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Kooperationen für eine familienfreundliche Arbeitswelt Herausforderungen und Erfolgsfaktoren für die Zusammenarbeit von Unternehmen und Kommunen

  • Erscheinungsdatum: 11.03.2015
  • Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
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Kooperationen für eine familienfreundliche Arbeitswelt

Familienfreundlichkeit hat sich als ein Strategiethema für Städte, Gemeinden und Unternehmen etabliert. Während Kommunen sich dieses Themas im Rahmen der Erfüllung von Pflichtaufgaben annehmen und darüber hinaus die Vereinbarkeit von Beruf und Familie durch freiwillige Leistungen unterstützen, verfolgen Unternehmen dieses Ziel mit der Einführung und Umsetzung von familienbewussten Personalmaßnahmen. Neue und innovative Wege zu einer familiengerechten Arbeitswelt eröffnen sich, wenn Unternehmen und Kommunen gemeinsam und abgestimmt vorgehen. Deshalb wurden intersektorale Kooperationen für Familienfreundlichkeit von der Bertelsmann Stiftung und dem Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend im Rahmen einer gemeinsam durchgeführten Studie intensiv untersucht. Wie können familienbewusste Kooperationen zwischen Unternehmen und Kommune erfolgreich ausgestaltet werden? Wie können beide Partner davon profitieren? Und worin liegen die Erfolgsfaktoren und Hemmnisse bei der Zusammenarbeit heterogener Akteure? Die empirische Basis der Untersuchung bilden Interviews mit Praktikerinnen und Praktikern aus Wirtschaft, Politik und Verwaltung zu ihren Erfahrungen in Kooperationen.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 178
    Erscheinungsdatum: 11.03.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783867936835
    Verlag: Verlag Bertelsmann Stiftung
    Größe: 2825 kBytes
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Kooperationen für eine familienfreundliche Arbeitswelt

2Kooperationen von Unternehmen und Kommunen

Aus den bisherigen Ausführungen wird deutlich, dass es in puncto Familienfreundlichkeit aufeinander zulaufende Interessenlagen und Angebote von Unternehmen und Kommunen gibt. Unternehmen erwarten vom Staat, dass er ihnen weitere Informationen zur Förderung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf bereitstellt und dass Netzwerke, die sich mit dieser Thematik befassen, unterstützt werden. Vor allem die letztgenannte Erwartung adressiert eindeutig die lokale Ebene, da aus einer Vernetzung von Unternehmen mit weiteren Akteuren vor Ort sachgerechte Lösungen, die den lokalen Rahmenbedingungen entsprechen, resultieren können. Kommunen bieten in Lokalen Bündnissen für Familie nicht nur Informationsveranstaltungen zur familienbewussten Personalpolitik an, sie vernetzen auch Unternehmen untereinander wie auch mit Trägern der Kinder- und Jugendhilfe.

Vor diesem Hintergrund kann für den Bereich der Familienfreundlichkeit eine neuartige Aufgabenwahrnehmung von Kommunen und Unternehmen beobachtet werden. Kommunen entwickeln über die gesetzlich normierten Pflichtaufgaben hinaus Angebote und Maßnahmen zur Verbesserung der Vereinbarkeit von Familie und Beruf und binden dabei nicht staatliche Akteure zunehmend ein. Unternehmen haben ihrerseits die Steigerung der Familienfreundlichkeit zu einem personalpolitischen Ziel ernannt, welches sie im Rahmen der örtlichen Gegebenheiten und auch mit Unterstützung kommunaler Pflichtangebote und Lokaler Bündnisse für Familie verfolgen können. Diese weiterentwickelten Aufgabenwahrnehmungen von Unternehmen und Kommune werden konkret, wenn auf lokale Kooperationen von Erwerbswirtschaft und Staat geblickt wird.

Diese Kooperationen müssen nicht ausschließlich darauf ausgerichtet sein, ein konkretes Gemeinschaftsprojekt zu planen und umzusetzen. Sachgerechter erscheint ein weit gefasster Kooperationsbegriff für die gemeinsamen Aktivitäten von Unternehmen und Kommunen. Demnach sind - in Anlehnung an eine von Christa Etter vorgenommene Zusammenfassung des Kooperationsbegriffs - die Unabhängigkeit der Kooperationspartner, die Koordination der Aktivitäten sowie eine bessere Zielerreichung bei individuellem Vorgehen für Gemeinschaftsprojekte von Unternehmen und Kommunen maßgeblich (Etter 2003: 42).

Mögliche Inhalte intersektoraler Kooperationen von Unternehmen und Kommunen für mehr Familienfreundlichkeit können aus den beschriebenen Rahmenbedingungen sowie den Aktivitäten kommunaler und betrieblicher Familienpolitik abgeleitet werden. Theoretisch denkbar sind Kooperationen in den Themenfeldern Kinderbetreuung, Pflege, Familienunterstützende Dienstleistungen, Beruflicher Wiedereinstieg und Lokale Familienzeitpolitik.
2.1Kooperationen im Themenfeld "Kinderbetreuung"

Als wesentliche Voraussetzung für die gelingende Vereinbarkeit von Beruf und Familie gilt die Verfügbarkeit bedarfsgerechter Kinderbetreuungsangebote. Staatlicherseits sind mit der Einführung des Rechtsanspruches auf einen Kindergartenplatz im Jahr 1996 sowie mit dem Rechtsanspruch auf Kinderbetreuung für unter Dreijährige aus dem Jahr 2013 zumindest de jure die Voraussetzungen für eine im Anschluss an die Elterngeldphase durchgängige Kinderbetreuung bis zum Schuleintritt realisiert worden. Gleichwohl besteht kein Rechtsanspruch auf eine bestimmte Betreuungsform und auch die angebotenen Betreuungszeiten stehen nicht immer im Einklang mit dem Betreuungsbedarf erwerbstätiger Eltern. Darüber hinaus erschweren mehrwöchige Schließzeiten von Kinderbetreuungseinrichtungen, Schulferien sowie unregelmäßige Unterrichtszeiten die Vereinbarkeit. Auch die Betreuung ihrer schulpflichtigen Kinder konfrontiert erwerbstätige Eltern mit besonderen Herausforderungen.

Auch wenn die Erfüllung des Rechtsanspruches für die Betreuung nicht sc

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