch ein Gehilfenjahr an und verdiente damit etwas Geld. In der 12. Klasse erwischte es mich dann. Ich blieb hängen. Gute Freunde behaupten noch heute, wenn ich damals nicht meine spätere Frau Jutta kennengelernt hätte, wäre nie etwas aus mir geworden. Wie sagt es doch Schiller in der Glocke: "Sie mehrt den Gewinn mit ordnendem Sinn." Auf jeden Fall war ich über den Ausbildungsweg 22 Jahre alt geworden und mein Gesuch zur Teilnahme an einem Auswahlverfahren wurde mit dem Hinweis abgelehnt, dass ich die Altersgrenze überschritten hätte.

"Kommen Sie mal mit in mein Büro", sagte der nette ältere Herr zu mir. Die Forstliche Fakultät war 1970 vom traditionsreichen Standort Hannoversch Münden nach Göttingen umgezogen. Alles war neu und wir gingen zu einem der drei Blöcke. Oben angekommen, konnte ich im Vorbeigehen auf dem Türschild des Büros lesen: "Prof. B. - Waldbau der gemäßigten Zonen". In diesem Büro fielen die für meinen weiteren Werdegang so bedeutenden Worte: "Also junger Mann, die Chancen waren noch nie so gut wie heute." Dieses Gespräch war so ermutigend, dass ich mich nur wenige Tage später im Sekretariat der Georg August Universität in Göttingen für Forstwirtschaft einschrieb. Wenn man schon nicht später in den Staatsdienst übernommen werden konnte, warum sollte es nicht mit einem Forstamt im Privatwald klappen?

Forstliche Fakultät Göttingen

Wir waren 24 Studenten, die ihr Glück versuchten. Einige davon gehörten zu den Privilegierten, den Angenommenen. Das Studium umfasste seinerzeit acht Pflichtsemester mit insgesamt 28 Prüfungen und im 7. und 8. Semester wurde parallel zu den Vorlesungen die Diplomarbeit geschrieben. Obwohl ich zu Beginn von forstlichen Tagesfragen wenig verstand, weckte das Studium zunehmend mein Interesse. Selbst in den weniger beliebten Grundlagenfächern wie Chemie, Statistik oder Genetik wurden schwierige Zusammenhänge von den Professoren so anschaulich dargestellt, dass man erstaunlich viel verstand. Es war wirklich kein Vergleich zur Schule, und Kernfächer wie Betriebswirtschaft, Waldbau oder Bodenkunde machten richtig Spaß.

Gleich zu Beginn des Studiums schloss ich mit meinem Kommilitonen Wolfgang F. Freundschaft. Wir hatten schon eini

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