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Polizeiliche Berufsethik Ein Studienbuch von Wagener, Ulrike (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 17.11.2015
  • Verlag: Verlag Deutsche Polizeiliteratur
eBook (ePUB)
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Polizeiliche Berufsethik

Aufgabe der Polizei ist es, die öffentliche Sicherheit und Ordnung zu gewährleisten. Dafür darf sie sogar Zwang anwenden und in die Grundrechte Einzelner eingreifen. Gleichzeitig muss die Polizei sicherstellen, dass die Bürgerinnen und Bürger ihre staatsbürgerlichen Rechte wahrnehmen können. Somit gehört es von Beginn an zum polizeilichen Berufsalltag, gezielt und systematisch über das eigene berufliche Handeln und die ihm zugrunde liegenden Maßstäbe nachzudenken. Dies erfordert von den Polizeibeamtinnen und -beamten die Fähigkeit zur Reflexion und eine ausgebildete ethische Kompetenz. Ausgehend von Fallbeispielen will dieses Studienbuch zur ethischen Analyse polizeilicher Alltagspraxis und zur Reflexion des eigenen Berufsverständnisses anleiten. Im Einzelnen handelt die Autorin folgende Themen ab: Berufsbilder und Berufsmotivation der Diensteid als 'Hochleistungsversprechen'; Achtung und Schutz der Menschenwürde als polizeiliche Aufgabe; die neuere Diskussion um die Folter; Menschenwürde der Polizeibeamtin/des Polizeibeamten; die Herausforderungen des staatlichen Gewaltmonopols; legitime und illegitime Gewalt; Umgang mit Opfern und Tätern bei häuslicher Gewalt; Verhältnis von Professionalität und Mitgefühl; Umgang mit Hinterbliebenen; Überbringen von Todesnachrichten; Verhältnis von Fürsorge und Selbstsorge; Umgang mit Stress und eigener Belastung Das Buch ist konzipiert für die polizeiliche Aus- und Fortbildung; insbesondere richtet es sich an Studierende im Bachelor-Studiengang für den gehobenen Polizeivollzugsdienst. Es vermittelt prüfungsrelevante Kompetenzen ethischen Denkens und Urteilens. Arbeitsaufgaben und Kontrollfragen ermöglichen es, den eigenen Lernfortschritt selbstständig zu überprüfen.

Dr. Ulrike Wagener, Professorin für Berufsethik an der Hochschule für Polizei Baden-Württemberg in Villingen Schwenningen.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 222
    Erscheinungsdatum: 17.11.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783801107628
    Verlag: Verlag Deutsche Polizeiliteratur
    Größe: 13801 kBytes
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Polizeiliche Berufsethik

Kapitel 1 Kein Beruf wie jeder andere!

Ein erster Zugang zu ethischen Herausforderungen der polizeilichen Arbeit

Im Dienstrecht heute ging es um die "volle Hingabe". Müssen wir wirklich alles geben? Das hat doch Grenzen!? Ich hab erst mal eins von diesen "What my buddies think I do"-Postern rumgeschickt - echt witzig! Kennt ihr die? War der Lacher!

Weißt du, Marc, worauf es als Allererstes ankommt? Dass du nach der Schicht heil nach Hause kommst. Und warum sollten wir eigentlich bessere Menschen als der Rest sein? Die Polizei ist doch einfach nur ein Querschnitt der Gesellschaft.

Wir haben in Berufsethik einen Satz diskutiert, "polizeilicher Imperativ" hieß der: "Verhalte dich so, als ob von dir ganz allein und ganz persönlich das Ansehen und die Wirksamkeit der Polizei abhinge." Da ist was dran: Ein einziger Kollege, der Mist baut - und sofort ist das Vertrauen in die gesamte Polizei beschädigt.

Bearbeiten Sie die folgenden Aufgaben und verwenden Sie dabei die Materialien 1.1-1.7 sowie die weiterführende Literatur.

1. Analysieren Sie das Leitbild Ihrer eigenen Polizei (oder das Leitbild der Polizei Baden-Württembergs, Abb. 5 (s. S. 23)) mithilfe des Wertevierecks von Wieland ( Abb. 2 (s. S. 19)): Aus welchem Bereichen stammen die im jeweiligen Leitbild vertretenen Werte?

2. Vergleichen Sie das Leitbild Ihrer eigenen Polizei (oder das Leitbild der Polizei Baden-Württembergs, Abb. 5 (s. S. 23)) mit den Handlungsmustern der Polizistenkultur nach Rafael Behr (Tab. 3 (s. S. 25)).

3. Sofern Sie in Ihrer bisherigen Ausbildung schon Praxiserfahrung gesammelt haben: Welche der Handlungsmuster nach Rafael Behr haben Sie in der polizeilichen Praxis wiedergefunden? Werden diese von den Kolleginnen und Kollegen in "Reinform" oder mit Modifikationen vertreten?

4. Was sind Ihrer Ansicht nach die wichtigsten Eigenschaften eines guten Polizisten oder einer guten Polizistin? Vergleichen Sie Ihre Liste mit der Ihrer Mitstudierenden sowie mit der Liste positiver Eigenschaften in Tab. 4 (s. S. 26) .

5. Mit welchem der in Kap. 1.6 dargestellten Berufsbilder können Sie sich am ehesten identifizieren, mit welchem am wenigsten?

6. Darf man einen Eid brechen? Diskutieren Sie in Ihrer Studiengruppe Pro und Contra.

7. Die polizeiliche Berufsausübung kann einzelne Beamtinnen oder Beamte manchmal in einen Gewissenskonflikt führen. Überlegen Sie, in welchen (Einsatz-)Situationen das der Fall sein kann. Was tut die Organisation Polizei dafür, um Gewissenskonflikte bei den Einzelnen möglichst zu vermeiden?

8. Steht im Fall eines Gewissenskonfliktes das Gewissen über oder unter dem Gesetz? Begründen Sie Ihre Meinung .
1.1 Die Bedeutung von Vertrauen und das Potenzial für Misstrauen im Polizeiberuf

Die Polizei genießt in der Bundesrepublik Deutschland ein hohes gesellschaftliches Vertrauen. Dies zeigt sich in den regelmäßig durchgeführten Umfragen zum Vertrauen der Bevölkerung in Institutionen. In der letzten Befragung von November 2014 gaben 79 % von 1610 Befragten ab 15 Jahren an, der Polizei eher zu vertrauen, und nur 17 %, ihr eher nicht zu vertrauen ( TNS Infratest 2014 ). Eine Studie von 2012 mit 3480 Befragten ab 18 Jahren erbrachte das Ergebnis, dass insgesamt 70 % der deutschen Wohnbevölkerung der Polizei Vertrauen bzw. großes bis sehr großes Vertrauen entgegenbringen ( TNS Infratest 2012 ).

Im Vergleich mit anderen Institutionen belegt die Polizei in den Vertrauensumfragen seit Jahrzehnten einen der vorderen Ränge oder sogar den Spitzenplatz (vgl. Abb. 1 )./

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