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Laura von Arabien Als Frau allein unter Beduinen von Wrede, Laura (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2018
  • Verlag: Bastei Lübbe AG
eBook (ePUB)
11,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Ab 28.09.2018 per Download lieferbar

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Laura von Arabien

Meterhohe Sanddünnen, flirrende Sonne, erbarmungslose Hitze - so lebensfeindlich präsentiert sich die Wüste in Katar. Doch fasziniert sie ebenso mit ihrer Weite und Stille. So auch die Deutsche Laura Wrede, die sechs Jahre in Katar lebte, dort arbeitete und ihrer Leidenschaft, der Falknerei nachging. In ihrem Buch berichtet sie von ihrer aufregenden Zeit in Katar, über Traditionen, Bräuche und wie es ihr gelingen konnte, sich in einer von Männer dominierten Welt durchzusetzen. Sie erzählt vom Leben in der Wüste und den Beduinen, die in der Stille der Wüste ein einfaches Leben führen. Und sie lässt den Leser daran teilhaben, was sie in der Zeit über sich und fürs Leben gelernt hat.

Laura Wrede war schon immer umtriebig. Zum Studium ging sie nach Madrid und Paris, anschließend kam das Angebot aus Qatar und mit ihm die Chance, dort ihren lang gehegten Traum zu verwirklichen: Falknerin zu werden. 'Ich bin schon immer geritten und bin Jägerin. In der Weite der arabischen Wüste finde ich den Raum für meine Träume'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 316
    Erscheinungsdatum: 28.09.2018
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783732556366
    Verlag: Bastei Lübbe AG
    Originaltitel: Laura von Arabien
    Größe: 24401 kBytes
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Laura von Arabien

1

Wüstentraum

Ich habe die Wüste immer geliebt. Man setzt sich auf eine Sanddüne. Man sieht nichts. Man hört nichts. Und währenddessen strahlt etwas in der Stille.

Antoine de Saint-Exupéry

Eine unvorstellbare Weite - ich fühle mich so klein, fast schon verloren. Kaum zu glauben, wie bezaubernd die Wüste ist. Mir ist, als könnte ich über den Horizont hinaus schauen. Diese scheinbare Unendlichkeit beeindruckt mich. Wohin ich auch blicke, es geht immer weiter ... Hoch über mir steht die gleißende Sonne. Es weht ein heftiger Wind, und kleinste Sandkörner peitschen mein Gesicht. Ich versuche, mich mit meinem Tuch zu schützen, doch der feine Sand dringt durch alles hindurch. Mein Hals ist trocken von der heißen Wüstenluft. Ich gehe weiter und spüre, wie der heiße Sand bei jedem Schritt unter meinen Sohlen rauscht. Mal ist der Untergrund etwas fester, dann wieder so weich, dass meine Füße versinken. Nur sehr langsam komme ich vorwärts, die Hitze ist erdrückend und diese absolute Stille beinahe erschreckend.

Plötzlich sehe ich einen Reiter mit weißem Turban und in einem langen schwarzen Gewand auf mich zukommen. Auf seinem majestätischen Araberhengst scheint er über den Wüstensand zu fliegen ...

"Was hältst du denn nun von der Idee, nach Qatar zu ziehen?" Alfredos Stimme riss mich aus meinem Tagtraum, aus der fernen unendlichen Wüste zurück in unsere Madrider Stadtwohnung. In Wirklichkeit wusste ich noch so gut wie gar nichts über Qatar und die arabische Welt. Da waren nur Bilder wie aus 1001 Nacht und Lawrence von Arabien . Ich musste erst mal googeln, um herauszufinden, wo Qatar eigentlich genau liegt. Dubai sagte mir schon eher etwas, seit ich mit dem Gedanken gespielt hatte, dort zu studieren, doch dann war es bei dem Studium in Madrid und einem Semester in Paris geblieben. Alles im heimischen Europa. Wäre ich nach Dubai gegangen, hätte ich wahrscheinlich keinen Spanier geheiratet. Aber wer weiß das schon so genau. "Ach, da ist es!", sagte ich begeistert. Direkt am Persischen Golf, ein kleiner Zipfel, der von Saudi-Arabien absteht. Da war es, das kleine Qatar. Irgendwie mittendrin, und doch so weit von Madrid entfernt. Dahin sollten wir nun also ziehen?

Eine spanische Immobilienfirma, die auf Innendesign spezialisiert ist, hatte meinem Mann vor Kurzem angeboten, in Doha, der Hauptstadt von Qatar, eine Dependance aufzubauen. Ein kleines Büro in Abu Dhabi, der Hauptstadt der Vereinigten Arabischen Emirate ( VAE ), gab es schon, jetzt setzte man auf das Nachbarland Qatar. Das reichste Land der Erde, erlebte gerade ein beachtliches Wirtschaftswachstum, und die Prognosen für die nächsten Jahre waren vielversprechend, vor allem auf dem Immobilienmarkt, denn es würde tüchtig gebaut werden: Häuser, Anlagen, Hotels und noch mehr Häuser, die natürlich alle hochwertig ausgestattet werden mussten.

Da ich nun geklärt hatte, wo das Land lag, galt es, als Nächstes festzustellen, ob Donald überhaupt mitkommen könnte. Schnell fand ich heraus, dass Hunde in Qatar nicht nur erlaubt sind, sondern auch ohne Quarantäne einreisen können, sofern alle Impfungen, insbesondere gegen Tollwut, vorliegen. Damit war die wichtigste Frage beantwortet.

Obwohl Alfredo und ich uns auf den ersten "Schuss" verliebt hatten und die Jagdleidenschaft teilten, wäre Donald, der kleine Jack-Russell-Rüde, vor drei Jahren fast ein Trennungsgrund gewesen. Da ich mit Hunden groß geworden bin, wollte ich unbedingt wieder einen Hund haben. Ein Leben ohne einen treuen vierpfötigen Begleiter konnte ich mir einfach nicht vorstellen. Doch Alfredo war strikt dagegen, er meinte, ein Hund passe nun mal nicht in die Stadt. Das sah ich ganz anders. "Ein Hund kann sogar sehr gut in einer Stadt wohnen, man muss ihm nur genügend Auslauf bieten." Und das konnten wir zweifellos, denn wir wohnten direkt an dem großen Stadtpark Retiro. Da musste

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