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Zu viel und nie genug Wie meine Familie den gefährlichsten Mann der Welt erschuf (deutsche Ausgabe von Too Much and Never Enough) von Trump, Mary L. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 12.08.2020
  • Verlag: Heyne
eBook (ePUB)
17,99 €
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Zu viel und nie genug

Das wahre Gesicht von Donald Trump - intime Details aus der Familiengeschichte des US-Präsidenten
Mary L. Trump, Nichte des US-Präsidenten und promovierte klinische Psychologin, enthüllt die dunkle Seite der Familie Trump. Einen Großteil ihrer Kindheit verbrachte Mary im Hause ihrer Großeltern in New York, wo auch Donald und seine vier Geschwister aufwuchsen. Sie schildert, wie Donald Trump in einer Atmosphäre heranwuchs, die ihn für sein Leben zeichnete und ihn letztlich zu einer Bedrohung für das Wohlergehen und die Sicherheit der ganzen Welt machte.
Als einziges Familienmitglied ist Mary Trump dazu bereit, aus eigener Anschauung die Wahrheit über eine der mächtigsten Familien der Welt zu erzählen. Ihre Insiderperspektive in Verbindung mit ihrer fachlichen Ausbildung ermöglicht einen absolut einmaligen Einblick in die Psyche des unberechenbarsten Mannes, der je an der Spitze einer Weltmacht stand.
"Anstößig, bissig und gut recherchiert - und zugleich doch eine fesselnde Erzählung." -The Guardian
"Nach vielen, vielen Trump-Büchern ist dieses tatsächlich unentbehrlich." - Vanity Fair

Mary L. Trump promovierte am Derner Institute of Advanced Psychological Studies in New York und lehrte in den Fachbereichen Traumatherapie, Psychopathologie und Entwicklungspsychologie. Sie lebt zusammen mit ihrer Tochter in New York.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 288
    Erscheinungsdatum: 12.08.2020
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783641274443
    Verlag: Heyne
    Originaltitel: Too Much And Never Enough
    Größe: 1496 kBytes
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Zu viel und nie genug

KAPITEL EINS

The House

»Daddy, Mom blutet!«

Sie wohnten jetzt fast ein Jahr in der Villa, die einfach nur »The House« hieß, aber noch immer fühlte es sich fremd an, erst recht nachts. Maryanne war zwölf und nicht die Stabilste, als sie ihre Mutter in einem der Badezimmer im Obergeschoss fand - nicht im Hauptbadezimmer, sondern im Bad ganz hinten im Flur, das sie sich mit ihrer Schwester teilte. Die Mutter lag bewusstlos am Boden, überall war Blut. Normalerweise hätte Maryanne nicht gewagt, ihren Vater zu stören, aber jetzt war sie so entsetzt, dass sie von einem Ende des Hauses zum anderen in sein Schlafzimmer rannte und ihn weckte.

Fred stand auf, lief los und fand seine Frau. Sie war nicht ansprechbar. Er lief zurück, mit Maryanne im Schlepptau, um zu telefonieren. Sein Schlafzimmer hatte einen Nebenapparat.

Fred war inzwischen ein mächtiger Mann, er hatte einen direkten Draht zum Jamaica Hospital und wurde sofort mit jemandem verbunden, der einen Notarztwagen schicken und dafür sorgen konnte, dass die besten Ärzte bereit standen, wenn Mary in der Notaufnahme eintraf. Fred beschrieb am Telefon, so gut er konnte, ihren Zustand. »Menstruation«, schnappte Maryanne auf, ein fremdes, aus dem Mund ihres Vaters merkwürdig klingendes Wort.

Mary wurde sofort notoperiert. Die Ärzte hatten schwere Komplikationen festgestellt, die nach der Geburt von Robert eingetreten und neun Monate lang nicht diagnostiziert worden waren, und entfernten ihr die Gebärmutter. Der Eingriff führte erst zu einer Unterleibsinfektion, dann zu weiteren Komplikationen.

Eines Tages saß Fred am Tischchen in der Bibliothek, von dem aus er zu telefonieren pflegte, sprach kurz mit einem von Marys Ärzten und rief dann Maryanne zu sich.

»Sie sagen, deine Mutter wird die Nacht nicht überleben.«

Bevor er zu seiner Frau ins Krankenhaus fuhr, trug er seiner Tochter auf: »Geh morgen zur Schule. Ich sage dir Bescheid, wenn sich etwas ändert.«

Maryanne wusste genau, was er meinte: Ich sage dir Bescheid, wenn deine Mutter stirbt.

Den Rest der Nacht lag sie weinend in ihrem Zimmer, während ihre jüngeren Geschwister weiterschliefen, sie hatten von all dem Horror nichts mitbekommen. Morgens ging sie zur Schule, mit bangen Gefühlen. Dann holte Dr. James Dixon sie aus der Freistunde. Er war Rektor der privaten Kew-Forest School, auf die sie ging seit ihr Vater dem Vorstand beigetreten war. »Ein Anruf für dich, in meinem Büro.«

Maryanne war sicher, dass ihre Mutter tot war. Der Weg zum Rektoratszimmer kam ihr vor wie ein Gang zum Schafott. Sie war zwölf, aber ihr ging nur eins durch den Kopf: Ab sofort war sie wohl die Ersatzmutter für vier Kinder.

Sie nahm den Hörer, ihr Vater sagte schlicht: »Sie kommt durch.«

In der folgenden Woche wurde Mary noch zweimal operiert, aber sie kam tatsächlich durch. Dass Fred mit seinem Draht zur Klinik für erstklassige Ärzte und Pflege sorgen konnte, hatte seiner Frau vermutlich das Leben gerettet. Aber es war noch ein langer Weg bis zur Genesung.

In den sechs Monaten danach musste Mary immer wieder ins Krankenhaus. Die Langzeitfolgen waren heftig. Man hatte ihr mitsamt der Gebärmutter auch die Eierstöcke entfernt, ein seinerzeit übliches, aber oft unnötiges Verfahren. Der dadurch verursachte Östrogenabfall führte bald zu einer massiven Osteoporose. Marys Knochen wurden immer brüchiger, brachen auch spontan, und sie litt oft grauenhafte Schmerzen.

Wenn wir Glück haben, haben wir als Säuglinge und Kleinkinder mindestens einen Elternteil, der emotional erreichbar ist, verlässlich besorgt um alles, was wir brauchen, und auf unser Aufmerksamkeitsbedürfnis eingeht. Ein fester Halt, Geborgenheit und die Erfahrung, dass jemand unsere Gefühle anerkennt und unsere Enttäuschungen lindert, ist fundamental für eine gesunde frühkindliche Entwicklung. Aufmerksamkeit zu bekommen verschafft uns das Gefühl, beschützt und

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