text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Arbeit Eine globalhistorische Perspektive. 13. bis 21. Jahrhundert von Komlosy, Andrea (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 15.12.2016
  • Verlag: Promedia Verlag
eBook (ePUB)
14,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Arbeit

In sechs Zeitschnitten zwischen dem 13. und dem 21. Jahrhundert zeigt Komlosy die Vielfalt der Arbeitsverhältnisse auf, die jede Periode kennzeichnet. Sie untersucht, wie Arbeit geteilt und in welcher Art sie miteinander kombiniert wurde. Die Verbindung unterschiedlicher Arbeitsverhältnisse ist die Grundlage der Kapitalakkumulation, die aus der Aneignung von Werten aus fremder Arbeit resultiert. Über ungleichen Tausch und die Zerlegung der Arbeitsprozesse in Güterketten liegt der Werttransfer auch der globalen Ungleichheit zugrunde. Andrea Komlosy, geboren 1957 in Wien, ist Professorin am Institut für Wirtschafts- und Sozialgeschichte der Universität Wien. Sie veröffentlicht zu Themen der Globalgeschichte und ihrer Verflechtung mit regionalen Beziehungen. Komlosy ist Mitglied des wissenschaftlichen Beirates des 'Internationalen Instituts für Sozialgeschichte' in Amsterdam. Zuletzt ist von ihr im Promedia Verlag erschienen: 'Grenzen und ungleiche regionale Entwicklung. Binnenmarkt und Migration in der Habsburgermonarchie' (2003).

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 15.12.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783853718506
    Verlag: Promedia Verlag
    Größe: 1183 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Arbeit

Einführung

Der Band beschäftigt sich mit Arbeitsverhältnissen in verschiedenen Weltregionen im historischen und interkulturellen Vergleich. Der Fokus liegt dabei auf der Verbindung unterschiedlicher Arbeitsverhältnisse.

Als Grundlage der Darstellung dieser Verbindungen dient die Hypothese von der Gleichzeitigkeit und der Kombination unterschiedlicher Arbeitsverhältnisse. Die Vorstellung einer linearen oder stufenweisen Abfolge von Produktionsweisen und mit diesen verbundenen Arbeitsverhältnissen wird zurückgewiesen. Vielmehr konzentrieren wir uns auf die große Vielfalt von Tätigkeiten, die in jeder historischen Epoche dem Überleben und der Selbstfindung der Menschen dienten. Arbeit umfasste und umfasst Tätigkeiten für den Markt und für die Selbstversorgung, für das nackte Überleben und für die Befriedigung von Luxus und Statusbedürfnissen, von kultureller Repräsentation und zur Demonstration von Macht und Glaube. Eine Trennung von Arbeits- und Wohnort, Arbeits- und Freizeit blieb lange Zeit die Ausnahme und trat erst im Zuge der Industriellen Revolution an der Wende vom 18. zum 19. Jahrhundert mit der Zentralisierung der Erwerbsarbeit in Fabriken und Büros in den westlichen Industrieländern in den Vordergrund. Dies traf weder für alle Menschen in der Industriegesellschaft zu, wo bäuerliche Landwirtschaft, Handwerk und Heimarbeit, Haus- und Subsistenzarbeit sowie eine große Bandbreite von Tätigkeiten, mit denen sich Nicht-Erwerbstätige durchbrachten, weiterhin das Arbeitsleben prägten. Noch weniger traf es für jene Regionen in- und außerhalb Europas zu, in denen die Fabrikindustrie zunächst keine und - im Laufe nachholender Industrialisierung - keine dominierende Rolle spielte und Fabrikarbeit immer nur eine Erwerbsform unter vielen Überlebenstätigkeiten war und ist, die in Kombination mit anderen Tätigkeiten im Verband von Haushalt und Familie verrichtet werden.

Die Gleichzeitigkeit und Kombination unterschiedlicher Arbeitsverhältnisse wird in diesem Buch in Form von sechs Zeitschnitten (1250, 1500, 1700, 1800, 1900, 2010) und den durch diese gebildeten Perioden vorgestellt.

Das Jahr 1250 steht für die Verdichtung der Urbanisierung und des Austauschs von Gütern des täglichen Bedarfs im Zusammenhang mit der Herausbildung eines eurasischen Weltsystem (Abu-Lughod 1989), dessen Dynamik im Westen vom lateinischen Europa, im Osten von der Reichsbildung der Mongolen geprägt war. Raub, Plünderung und Entführung von Fachkräften entzogen den eroberten Regionen Werte, eine Kontrolle über die überregionale Arbeitsteilung erreichten die damaligen Großmächte jedoch nicht. Im städtischen Handwerk begann sich ein werkzeug- und qualitätsorientierter Arbeitsbegriff herauszubilden, der sich von der mühevollen Arbeit im Haus und in der Landwirtschaft abhob.

Das Jahr 1500 steht für das westeuropäische Ausgreifen auf amerikanische Plantagen und Bergwerke. Die Arbeit, die Indigene und Sklaven zur Erwirtschaftung von Rohstoffen verausgabten, floss in das westeuropäische Gewerbe ein, das sich auf Fertigwaren konzentrierte. Auch innerhalb von Europa begann sich eine Arbeitsteilung zwischen westlichen Gewerberegionen und osteuropäischen Agrarregionen herauszubilden, die Waldprodukte und Nahrungsmittel zulieferten. Im eurasischen Kontext waren die Kompetenzzentren der gewerblichen Produktion jedoch in West-, Süd- und Ostasien angesiedelt: europäische Händler und Handelskompagnien und ihre Regierungen setzten alles daran, am innerasiatischen Handel mit Spezereien und gewerblichen Artikeln zu partizipieren. Sie verwendeten dafür Silber, das ihnen aus der Plünderung der amerikanischen Minen zur Verfügung stand.

Um 1700 trat in der gewerblichen Produktion neben die häusliche Selbstversorgung der Dörfer und die städtischen Zunfthandwerker das von Händlern betriebene Verl

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen