text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Wenn dir das Leben aus den Händen gleitet von Dürr, Ursula (eBook)

  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
4,49 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Wenn dir das Leben aus den Händen gleitet

'Sie haben Brustkrebs.' Dieser Satz klingt für die meisten Menschen wie ein Todesurteil. Doch nach dem ersten Schock finden die Betroffene und ihre Familie zu einer Haltung der Zuversicht zurück. Ursula Dürr erzählt die Krankheitsgeschichte ihrer Mutter. Sie gibt Einblicke in den Alltag einer Krebspatientin, der von Vertrauen, Enttäuschung, Angst, Mut und Liebe geprägt ist. Es ist eine emotionale Reise, in der sie aus ihrer Sicht schildert, wie der Krebs zu einem Teil ihres gemeinsamen Lebens wird. Nur die Hoffnung, die sie nie aufgab, verlieh ihrer besten Freundin und Mutter die Kraft zu kämpfen. Ursula Dürr wurde 1968 in Speyer geboren. Sie lebt mit ihrer Familie abwechselnd im Rhein-Neckar-Raum und in München. In diesem Buch beschreibt sie die Zeit zwischen Hoffnung und Verzweiflung, die sie mit ihrer Mutter während ihrer Krebserkrankung durchlitt.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 196
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783744862455
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 574 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Wenn dir das Leben aus den Händen gleitet

1 Wie alles begann

September 2010. Wie jedes Jahr feierten wir meinen Geburtstag mit der Familie und Freunden im Garten unseres Hauses. Mein Mann Dieter hatte den Grill angeworfen und wir genossen das Beisammensein an einem der letzten lauen Spätsommerabende auf der Terrasse. Nach dem gemütlichen Abendessen half mir meine Mutter, das Geschirr in die Küche zu bringen. Ich freute mich, dass sie mir beim Aufräumen behilflich war. "Heute haben wir mal wieder ganz schön zugeschlagen", meinte ich. "Ja, wenn wir alle zusammen sind, schmeckt es besonders gut", gab sie mir zur Antwort und warf mir ein kurzes Lächeln zu. Während ich mich mit den schmutzigen Tellern beschäftigte und sie bereits den Nachtisch vorbereitete, plauderten wir über zahlreiche belanglose Dinge. Plötzlich sagte sie unvermittelt: "Ich gehe morgen zum Frauenarzt, zur Routineuntersuchung." "Wie bitte? Stimmt was nicht?", rutschte es alarmiert aus mir heraus. Etwas in ihrer Stimme hatte mir verraten, dass es sich nicht um eine reguläre Untersuchung handelte. Ihr Gesichtsausdruck bestätigte es mir. Unsicherheit sprach aus ihr, es graute ihr vor diesem Gespräch mit dem Arzt, sie hatte Angst, mir konnte sie nichts vormachen.

Meine Mutter und mich verband eine enge Beziehung. Wenn es einer von uns beiden nicht gut ging, brauchten wir nicht darüber zu sprechen, wir fühlten es. Zu lügen, um die andere zu schonen, machte keinen Sinn, das war vergebliche Liebesmühe. Wir verstanden uns ohne Worte. Vertraut und innig war unsere Beziehung - ein besonderes Mutter-Tochter-Verhältnis, auf das ich heute noch sehr stolz bin.

Zurück zu diesem besagten Abend: Scheinbar wollte sie mich an meinem Geburtstag nicht beunruhigen und nicht die gute Stimmung beeinträchtigen, daher untertrieb sie die Tragweite des bevorstehenden Arztbesuchs. Trotz alledem konnte und wollte sie mir den Kontrolltermin ihrer Brustuntersuchung nicht vorenthalten. "Mach dir keine Sorgen, das wird schon nichts Schlimmes sein", versuchte sie mich zu beschwichtigen und ging, ohne eine Antwort von mir abzuwarten, zurück zu den Gästen in den Garten. Ich stand verstört und betroffen in der Küche. Viele Gedanken rasten durch meinen Kopf. In diesen Minuten stellte ich mir nur vage vor, was für eine Lawine auf uns zurollen würde, wenn der Arzt keine positiven Nachrichten verkündete. Keinesfalls durfte ich mich jetzt in dieses Hirngespinst hineinsteigern, Gäste waren zu Besuch, meine Gäste, die draußen auf mich warteten.

Wie betäubt verließ ich die Küche und funktionierte. So ungastlich es auch klingen mag, aber an diesem Abend war ich erleichtert, als unsere Freunde endlich das Haus verließen.

Erwartungsgemäß raubte mir die Sorge um meine Mutter nachts den Schlaf. Aufgewühlt wälzte ich mich hin und her. Finstere Gedanken ließen mich keine Ruhe finden. Am nächsten Tag konnte ich es kaum abwarten, was der Gynäkologe meiner Mutter zu sagen hatte.

Es war ein Schock! Der Arzt des Brustzentrums diagnostizierte einen Knoten in ihrer linken Brust in der Größe von 2,5 Zentimetern. Schnellstens musste eine Gewebeprobe entnommen werden. Ein Aufschub kam nicht infrage.

Die Ungewissheit, die meine Mutter bis dahin beherrscht hatte, verwandelte sich von diesem Zeitpunkt an in Angst.

Wie konnte es sein, dass sich in ihrer Brust in kurzer Zeit ein bösartiger Tumor gebildet haben sollte? Zwei Monate zuvor hatte ihre Frauenärztin in unserem kleinen Heimatort das gleiche Gewebe mittels Ultraschall begutachtet. Der Befund stellte sich als negativ heraus. Wächst ein Knoten denn so schnell? Wir waren überfragt.

Der Arzt des Brustzentrums handelte sofort. Er entnahm ein Stück Gewebe und schickte es in das Labor. "Es sieht nicht gut aus", gestand er ein. "Hundertprozentig wissen wir es aber erst, wenn das Ergebnis vorliegt." Hilflos und verstört verließ meine Mutter die Praxis. Jetzt hieß es abwarten, hoffen und beten, dass sich doch noch alles zum Guten wenden würde. "

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen