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1414 - Die Erfolgsgeschichte der Rega und ihre Gesichter von Schläpfer, Franziska (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.07.2016
  • Verlag: Wörterseh Verlag
eBook (ePUB)
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1414 - Die Erfolgsgeschichte der Rega und ihre Gesichter

Die Rega ist im Inland verehrt, geliebt und bewundert, im Ausland als Organisation und Partnerin respektiert. Gegen 2,4 Millionen Gönnerinnen und Gönner bilden ihr Rückgrat und ermöglichen landesweite Luftrettung und weltweite Repatriierung verletzter und erkrankter Menschen. In '1414' lässt Franziska Schläpfer Menschen sprechen, von denen die Rega lebt: Piloten, Ärztin und Mechanikerin, Einsatzleiterin und Rettungssanitäter, die Mediensprecherin, den langjährigen Stiftungsratspräsidenten. Auch Pioniere der Rega und Gerettete. Sie alle berichten von Erfolgen und Rückschlägen, von schlafraubenden Einsätzen und nie vergessenen Erlebnissen, von glücklichen Momenten und elenden Augenblicken. Gianni Pisano hat die Porträtierten im Hangar der Rega ausdrucksstark ins Bild gesetzt. Eine reich illustrierte Chronik veranschaulicht die abenteuerlichen Anfänge der Rega und ihre fulminante Entwicklung.

Franziska Schläpfer, geb. 1945, ist seit über vierzig Jahren journalistisch tätig und hat sich als freie Kulturjournalistin auf die Schweiz und Schweizer Literatur spezialisiert. Sie veröffentlichte das 'Schweizer Lexikon der populären Irrtümer', den Porträtband 'Schön schräg - Schweizerinnen der besonderen Art', die Anthologien 'Reise in die Schweiz', 'Reise ins Tessin' und 'Reise in die Innerschweiz'. Franziska Schläpfer wohnt in Zollikon bei Zürich.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 320
    Erscheinungsdatum: 01.07.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783037635308
    Verlag: Wörterseh Verlag
    Größe: 12559 kBytes
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1414 - Die Erfolgsgeschichte der Rega und ihre Gesichter

Georg Hossli, Pionier der Intensivmedizin
und Notarzt an der Front

"Das ist mein Leben." Georg Hossli klappt den letzten Fotoband zu. Stundenlang hat er erzählt, als wäre es gestern gewesen. Kaum zu glauben, der Mann ist neunzig. Prägte die moderne Anästhesie in der Schweiz. Wissenschaftler, Professor, Familienvater, Notarzt im Dienst der Rega. Ein Leben? Zwei, drei, vier. Er deutet zum Waldrand neben seinem Haus in Witikon, hier habe er jeweils auf den Helikopter gewartet, und berichtet von allerlei Fällen - bis mir ist, als würde der Heli gleich über die Wipfel rattern.

Der einwöchige Papstbesuch im Juni 1984 war ein Höhepunkt. Er lacht: "Ich bin gottlob katholisch!" Erstmals hatte die Schweiz einen Papst zu Gast: Johannes Paul II. Die Rega war für sein gesundheitliches Wohl zuständig. Von Genf nach Fribourg flog das Kirchenoberhaupt mit der Crossair. Dort wartete der "Papst-Heli", ein aufgerüsteter Super Puma. Und die Bölkow BO 105 der Rega mit Pilot Ueli Soltermann, Flughelfer Heinz Enz und Notarzt Georg Hossli. "Wir flogen direkt hinter dem Papst, als erster der sieben Begleithelis. Bei allen Anlässen und Messen stand ich im roten Rega-Gwändli mit Heinz Enz und Notarztkoffer in der Nähe des Papstes. Die erste Nacht in Fribourg war er im Priesterseminar untergebracht; ich lag im Zimmer neben ihm."

Ein gutes Jahr später der eintägige Papst-Besuch im Fürstentum Liechtenstein. In Zürich-Kloten wartete Bundespräsident Kurt Furgler - und wiederum die Rega-Crew. "Der Papst kam zuerst auf mich zu: Da ist ja Professor Hossli!" Fürstenfamilie und Regierung bedankten sich später bei ihm und seinen Leuten mit einem Empfang auf dem Schloss.

Georg Hossli hatte schon früher Kontakt zum Vatikan. 1979 brachte er den schwer kranken polnischen Kardinal Andrzej Maria Deskur - verwandt mit dem Papst, engagierter Medienmann und Chef von Radio Vaticana - in seine Heimat, vermeintlich zum Sterben. "Bewacht von Schweizergardisten wurde er in einem Spezialauto vom Spital Santa Croce zum Militärflugplatz geführt. Wir repatriierten ihn via Universitätsspital Zürich nach Warschau." Als Hossli 2006 mit der Schweizerischen Gesellschaft für militärhistorische Studienreisen am 500-Jahr-Jubiläum der Schweizergarde teilnahm, traute er seinen Augen nicht: Unter den Gästen, im Rollstuhl, Kardinal Deskur.

Wie aber hat der Arzt zur Rega gefunden? Im März 1955, anlässlich der ersten grossen Propaganda-Aktion mit Fallschirmabsprüngen über dem Zürichsee. "Dem Rega-Gründer Rudolf Bucher war das Unterfangen nicht ganz geheuer. Er kontaktierte das Kantonsspital, ich wurde delegiert, die ärztliche Betreuung zu organisieren."

Georg Hosslis Grossmutter väterlicherseits war Hebamme: Das sind die medizinischen Wurzeln. Der Vater war Bahnhofvorstand in Zürich Enge. 1940 machte Georg die "Kriegsmatura" und begann Medizin zu studieren. Achtmal rückte er zum Aktivdienst ein. Der Leutnant war stolz, nicht als Sanitäter, sondern als Infanterist im Zürcher Gebirgsschützen-Bataillon 11 zu dienen. Während des achten Einsatzes 1944 erkrankte er an Pleuritis exsudativa, einer "nassen" Brustfellentzündung. Fünf Monate Liegekur im Militär-Sanatorium Leysin. Dort liess er sich von der Laborantin Mathilde Huber nicht nur in die Geheimnisse der Labormethoden einführen. 1947 heirateten die beiden.

Nach dem Staatsexamen diente er einige Monate als Schiffsarzt auf der "Margaret Johnson"; die Reise führte nach Schweden und Südamerika. 1950 wurde er Assistenzarzt in der Chirurgischen Klinik des Kantonsspitals Zürich - und als Jüngster im Team, das war damals so üblich, wurde er auch für Narkosen eingesetzt. Zwei Jahre später machte er seinen Chef Professor Alfred Brunner auf drei tödliche Vorfälle aufmerksam, die nach seiner Meinung vermeidbar gewesen wären. So rasant entwickelten sich die Kenntnisse und Verfahren der Anästhesie.

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