text.skipToContent text.skipToNavigation

Abenddämmerung im Westen Gedanken und Notizen zur Welt von gestern, heute und morgen von Becker, Wieland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 10.04.2015
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
eBook (ePUB)
4,99 €
inkl. gesetzl. MwSt.
Sofort per Download lieferbar

Online verfügbar

Abenddämmerung im Westen

Seit 25 Jahren feiern sich die westlichen Demokratien und lobpreisen sich als vollkommen, als Hüter der Menschenrechte, als grandiose Wertegemeinschaft ... Je länger diese Selbstbeweihräucherung andauert, desto maßloser ihre Steigerung. Ihre neue globale Verantwortung haben sie bis heute nicht begriffen. Stattdessen sehen sie sich als Weltbeherrscher, die allem und jedem vorschreiben "dürfen", was er zu tun und zu lassen, was er zu glauben und zu denken hat. Aus dem einst mächtigen "militärisch-industriellen Komplex" ist - ein Bündnis von Wirtschaft, Politik, Militär und Medien - frei von jeglicher Demokratie - geworden, das alle Kräfte einsetzt, um die Welt im Interesse eines rücksichtslosen Profitstrebens zu dominieren. Eine Zwischenbilanz 2014 muss registrieren, dass die existentiellen Gefahren für Umwelt und Klima die Erde eine Katastrophe immer näher bringen, dass weltweite Armut und Hungersnöte Millionen zu Flüchtlingen machen und dass Kriege und Bürgerkriege seit zwei Jahrzehnten ganze Regionen auf Jahrzehnte zerstören. Ein Ende ist nicht in Sicht. Alle Einmischungen der westlichen Demokratien haben nur dazu geführt, dass die Konflikte auf Jahrzehnte unlösbar bleiben. Verschärft sich die Weltlage so weiter, dann kommt der Tag, an dem die "Sonne im Westen endgültig untergehen wird".

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 235
    Erscheinungsdatum: 10.04.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783957448095
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 332 kBytes
Weiterlesen weniger lesen

Abenddämmerung im Westen

VABANQUESPIEL "ZUKUNFT"

Von der Transformation von 1989 zum Stand der Dinge 2014

Die Wende des Jahres 1989, die mit dem Zusammenbruch des von der Sowjetunion geführten kommunistischen Staatenbundes in Europa endete, verband sich mit vielen Hoffnungen. Die gewaltfreien Massendemonstrationen, die die herrschenden kommunistischen Eliten zum Rücktritt zwangen, wurden von Gruppen geführt, die Demokratie, Freiheit und gesellschaftliche Veränderungen wollten, die das Leben der Menschen in diesem Sinne gestalteten würden. Ihre Vorstellungen über eine friedliche Zukunft orientierten sich nicht am neoliberalen Kapitalismus mit seiner uneingeschränkten Freiheit der Märkte. Aber dieser hatte auf Dauer die größere "Anziehungskraft" auf die Mehrheit der Menschen, die von dem, was ihnen als Sozialismus vorgeschrieben worden war, derart enttäuscht waren, dass ihnen eine Zukunft mit diesem marktwirtschaftlichen Kapitalismus als der Weg zu einem besseren Leben erschien. Letztlich gab es unabhängig davon keine ernsthafte Alternative zu diesem System, das sich durchgesetzt hatte und die Welt dominierte. Da war kein Platz für sozial-romantische Utopien, allein schon deshalb, weil sie keine Mehrheit fanden.

"Die Welt nach 1989 läßt sich als Ergebnis einer dreifachen Transformation verstehen: des Übergangs zur Demokratie als einziger Grundlage legitimer Regierung; der Globalisierung der Marktwirtschaft als Weg zu Prosperität und Moderne; der Triumph des Westens im Kalten Krieg als Vorspiel zur Wiedervereinigung Europas und der Suche nach einer ' neuen internationalen Ordnung' . In der Tat könnte heute der passende Augenblick gekommen sein, um die Vermächtnisse von 1989 zu beurteilen, da wir 25 Jahre später die Grenzen oder die Erschöpfung der drei miteinander verbundenen, 1989 angestoßenen Zyklen erkennen können, welche die Welt bisher geprägt haben: erstens vom demokratischen Elan von 1989 zur Demokratiemüdigkeit oder zur Krise der Demokratie und dem Aufstieg autoritärer Regime; zweitens vom uneingeschränkten Triumph einer globalisierten Marktwirtschaft, die vom Westen vorangetrieben wurde, zur internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise, die seit 2008 die Fundamente der wirtschaftlichen Vorrangstellung des Westens erschüttert hat; und drittens von der Hoffnung auf ein ' geeintes und freies Europa' und eine ' neue internationale Ordnung' , die auf global governance basieren sollten, zur Wiederbehauptung der Machtpolitik..."

Die USA und die mit ihr verbündeten Staaten hatten sich im Jahrzehnte andauernden Ost-West-Konflikt als die ökonomisch stärkste Machtgruppierung der Welt behauptet. Ihrem Selbstverständnis entsprechend, sah sich die USA nunmehr als alleinige Führungsmacht im Bündnis mit den europäischen Demokratien. Statt nun die internationale Neuordnung maßvoll und mit strategischem Weitblick zu gestalten, wurde die Politik der USA im Laufe der Jahre aggressiver und - angesichts der Gefahr eines zunehmend weltweit operierenden Terrorismus mit seinen Netzwerken - immer gewaltbereiter. Offenkundig hatte die westliche Welt angesichts des Sieges über das kommunistische System ein grundlegendes essentielles Problem nicht wahrnehmen wollen. Denn mit dem Ende des Kommunismus stand sie in einer globalen Verantwortung als die nunmehr einzige Macht, der es möglich war, internationale Konflikte zu lösen, militärische Konfrontationen einzudämmen oder zu beenden. Zugegeben, dafür waren die Bedingungen für die USA nicht die besten, da ihr Ansehen in Teilen der arabischen Welt schwer gelitten hatte und beide Seiten die jeweils andere als Feindbild instrumentalisierten.

1961 - vor mehr als fünfzig Jahren - schrieb Erich Fromm den Beitrag: "Geistig gesundes Denken und Außenpolitik"

Dort führt er unter anderem aus: "Unter den vielfältigen Formen geistig kranken und unvernünftigen Denkens, die unseren Wirklichkeitssinn in Fragen de

Weiterlesen weniger lesen

Kundenbewertungen