text.skipToContent text.skipToNavigation
background-image

Deutschland dienen Im Einsatz - Soldaten erzählen von Barth, Carsten (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 28.09.2016
  • Verlag: Plassen
eBook (ePUB)
17,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Deutschland dienen

Rund 60 Einsätze seit 1990. Weltweit. Zehntausende eingesetzte Soldaten. Hunderte Verletzte. Über 100 Todesfälle. Das sind die nackten Zahlen. Was aber verbirgt sich dahinter? Was genau macht die Bundeswehr eigentlich bei ihren Einsätzen? Und was leisten die Soldaten dort? Antworten auf diese Fragen liefert dieses Buch. Und zwar aus Sicht der einzelnen Soldaten, aus ihrem ganz persönlichen Blickwinkel. Ungefiltert, ungeschönt. Aber nicht ohne Stolz. Auch das ist wichtig. Denn: Die Deutschen und 'ihre' Bundeswehr - das ist ein schwieriges Verhältnis. Hohn und Spott sind dem Militär sicher, wenn Rüstungsvorhaben schieflaufen. Anerkennung, wie in den USA und Großbritannien gesellschaftlicher Konsens, wird den einzelnen Soldaten hierzulande kaum bis gar nicht entgegengebracht. Dabei sind es die von uns demokratisch gewählten Volksvertreter, die deutsche Soldaten in den Einsatz schicken. Buchstäblich in unserem Namen. Jetzt sprechen die Männer und Frauen, die Deutschland dienen - weltweit. Carsten Barth diente selbst zwölf Jahre in der Bundeswehr, absolvierte eine Offizierslaufbahn und studierte BWL an der Universität der Bundeswehr in Hamburg. Zuletzt war er im Rang eines Hauptmanns für eine Kompanie verantwortlich. Danach folgten Management-Positionen bei international agierenden Konzernen. Zudem hält er regelmäßig Vorträge zu militärhistorischen Themen. Oliver Schaal indes verweigerte den Wehrdienst aus Gewissensgründen und leistete stattdessen Zivildienst. Nach dem Studium der Germanistik und Politikwissenschaft arbeitete er als freier Journalist für mehrere Tageszeitungen im Rheinland sowie als Pressesprecher und ist mittlerweile in der Unternehmenskommunikation einer Mediengruppe tätig.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 28.09.2016
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783864704055
    Verlag: Plassen
    Größe: 6345 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Deutschland dienen

DIE
1990ER-
JAHRE

1

Lachende Smileys
für ein Dosenbier

Dieter Weltermann

26.05.1950

Oberstleutnant,
Heeresfliegerregiment 35

D eutschland steckt inmitten der Umbrüche im Zuge der Wiedervereinigung, als der irakische Diktator Saddam Hussein am 2. August 1990 das Nachbarland Kuwait von seinen Truppen überfallen lässt und somit den Zweiten Golfkrieg auslöst. Während der militärische Konflikt mit der Operation Desert Storm unter Führung der USA mit der Befreiung Kuwaits und der Kapitulation des Irak am 5. März 1991 endet, wandelt sich nach der vollzogenen deutschen Einheit auch die Ausrichtung der Bundeswehr: weg von der reinen Landesverteidigung hin zu einer global agierenden Einsatzarmee. Als die Vereinten Nationen (UN, englisch "United Nations") auf Basis der Resolution 687 beschließen, ABC-Waffen im Irak aufzuspüren und deren Zerstörung zu überwachen, sagt auch die Bundesregierung ihre Unterstützung zu. Die Beteiligung an der "United Nations Special Commission" (UNSCOM) wird zum ersten Auslandseinsatz der Bundeswehr, der keine Katastrophenhilfe ist. Heeresflieger werden der UN unterstellt und sollen vor allem die Waffenkontrolleure zu ihren Einsatzpunkten fliegen. Ein Einsatz dieser Art in einem noch "frischen" Kriegsgebiet ist absolutes Neuland für die Bundeswehr, die zaghaft ihre ersten Schritte in ihre neue Ausrichtung unternimmt. Erfahrungen mit solchen Situationen sind kaum vorhanden, auch mangelt es an der passenden Ausrüstung, als das Heeresfliegerregiment 35 aus Mendig und Oberstleutnant Dieter Weltermann mit seiner Fliegerstaffel schließlich diesen Einsatz angehen.

N ach mehreren Verwendungen sowohl in der Heeresfliegertruppe als auch im Stab im Luftwaffenamt als Rüstungsstabsoffizier wurden mir Anfang 1990 in einem Personalgespräch verschiedene neue Dienstposten angeboten, unter anderem auch meine Traumverwendung als Kapitän einer CH-53-Staffel in Mendig. Ich hatte bis dahin auch in meinen anderen Verwendungen immer eine Verpflichtung zum Erhalt meiner fliegerischen Berechtigungen, sodass mein Flugschein aktuell war. Daher hatte ich bereits rund 2.000 Flugstunden zusammen, als ich Staffelkapitän wurde. Um die CH-53 fliegen zu können, brauchte ich nur einen Weiterschulungslehrgang, die Umstellung war nicht schwierig. Die CH-53 ist ein wundervoller, sehr gutmütiger Hubschrauber mit viel Power. Ich habe sie mit Leidenschaft geflogen!

Noch in meinem ersten Jahr als Staffelkapitän besetzte der Irak unter Diktator Saddam Hussein das Nachbarland Kuwait und es kam infolgedessen zum Zweiten Golfkrieg - jedoch ohne Beteiligung deutscher Soldaten. Zum damaligen Zeitpunkt ahnte niemand hierzulande, dass die Folgen dieses Krieges auch die Bundeswehr recht schnell beschäftigen würden.

Zunächst wurde die Bundeswehr im Südosten der Türkei und im Nordwesten des Iran mit den Folgen der menschenverachtenden Politik des irakischen Diktators konfrontiert. Im Jahr 1991 attackierten die Truppen Saddams kurdische Dörfer im Norden des Irak mit Giftgas und töteten viele der Einwohner. Verzweifelt flüchteten Hunderttausende Kurden aus dem Irak in die Bergregionen an der Grenze zur Türkei und dem Iran. Dies löste dort eine humanitäre Katastrophe aus, weil die Menschen während der Winterzeit unversorgt und unter erbärmlichen Bedingungen in Zelten dahinvegetierten. Nachdem der UN-Sicherheitsrat mit der Resolution 688 die völkerrechtlichen Voraussetzungen für einen internationalen Hilfseinsatz geschaffen hatte, entschied die Bundesregierung einen Hilfseinsatz in der Türkei und im Iran mit Mitteln der Bundeswehr. Es wurden sechs Transall -Transportflugzeuge sowie 40 Hubschrauber für die Direktversorgung der Flüchtlinge

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen