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Demographie als Herausforderung für den öffentlichen Sektor

  • Erscheinungsdatum: 10.05.2008
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
eBook (PDF)
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Demographie als Herausforderung für den öffentlichen Sektor

Demographischer Wandel ist ein zentrales Zukunftsproblem. Vorhersagen prognostizieren dem öffentlichen Sektor aufgrund demographischer Entwicklungen eine Überalterung der Arbeitskräfte, Facharbeitermangel, verschlechternde Haushalte und eine allgemeine Einschränkung des öffentlichen Sektors. Aber werden diese dramatischen Konsequenzen wahr werden? Der Gegenstand des Buches sind soziale Antworten auf Probleme demographischer Alterung am Beispiel des Arbeitsmarktes des öffentlichen Sektors. Prof. Dr. Reinhold Sackmann, Dr. Bernadette Jonda und Maria Reinhold arbeiten am Institut für Soziologie an der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg. Mit Beiträgen von: Walter Bartl, Thomas Edeling, Dirk Freigang, Elzbieta Golata, Gabriela Grotkowska, Peter Haug, Bernadette Jonda, Berndt Keller, Gerhard Kempkes, Katarzyna Kopycka, Burkart Lutz, Dominika Pawleta, Christian Rademacher, Maria Reinhold, Reinhold Sackmann, Walter Siebel, Jochen Stopper, Piotr Wróblewski.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 310
    Erscheinungsdatum: 10.05.2008
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531909110
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 1921 kBytes
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Demographie als Herausforderung für den öffentlichen Sektor

Demographie als Herausforderung (S. 9)

Reinhold Sackmann/Maria Reinhold/Bernadette Jonda

In einigen ostdeutschen Kommunen vollzog sich in den letzten Jahrzehnten ein dramatischer Wandlungsprozess: Die Einwohnerzahl sank um mehr als ein Drittel, Schrumpfung und demographische Entleerung wurden zur normalen Realität. In unserer wachstumsorientierten Gesellschaft waren diese Erfahrungen "peinlich", man versuchte sie lange als vorübergehend zu tarnen oder als regionale Besonderheiten abzutun.

Inzwischen wissen wir, dass viele Kommunen in Ost-, aber auch zunehmend in Westdeutschland diese Erfahrung gemacht haben. Ein Blick über die Ländergrenzen hinweg zeigt zudem, dass demographische Änderungen, die eine Wurzel des Phänomens schrumpfender Städte bilden, keine deutsche Besonderheit sind, sondern in vielen europäischen Ländern inzwischen auf der Tagesordnung stehen.

In Presseberichten zu schrumpfenden Regionen wird häufig der Eindruck vermittelt, dass Schrumpfung einen Teufelskreis in Gang setzt: Mit der Schrumpfung steigt der Wohnungsleerstand, die Steuereinnahmen sinken, die Verschuldung der Gemeinden wächst und die entsprechenden Kommunen entfernen sich immer mehr in Lebensgefühl und Wohlstand von den Wachstumsgebieten. Ein sich selbst verstärkender Kreislauf setzt ein, der kaum zu verhindern ist.

Aber ist diese Selbstläufigkeit der Entwicklung wirklich der Fall? Norbert Elias (1983) sah es in seinem Aufsatz "Die Fischer im Mahlstrom" als eine der Bedingungen des Wissenwollens an, dass man sich in ungewollten Prozessen befindet, denen man zu entrinnen sucht. Ähnlich gehen wir in diesem Band davon aus, dass sich unsere Gesellschaft in demographischen Verstrickungen befindet, in die sie nicht gelangen wollte. Dennoch kann man jetzt versuchen, über ein Verständnis der Prozesse, die darin ablaufen, zu neuen Kenntnissen zu kommen, die ermöglichen, dass man sich wieder von den negativen Folgen der demographischen Lage befreien kann.

Die öffentliche Debatte bezüglich der Folgen demographischer Veränderungen in Deutschland ist hier bisher sehr zwiegespalten: Auf der einen Seite gibt es die Pessimisten, die schrumpfende Städte und ein stagnierendes Land als Naturnotwendigkeit sehen, der man nicht entrinnen kann, auf der anderen Seite gibt es Autoren wie Hondrich (2007) die davon ausgehen, dass ein Rückgang der Bevölkerung einen Gewinn an Lebensqualität bereithält, da mehr Platz vorhanden ist und mehr Wohlstand für den einzelnen möglich wird.

Im vorliegenden Buch gehen wir davon aus, dass man derzeit noch nicht genau bestimmen kann, wie die Folgen der demographischen Veränderungen für unser Gemeinwesen sind. Erst durch unsere Handlungen in Auseinandersetzung mit demographischem Wandel bestimmen wir, wie die Folgen sein werden. Pessimismus und Optimismus sind hier nur unzureichende Hilfsmittel, um unsere Kompetenz im Umgang mit demographischen Änderungen zu verstärken.

Das Buch präsentiert deshalb Analysen von Experten des Feldes, die den möglichen Handlungsspielraum zu bestimmen versuchen. Im Fokus steht hier die Reaktion auf demographischen Wandel im öffentlichen Dienst. Politisch verfasste Gemeinwesen werden recht direkt von demographischen Veränderungen getroffen, vorausschauende Reaktionsweisen sind hier von besonderer Bedeutung.

Da die Personalausgaben insbesondere auf kommunaler und Länderebene in hohem Umfang den gesamten Handlungsspielraum der Gemeinwesen determinieren, stehen sie in diesem Band im Vordergrund des Interesses. Welche Reaktionen werden hier auf demographische Veränderungen ergriffen? Welche Möglichkeiten gibt es?

In diesem Band kommen Experten verschiedener sozialwissenschaftlicher Disziplinen zu Wort: Soziologen, Demografen, Ökonomen und Politikwissenschaftler. Der Band gliedert sich in drei Teile, die theoretische Überlegungen mit empirischen Analysen verbinden und sich thematisch vom Allgemeinen z

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