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Was bleibt ist Erinnerung Wie es war von Kraemer, Katharina (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
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Was bleibt ist Erinnerung

Eine transidente Biografie - ein halbes Leben für ein ganzes ... Die Autorin lernte Nicole 1991 als Frau kennen. Ihr erzählte sie ihre Geschichte. WARUM entflieht ein Mann seinem Ich und wie erkennt er, dass in seinem Körper eine Frau lebt? WIESO ist es für seine nächste Umgebung so ein Schock, das anzuerkennen? WESHALB hat Nicole versucht, ihre Vergangenheit auszulöschen, und WIE gelingt es ihr, sich in einem veränderten - und dennoch ihrem - Körper als Frau einzurichten und das Sein einer Frau auch zu leben? Die Vorgehensweise als Erzählerin die Geschichten, Gefühle und Beweggründe von Rainer/Nicole aufzublättern und ein Bild ihrer neugeborenen Persönlichkeit zu gewinnen, ging einher mit dem Kampf Nicoles/Rainers um ihre/seine Vergangenheit und Zukunft, der Drang und gleichzeitig die Angst, Klarheit über sich selbst zu gewinnen. Nicoles Lebensweg im Körper eines Mannes und ihren Weg ins eigene Leben zu beschreiben, ist eine Expedition ins Bewusstwerdens über das eigene Ich, das jeder auf diese oder jene Weise unternehmen muss. Geboren 1964, aufgewachsen am Niederrhein, lebt die Autorin mit ihrer Lebenspartnerin und zwei Hunden heute im Süden Ungarns. Eine Vielzahl an Geschichten ist entstanden, mal nachdenklich, mal humorvoll. Einige ihrer Kurzgeschichten und Gedichte wurden in Anthologien für gute Zwecke in Deutschland und Österreich sowie in Literaturzeitschriften abgedruckt. Inzwischen sind fünf Bücher im Selbstverlag erschienen. katharinakraemer1.wordpress.com

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 296
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783746073569
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 1314 kBytes
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Was bleibt ist Erinnerung

Die unsichtbare Hand

"Guten Morgen, Rainer!"

Er schrak hoch. Was war das? Wer rief da seinen Namen? Woher kam diese Stimme? Woher kannte sie seinen Namen? Wer oder was konnte das sein? Was war das? Eine Illusion, ein Traum, der in seine Stille platzte? Er hielt einen Moment inne.

Einen Augenblick lang dachte er, seine Sinne hätten ihm einen Streich gespielt. Da war wieder diese Stimme, eindringlicher und lauter als zuvor: "Hallo, Rainer!"

Es hätte seine eigene Stimme sein können, der Tonfall war gleich. Er hatte doch nichts gesagt! Was sollte das sein? Eines der Trugbilder, die einen in der Stille schon mal erfassen? Rainer wagte nicht, sich zu rühren, ein flaues Gefühl breitete sich in der Magengegend aus. Seine Zunge schien staubig und trocken am Gaumen festzukleben. Alles ihn ihm war zum Zerreißen gespannt und er wusste nicht, was er tun sollte. Langsam fühlte er wieder Leben in den Gliedern, die vor Anspannung steif geworden waren, und blickte sich in seinem Zimmer um. Nichts! Nichts deutete darauf hin, dass etwas in diesem Raum anders war, als noch vor wenigen Minuten. Da richtete diese Stimme abermals das Wort an ihn: "Rainer, es ist wichtig! Höre mich an!"

"Wer ist da? Woher weißt du meinen Namen? Was willst du von mir?", stammelte er ängstlich und neugierig zugleich.

"Ich bin es. Dein Ich." Jetzt verstand er noch weniger, was hier vor sich ging. "Ich bin dein Ich und ich muss mit dir reden. Ich weiß, dass es für dich schwer ist, mit jemandem zu reden, den du nicht zu kennen glaubst. Vielleicht lernen wir uns noch richtig kennen."

"Was willst du von mir?" Rainer begriff immer noch nicht. Träume ich, oder ist das tatsächlich wahr, was hier passiert? Da redete jemand, der sein 'Ich' sein wollte und den er nicht sehen oder fassen konnte. Das war ihm zu hoch! Plötzlich spürte er eine Hand auf seiner Schulter. Zögernd wandte er den Kopf - nichts! Was sollte das alles? Die Stimme schien ebenso wahrhaftig wie die Hand, die seine Schulter berührte.

"Es ist für uns wichtig, mich dir begreiflich zu machen. Es kann für uns beide eine neue Erfahrung werden, neue Wege und Erkenntnisse aufzeigen und das Leben aus einem anderen Licht erscheinen lassen", hörte er die Stimme sagen. "Rainer, ich weiß um dich, deine Ängste und Unsicherheiten. Du glaubst, dass es wenig Grund gibt, mit dir und deinem Leben glücklich sein zu können. Du gehst deinen Weg, und es ist Zeit, dass dir klar wird, was du willst."

"Wer bist du? Was soll das alles?" Rainer wollte nicht glauben, dass die Stimme seinem Ich gehören sollte. Was waren das für Worte? Er hatte das Gefühl, dieser Stimme vertrauen zu können, andererseits hatte er unbändige Angst. Es dauerte nicht lange, da gewöhnte er sich an die Existenz der Hand und an den unwirklichen Klang der Stimme, die auf ihn einredete. Er hätte sich ihr auch nicht zu entziehen gewusst. Neugierig hörte er der unsichtbaren Stimme zu. Was wusste sie, was er nicht wissen konnte?

"Habe Geduld, du wirst es noch erfahren. Es ist seltsam für dich, was im Augenblick passiert. Du willst mich nicht wahrhaben, weil ich für dich nicht sichtbar und fremd bin. Vertraue auf dich, auf dein Ich, das mit diesen Worten zu dir spricht."

Rainer sah fragend in die Richtung, aus der die Worte zu ihm drangen, während die Hand ihren Platz auf seiner Schulter nicht verließ, und lehnte sich misstrauisch in seinem Stuhl zurück. "Wie kann ich glauben, was es nicht geben kann?"

"Wenn du davon überzeugt bist, dass es wahr ist? Warum nicht? Nenne mir einen plausiblen Grund! Du glaubst nicht, dass du es kannst? Das ist Unsinn. Nicht immer werden deine Entscheidungen richtig sein, aber es sind deine, und das zählt. Und nicht alle deine Wege werden in eine Sackgasse führen. Mit Niederlagen wirst du zurechtkommen, wenn nicht sofort, dann später.Das ist das Wesentliche." Die Stimme war mit jedem Wort heftiger und lauter geworden und die myst

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