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Zacharias Topelius von Lagerlöf, Selma (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 29.03.2016
  • Verlag: Books on Demand
eBook (ePUB)
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Zacharias Topelius

Selma Lagerlöf (20.11.1858 - 16.3.1940) war eine schwedische Schriftstellerin deren Werke noch heute zur Weltliteratur gehören. Sie erhielt 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. Lagerlöfs bekanntestes Werk ist 'Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen'.

Selma Lagerlöf (20.11.1858 - 16.3.1940) war eine schwedische Schriftstellerin deren Werke noch heute zur Weltliteratur gehören. Sie erhielt 1909 als erste Frau den Nobelpreis für Literatur. Lagerlöfs bekanntestes Werk ist 'Die wunderbare Reise des kleinen Nils Holgersson mit den Wildgänsen'.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 313
    Erscheinungsdatum: 29.03.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783839114971
    Verlag: Books on Demand
    Größe: 915kBytes
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Zacharias Topelius

Michael Toppelius

Ungefähr hundert Jahre nach der Zeit, wo Christof Toppelius in russische Gefangenschaft geraten war, brach wieder Krieg zwischen Schweden und Russland aus, und wieder hatte er, sogar unter denen, die nicht an den Schlachten teilnahmen, Not und Jammer, Pestilenz und jähe Todesfälle im Gefolge.

In Uleåborg, auf dem alten Erbgut an der Limingostraße wohnte damals Christofs Sohn, Michael Toppelius, ein froher, freundlicher, arbeitsamer und gottesfürchtiger alter Mann, der von Beruf Kirchenmaler war und in den Tagen seiner vollen Kraft viele Kirchen seines Landes mit frommen, erbaulichen Bildern geschmückt hatte. Als der Krieg ausbrach, war er schon ein alter Mann, der sich seinen Lebensunterhalt mit seiner Arbeit nicht mehr verdienen konnte und demzufolge vollständig verarmt war. Bis dahin hatte er indes der Zukunft ohne zu große Sorge entgegengesehen, weil er viele fürs Lebens wohlausgerüstete Kinder hatte, die ihn sicher nicht im Elend verkommen lassen würden, wenn sie es nur selbst soweit brachten, ihm helfen zu können.

Die größten Hoffnungen aber setzte Michael auf seinen ältesten Sohn Johan Gabriel; der schon Kaplan in Ilmola im südlichen Österbotten war.

Er war allerdings verheiratet, hatte vier Kinder und war überdies kränklich; aber der Vater hoffte, er werde bald als Propst auf einer reichen Pfründe in einem großen Pfarrhofe wohnen, dort selbst gute Tage genießen und dann gewiss imstande sein, Vater und Geschwistern eine hilfreiche Hand zu bieten.

Auch zwei andere Söhne, Zacharias und Gustaf, hatten sich für einen gelehrten Beruf entschieden. Beide befanden sich zurzeit in Schweden und studierten Medizin. Noch war keiner von ihnen fertig, aber sie waren doch schon so weit, dass sie selbst für ihren Unterhalt sorgen konnten. In der allerletzten Zeit hatten sie überdies angefangen, ihren Vater schon ein wenig zu unterstützen.

Zu Hause hatte Michael Toppelius außerdem noch einen Sohn und drei Töchter. Der Sohn war nicht viel nütze und von schwachem Charakter, aber die Töchter waren klug und unternehmungslustig, und so hatten sie einen kleinen Kramladen eröffnet, um auf diese Weise der schlimmsten Not zu steuern.

Der Krieg hatte noch nicht lange gedauert, da bekam Michael Toppelius gar traurige Nachricht von seinem ältesten Sohne. Im Kirchspiel Kauhajoki, das nahe bei Ilmola lag, war ein russischer Transport von einer Bauernschar ausgeplündert worden. Um diese Frechheit zu bestrafen, wurde eine russische Kosakentruppe nach Kauhajoki geschickt, und diese raubte nicht weniger als dreißig Höfe aus und brannte sie dann bis auf den Grund nieder. Im Hofe Knuuttila, der Johan Gabriels Schwager gehörte, wurde der Besitzer mitten in der Nacht durch Schüsse und Bajonettstiche ermordet. Sein Knecht wurde auf der Stelle erschossen, sein Schwiegervater mit Peitschen geschlagen und gefesselt in Gefangenschaft weggeführt, und seine Frau musste mit ihren Kindern in die Wälder fliehen. Und genau ebenso war in allen den andern niedergebrannten Höfen verfahren worden.

Als diese Nachrichten Ilmola erreichten, zog Johan Gabriel mit seinen Dorfbewohnern nach Kauhajoki, um den ratlosen Flüchtlingen beizuspringen. Man führte sie nach Ilmola und nahm sie in seinen Häusern auf, jeder half nach seinem Vermögen. Zu Johan Gabriel kamen seine Schwägerin, ihre Kinder und ihre Eltern, und sie hatten so Schreckliches zu berichten, dass die Feder sich sträubt, es niederzuschreiben.

Johan Gabriel selbst war weder verwundet noch zerschlagen worden, aber seine Krankheit, ein gefährliches Lungenleiden, verschlimmerte sich nach dem grausigen Ereignis und der beständigen Angst, in der er von jetzt an leben musste, in beängstigendem Grade.

Aus Furcht vor heranziehenden Feinden musste er sich lange Zeit nach dem Unglück in Kauhajoki in einer Hütte im Walde verborgen halten. Da war er zwar in Sicherheit vor den Russen, aber statt dessen fand die rote Ruhr,

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