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Die erste Leiche vergisst man nicht Polizisten erzählen

  • Verlag: dotbooks GmbH
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Die erste Leiche vergisst man nicht

Insider packen aus: 'Die erste Leiche vergisst man nicht', hrsg. v. Volker Uhl jetzt als eBook bei dotbooks. Der Moment, der dein Leben für immer verändert ... Am Beginn einer polizeilichen Laufbahn werden junge Polizeibeamte mit vielen Fällen zum ersten Mal konfrontiert: Der erste Verkehrsunfall, der erste Überfall - und die erste Leiche. Das sind Erlebnisse, die einen Polizisten sein ganzes Leben lang begleiten. In diesem Buch schildern 23 Beamte schonungslos und eindringlich ihre ersten Einsätze und zeigen dabei die Arbeit der Kripo mit all ihren Höhen und Tiefen. 'Es ist ein wichtiges Buch, das den Blick auf den Menschen in der Uniform des Polizeibeamten richtet.' Bundespräsident a. D. Horst Köhler 'Ein Manifest gegen den Verlust der Gefühle im Polizeiapparat.' Stuttgarter Zeitung 'Tatort Seele' - Nordbayrischer Kurier Jetzt als eBook kaufen und genießen: 'Die erste Leiche vergisst man nicht', hrsg. v. Volker Uhl. Wer liest, hat mehr vom Leben: dotbooks - der eBook-Verlag.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 215
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783958243262
    Verlag: dotbooks GmbH
    Größe: 1601kBytes
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Die erste Leiche vergisst man nicht

Lebenslänglich für Spur 3799

von Volker Uhl

Im Zeitraum von Mai 1984 bis Juli 1985 wurden im Bereich der Landkreise Heilbronn, Ludwigsburg und Rems-Murr drei Autofahrer erschossen, um in den Besitz ihrer Fahrzeuge zu gelangen. Diese dienten dem "Hammermörder" als Tatfahrzeuge für seine anschließenden Banküberfälle, bei denen er mit einem Vorschlaghammer das Panzerglas der Banken einschlug, um an die Beute zu gelangen.

Siegfried Ries {i} war für die Bearbeitung der Spur 3799 zuständig. Das Interview führte ich im November 2003.

Wann fand deine erste Begegnung mit der "Soko Hammer" statt?

Nach neun Jahren bei der Schutzpolizei beendete ich 1984 meine Ausbildung für die Kripo. Die "Soko Häldenmühle" bearbeitete den ersten Mordfall an Siegfried Pfitzner. Sie hatte ihren Sitz im feuchten Besprechungskeller der Kripo Ludwigsburg. Dort waren ebenfalls die Kollegen der Soko "Bianca Mann" {ii} untergebracht; ein junges Mädchen, das damals in Großbottwar ermordet worden war.

Der Täter überfiel am gleichen Tag die Bank in Erbstetten und schlug mit einem Vorschlaghammer das Panzerglas ein.

Am 28.12.1984 fand der Überfall auf die Raiffeisen- und Volksbank Cleebronn statt. Der Besitzer des Fluchtfahrzeugs, Eugene Wethey, wurde am 30.12.1984 tot aufgefunden.

Von da an begann ein anderes Leben. Ich kam als Kripo-Frischling zur "Soko Hammer", die auf 40 Beamte aufgestockt wurde. Sie bezog ihren Sitz im Feuerwehrgerätehaus Großbottwar.

Nach zehn Jahren hatte ich mich gerade von meiner Freundin getrennt. Da kam die Soko gerade recht, musste ich mich nun nicht mehr um die zerbrochene Beziehung kümmern. Dienstbeginn war um 8.00 Uhr. Gearbeitet wurde in der Regel bis 20.00 Uhr.

Abends reichte es mir gerade noch auf ein Bier in die Kneipe mit meinen Kumpels.

Aber trotz allem war ich hoch motiviert, und es war ein gutes Gefühl, Mitglied bei der "Soko Hammer" zu sein, auch wenn ich hierbei viele Kollegen überprüfen musste.

Wieso richtete sich das Augenmerk der Ermittler auf Polizisten?

Am Tatort von Pfitzner wurde eine Patronenhülse 9mm aufgefunden. Von dieser Munition wurden nach Angaben des Herstellers acht Millionen Stück an die Polizei geliefert. Die Spuren an der Hülse deuteten auf eine P 38 oder P 5 hin. Weitere Hülsen am Tatort Wethey waren von sogenannter Syntox-Munition, wie sie in den Schießkellern der Polizei verwendet wurde.

Einen Ermittlungsschwerpunkt bildete daher die Überprüfung von Kollegen, deren Waffe abhanden gekommen war beziehungsweise als verloren gemeldet wurde. Einmal mussten wir hierzu ein Waldstück durchsuchen lassen. Ergebnislos.

Auch in der Diensthundeführerstaffel Stuttgart, wo Poehlke Dienst verrichtete, war eine Waffe verschwunden. Daher wurden diese Kollegen besonders überprüft. Dafür war ich jedoch nicht zuständig.

Welche Hinweise lieferten die Spuren an den Tatorten?

Am Tatort Häldenmühle fanden wir lediglich eine Patronenhülse, 9mm Parabellum. Das Geschoss zur individuellen Zuordnung fehlte. Eines Morgens ließen wir 27 Tonnen Erde abtragen und zu einer Firma nach Heilbronn bringen. Wir durchforsteten die Erde mit Metallsuchgeräten. Hierzu wurde die Erde immer in kleinen Mengen auf Holzplanken ausgebreitet. Die Auflage durfte nicht höher als fünf Zentimeter sein. Fünf Samstage lang haben wir uns in freiwilligen Sonderschichten durch die Erde gewühlt. Außer Hufnägeln aus dem letzten Jahrhundert, Kronkorken und sonstigen Metallteilen wurde nichts aufgespürt.

Erst beim dritten Mord konnte ein Projektil sichergestellt werden.

Bei einem Überfall hatte sich der Täter an der eingeschlagenen Scheibe geschnitten. Daher konnte in der Bank und im Fluchtauto Blut gesichert werden. Während heute bereits eine Körperzelle zur individuellen DNA-Bestimmu

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