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Afrikas Wege aus der Armutsfalle von Eberlei, Walter (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 01.08.2012
  • Verlag: Brandes & Apsel Verlag
eBook (PDF)
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Afrikas Wege aus der Armutsfalle

Afrikas Armutsfalle ist real. Vielfältige strukturelle Hindernisse begrenzen die Entwicklungschancen des Kontinents. Sub-Sahara Afrika ist und bleibt das Armenhaus der Welt. Doch Afrikas Wege aus der Armutsfalle sind ebenso real. Während einige Länder des Kontinents in jeder Hinsicht stagnieren oder zurückfallen, sind seit einigen Jahren aus vielen anderen Ländern beachtliche Entwicklungsfortschritte zu berichten. Dazu zählen ein anhaltend hohes Wirtschaftswachstum sowie signifikante Fortschritte im Kampf gegen Armut und für eine menschenwürdige Entwicklung. Zwar verpasst die aktuelle Weltwirtschaftskrise diesem Trend einen schwerwiegenden Dämpfer, doch langfristig aufhalten, so die Prognose, wird sie ihn nicht. Soziale und wirtschaftliche Fortschritte in Afrika werden ganz entscheidend durch eine armutsorientierte Politik afrikanischer Regierungen beeinflusst. Und diese hat sich in den vergangenen zehn Jahren in vielen Ländern deutlich verbessert. Die neue Qualität von Regierungspolitik fällt nicht vom Himmel. Sie hat ihren Ursprung in der Demokratisierung Afrikas in den späten 1980er und 1990er Jahren und dem Entstehen einer lebendigen Zivilgesellschaft. Eine starke politische Öffentlichkeit schafft heute eine Binnennachfrage nach entwicklungsorientierter Politik und setzt die Mächtigen unter Handlungsdruck. Internationale Entwicklungszusammenarbeit kann diese Trends stärken, gerade in Zeiten der Krise. Bisher hat sie aber nicht genug dazu beigetragen, demokratisches Regieren und armutsorientierte Politik in Afrika zu unterstützen. In jüngster Zeit angestoßene Reformen tragen jedoch dazu bei, die Wirksamkeit von Entwicklungszusammenarbeit zu erhöhen. Der Autor: Walter Eberlei, Dr., Professor im Fachbereich Sozial- und Kulturwissenschaften der Fachhochschule Düsseldorf und gelernter Journalist. Er beschäftigt sich seit über zwanzig Jahren mit Entwicklungspolitik in Forschung und Lehre, aber auch in der Praxis: als Mitarbeiter, Berater und Gutachter von staatlichen und nicht-staatlichen Organisationen der Entwicklungszusammenarbeit. Zahlreiche Forschungsaufenthalte führten ihn in den vergangenen zehn Jahren in eine Reihe afrikanischer Länder.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 200
    Erscheinungsdatum: 01.08.2012
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783860999608
    Verlag: Brandes & Apsel Verlag
    Größe: 3575 kBytes
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Afrikas Wege aus der Armutsfalle

