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Hellmuth von Mücke - der Mann der "Emden" Vom Kriegshelden zum Pazifisten? von Schulte-Varendorff, Uwe (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.05.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Hellmuth von Mücke - der Mann der "Emden"

Hellmuth von Mückes Bekanntheitsgrad erfuhr in jüngster Zeit einen neuen, wenn auch überschaubaren Höhepunkt durch die Verfilmung "Die Männer der Emden". Weltweite Berühmtheit hatte er bereits zu Beginn des Ersten Weltkrieges erlangt. Anlass dafür war sein Kommando über einen Landungstrupp des Kreuzers "Emden", mit dem er sich auf abenteuerlichen Wegen quer über den Indischen Ozean und durch die Arabische Halbinsel bis nach Konstantinopel durchschlug. Dieser Kriegsruhm ist aber nur ein Teil der Lebensgeschichte von Hellmuth von Mücke. Die 1920er Jahre sahen ihn zunächst als überzeugten Nationalsozialisten bevor er sich zum Gegner Adolf Hitlers wandelte. Das brachte ihm während der NS-Herrschaft Drangsalierungen ein, sein Ruhm verhinderte jedoch das Allerschlimmste. Nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges trat von Mücke als konsequenter Gegner der Wiederbewaffnung der Bundesrepublik Deutschland auf. Dies ist in Kurzform die überlieferte Version seiner nachmilitärischen Karriere. Die vorliegende Untersuchung versucht hingegen seine wirkliche Rolle sowie seine wahren Überzeugungen und Tätigkeiten in diesen Epochen zu ergründen. Als Ergebnis entsteht das Bild eines Mannes mit einer vielschichtigen Persönlichkeit ohne die bisherige Verklärung.

Uwe Schulte-Varendorff, M. A., geboren 1966 in Osnabrück, studierte Geschichts- und Literaturwissenschaften an der Universität seiner Heimatstadt. Seit 1994 ist er als freiberuflicher Geschichtswissenschaftler tätig. Sein Forschungsinteresse gilt der deutschen Geschichte des frühen 20. Jahrhunderts, zu der er unter anderem eine wissenschaftliche Arbeit über die Hungerunruhen in Hamburg im Juni 1919 vorgelegt hat. Der Schwerpunkt seiner Forschungen liegt auf der deutschen Kolonialgeschichte, zu der er bereits zahlreiche Aufsätze, Artikel und Bücher publiziert hat. So hat sich der Autor mit den Legendenbildungen um die "Kolonialhelden" Paul von Lettow-Vorbeck und Hermann Detzner sowie dem Ersten Weltkrieg in der damaligen Kolonie Kamerun auseinandergesetzt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 384
    Erscheinungsdatum: 04.05.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783741234705
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 2760kBytes
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Hellmuth von Mücke - der Mann der "Emden"

Der Marineoffizier - eine steile Karriere

Kurt Hellmuth von Mücke kam am 25. Juni 1881 in Zwickau als Spross eines sächsischen Adelsgeschlechtes zur Welt, das seinen Stammsitz in Niederrennersdorf bei Herrnhut in der Lausitz hatte. Ein Vorfahr, Christian Siegfried Mücke, war für seine Verdienste als kurfürstlich-sächsischer und königlich-polnischer Leutnant der Artillerie vom letzten Kaiser des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation, Franz II., am 8. April 1806 in den Reichsadelsstand erhoben worden. Hellmuth von Mückes Vater, Curt Alexander von Mücke (1851-1886), diente als Berufsoffizier in der sächsischen Armee und erreichte bis zu seinem Tod den Rang eines Hauptmannes. Die Mutter, Luise Alberti (1854-1940), entstammte einer alteingesessenen Bremer Kaufmannsfamilie. Für den weiteren Verlauf des Lebens von Hellmuth von Mücke mit ausschlaggebend war aber mit Sicherheit, dass die männlichen Vorfahren der väterlichen Linie in ihrer überwiegenden Mehrheit als Offiziere oder Staatsbeamte in Diensten der sächsischen Könige tätig waren. Wie für die damalige Zeit üblich, war Hellmuth kein Einzelkind und hatte einen gut ein Jahr älteren Bruder, Kurt Heinrich Alexander Karl (1880-1959) sowie einen knapp zwei Jahre jüngeren Bruder, Friedrich Siegfried Kurt Alexander (1883-1951). 1

Zunächst erhielt Hellmuth von Mücke Unterricht in einer Privatschule, bevor er 1888 auf die VII. Bürgerschule in Dresden wechselte. Ab 1891 besuchte er dann das Vitzthumsche Gymnasium in der sächsischen Metropole. Seine schulischen Leistungen waren nach seiner eigenen Aussage sehr durchwachsen. Seine Veranlagung sah er eher auf technischen Gebieten als in einer humanistischen Richtung. Herausragend waren nur seine Leistungen im Sport, besonders im Turnen, worin er eine "1" auf den Zeugnissen erhielt. Dagegen räumte er freimütig ein, dass seine Noten für Betragen und Fleiß von Beginn an nicht gut waren und im Verlauf seines Schullebens immer schlechter wurden. 2 Der frühe Tod des Vaters, der am 24. Dezember 1886 an den Spätfolgen einer im deutschfranzösischen Krieg von 1870/71 erlittenen Verwundung starb, tat hierzu sicherlich sein Übriges. Viele Jahre später bekannte Hellmuth von Mücke in einem Gespräch mit dem Astronomen Hans Hermann Kritzinger, dass das Ableben seines Vaters ein einschneidendes Erlebnis seiner Kindheit gewesen sei. Der große Verlust, der verständlicherweise bei einem kleinen Jungen seine Nachwirkungen hinterließ, wirkte sich ebenfalls schwerwiegend auf die häusliche Situation im Zusammenleben der Familie aus. Es gab häufig Streit mit seinen Brüdern und er selbst wurde wegen eines Straßenkampfes mit anderen Jugendlichen, bei dem er einen selbstgebastelten Sprengkörper warf, von der Gendarmerie gefasst. Darüber hinaus litt er in seiner Jugendzeit bis zu seinem 15. Geburtstag an einer Flechte, die er sich durch eine Impfung seines Hautarztes mit unreiner Lymphe zugezogen hatte. Deren äußeres Erscheinungsbild belastete ihn im Umgang mit Gleichaltrigen zusätzlich. 3 Die Gesamtsituation war mit großer Wahrscheinlichkeit auch für die Mutter nicht einfach zu bewältigen. Zudem hatte sie am 5. Juni 1890 ein zweites Mal geheiratet. Der neue Ehemann war Hans Maximilian von Mücke (1852-1917), seines Zeichens Finanzrat bei der Generaldirektion der Sächsischen Staatseisenbahn, und ein Bruder des verstorbenen ersten Gatten. Das neue Familienoberhaupt war also Stiefvater und Onkel in einer Person. Es ist leicht vorstellbar, dass auch diese neue Konstellation vermutlich zu Problemen innerhalb der Familie geführt hat. Um dieser nur schwer erträglichen Situation zu entkommen, verließ, oder anders formuliert, flüchtete Hellmuth von Mücke noch kurz vor dem Abitur aus dem Elternhaus. Um möglichst weit wegzukommen, und vermutlich auch aus einer Abenteuerlust heraus, entschied er sich, in die Kaiserliche Marine einzutreten. Zu diesem Zweck meldete er sich 1898 in der Vorbereitungsanstalt für a

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