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Adolf Heinrich Graf v. Arnim-Boitzenburg (1803-1868) Eine politische Biographie. von Nitschke, Wolf (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 02.02.2011
  • Verlag: Duncker & Humblot
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Adolf Heinrich Graf v. Arnim-Boitzenburg (1803-1868)

Die Konservativismus-Forschung weist zahlreiche Desiderata auf. Die vorliegende Dissertation nimmt sich eines dieser "weißen Flecken" an, indem sie das politische Wirken des Grafen Adolf v. Arnim-Boitzenburg in den Blick nimmt, der zu Unrecht dem Vergessen anheimfiel: Arnim wurde 1842 jüngster Innenminister und am 19. März 1848 erster Ministerpräsident Preußens. Außerdem leitete er von 1849 bis 1866 konservative Fraktionen im preußischen Landtag.
Die Karriere des Boitzenburgers verlief jedoch nicht so geradlinig, wie diese nüchternen Daten es vermuten lassen. Dies liegt daran, daß Arnim zwar konservativ war, jedoch sowohl mit dem "Romantiker auf dem Thron" Friedrich Wilhelm IV. als auch mit führenden Altkonservativen wie Ernst-Ludwig v. Gerlach in Konflikt geriet. Um dieses Phänomen historisch verorten zu können, definiert der Verfasser den Begriff "Staatskonservativismus", den schon Ernst-Rudolf Huber und Thomas Nipperdey verwendeten, neu: Er soll den Flügel des Konservativismus abgrenzen, dessen Vertreter sich an Staat und Dynastie orientierten und auch dann für eine starke Exekutive eintraten, wenn sie dabei in Konflikt mit dem regierenden Monarchen gerieten. Nicht zufällig wurde Arnim wie Bismarck also eine "Neigung zum Absolutismus" bzw. "Bonapartismus" vorgeworfen.

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Adolf Heinrich Graf v. Arnim-Boitzenburg (1803-1868)

V. "Neue Ära" und Verfassungskonflikt (1858–1866) (S. 339-340)
Nachdem König Friedrich Wilhelm IV. im Sommer 1857 erkrankt war, wurde sein Bruder Wilhelm am 23. Oktober 1857 zunächst nur für drei Monate zum Stellvertreter des Königs ernannt. Durch diese verfassungswidrige Stellvertretung versuchten die Konservativen den Machtwechsel hinauszuzögern1, den die volle Übernahme der Amtsgeschäfte durch den Thronfolger automatisch bedeutet hätte, weil Wilhelm seit dem Krimkrieg mit der oppositionellen Wochenblattpartei sympathisierte2. Die Stellvertretung wurde am 6. Januar, am 9. April und am 25. Juni 1858 für jeweils drei Monate verlängert.
Im Spätsommer 1858 rückten dann die Wahlen zum Abgeordnetenhaus näher, was die Konservativen in Zugzwang brachte: Entweder wurde eine dauerhafte Vertretung des Königs beschlossen oder im Wahlkampf ausführlich thematisiert. Am 7. Oktober 1858 wurde darum im Kronrat auf Drängen des Prinzen Wilhelm und auf Grund der Tätigkeit der liberalen Opposition die Einrichtung einer Regentschaft gemäß Art. 56 der Verfassung beschlossen.
Am 25. Oktober stimmte der Landtag einstimmig zu5, am folgenden Tage leistete Prinz Wilhelm seinen Eid als Regent6. Auf Grund dieser Auseinandersetzungen um die Regentschaft war das Verhältnis zwischen Wilhelm und den Altkonservativen vollends gestört. Die erste Amtshandlung des Regenten waren die Entlassung des Innenministers Westphalen, der bis zuletzt gegen die Regentschaft opponiert hatte; wenig später folgten die Entlassung des Ministerpräsidenten Otto v. Manteuffel und die Bildung eines gemäßigt liberalen Ministeriums unter Karl Anton v. Hohenzollern-Sigmaringen am 6. November 18587, an dem auch die nationalkonservative Wochenblattpartei beteiligt wurde und als dessen eigentlicher Kopf Rudolf v. Auerswald galt.
Am 8. November trat der Prinzregent mit einer aufsehenerregenden Regierungserklärung vor dieses neue Kabinett, in der unter anderem die Maxime enthalten war: "In Deutschland muß Preußen moralische Eroberungen machen."9 Außerdem habe die Regierung "überall das Recht zu schützen." Dieses Regierungsprogramm fußte im wesentlichen auf den Ideen der Wochenblattpartei10; es bedeutete einen demonstrativen Bruch mit der Manteuffelschen Politik.

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