Kapitel 1
Umbrüche und Aufbrüche: In Afrika viel Neues
Sub-Sahara Afrika gilt vielen als hoffnungsloser Fall. Krisen und Katastrophen, Kriege und Konflikte, Krankheiten und Korruption. Die Afropessimisten haben viele gute Argumente: Es gibt keine Region mit so vielen menschenverachtenden Despoten und so schwachen Regierungen. Keine Region mit solchen Plagen biblischen Ausmaßes wie der HIV/AIDS-Pandemie oder der rasanten Ausbreitung der Wüsten. Keine Region mit so wenig Anschluss an die Weltwirtschaft und so wenig Gewicht in der Weltpolitik.
Kein Zweifel, Sub-Sahara Afrika steht vor schier unüberwindlichen Herausforderungen, deren größte das Elend ist, in dem Hunderte von Millionen Menschen ihr Dasein fristen. Acht von zehn Afrikanerinnen und Afrikanern sind nach ökonomischen Kriterien arm. Die meisten von ihnen kämpfen täglich um ihre Existenz. Jedes zweite Kind, das weltweit an vermeidbaren Ursachen stirbt, stirbt in Afrika. Die Armutsfalle, auf ewig verschlossen, scheint das afrikanische Schicksal zu sein.
Doch verdeckt durch all die täglichen schlechten Nachrichten vom Katastrophenkontinent zeichnen sich in den vergangenen Jahren in einer ganzen Reihe afrikanischer Länder erstaunliche Entwicklungen ab. Die erste Dekade des 21. Jahrhunderts wird durch überraschende Umbrüche und Aufbrüche geprägt, durch Trends, mit denen vor zehn Jahren kaum ein Beobachter gerechnet hätte:
-Nachdem Afrika über Jahrzehnte fast ausnahmslos mit einem wirtschaftlichen Null-Wachstum oder gar schrumpfenden Volkswirtschaften leben musste, erzielen eine ganze Reihe von Ländern seit einigen Jahren Wachstumsraten von jährlich vier, fünf oder sechs Prozent. In den Jahren 2004 bis 2007 lag sogar das durchschnittliche Wachstum für die gesamte Region bei sechs Prozent - das sind Werte, die Sub-Sahara Afrika seit den frühen 1970er Jahren nicht mehr erreicht hat. Seit dem Jahr 2000 wachsen die afrikanischen Volkswirtschaften auch erstmals seit 20 Jahren wieder schneller als die Bevölkerung. So wurden zwischen 2004 und 2007 im Durchschnitt Sub-Sahara Afrikas signifikante Steigerungen des Pro-Kopf-Einkommens von jährlich über drei Prozent erreicht.
-Während die Lebenserwartung der Menschen in Sub-Sahara Afrika in den 1990er Jahren erstmals seit Jahrzehnten gesunken war, vor allem aufgrund der HIV/AIDS-Pandemie, wurde dieser negative Trend inzwischen gestoppt. Seit 2006 steigt sie wieder.
-Nachdem die Armut in Sub-Sahara Afrika Ende der 1990er Jahre ihren historischen Höhepunkt erreicht hatte, sank der Anteil der in extremer Armut lebenden Menschen in der Region in den Jahren 1999 bis 2005 von 58 Prozent auf 51 Prozent. Sie liegt damit noch immer weit über den Armutsraten anderer Weltregionen. Gleichwohl könnte sich Ende der 1990er Jahre eine Trendwende ereignet haben.
-Diese Annahme wird auch durch den Index der Menschlichen Entwicklung bestätigt, der vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) vorgelegt wird. Nach den jüngsten Zahlen hat sich dieser Index, der Daten über Lebenserwartung, Bildung/Alphabetisierung und Pro-Kopf-Einkommen kombiniert, zwischen dem Jahr 2000 und 2006 für die Mehrheit der Länder in Sub-Sahara Afrika positiv entwickelt.
Diese Trends fallen nicht vom Himmel. Sie sind das Ergebnis eines entwicklungspolitischen Neuanfangs in Sub-Sahara Afrika. Entwicklungspolitik im Afrika der 1980er und 1990er Jahre zeichnete sich im Kern durch drei Elemente aus. Erstens waren dies die massiven und blaupausenartigen Interventionen von Weltbank und Internationalem Währungsfonds (IWF) in der Ära neoliberaler Strukturanpassung. Zweitens prägte eine Fülle von unkoordinierten und unterschiedlichen Konzepten der internationalen Entwicklungshilfegeber diese Zeitspanne. Ein unverkennbares drittes Kennzeichen jener Jahre waren politische Eliten, die sich an den ohnehin knappen staatlichen Ressourcen bereicherten und ihre Macht damit absicherten, ohne durch die internationalen Geberorganisationen und noc

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