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Amerikas letzte Chance von Klüver, Reymer (eBook)

  • Erschienen: 18.02.2012
  • Verlag: Berlin Verlag
eBook (ePUB)
10,99 €
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Amerikas letzte Chance

Nach drei Jahren unter Barack Obama sind die Vereinigten Staaten zerrissener denn je. Neben der anhaltenden schweren Wirtschaftskrise kämpft das Land mit den Altlasten der Vergangenheit: Armut, Rassismus, Kriege ohne Ende. Obendrein stehen sich die politischen Lager so unversöhnlich gegenüber wie seit langem nicht. Fort ist der Wunderglaube, der den wortgewaltigen Demokraten Ende 2008 ins Weiße Haus katapultierte. Die letzte verbliebene Supermacht scheint die Hoffnung auf einen Aufbruch aus eigener Kraft verloren zu haben.
Die SZ-Korrespondenten Reymer Klüver und Christian Wernicke erleben und schildern die politische wie soziale Krise Amerikas aus nächster Nähe. Sie ziehen eine schonungslose Bilanz der Präsidentschaft Obamas und benennen die herkulischen Aufgaben, vor denen er und eine Weltmacht im Niedergang stehen. Sie zeigen aber zugleich, warum Obama mit vielen seiner Reformvorhaben scheitern musste - und warum doch allein seine Wiederwahl Amerika eine letzte Chance zur eigenen Erneuerung als westlicher Führungsmacht eröffnen könnte.

Produktinformationen

    Größe: 440kBytes
    Herausgeber: Berlin Verlag
    Untertitel: Warum sich die Weltmacht neu erfinden muss
    Sprache: Deutsch
    Seitenanzahl: 352
    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    ISBN: 9783827075253
    Erschienen: 18.02.2012
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Amerikas letzte Chance

EINLEITUNG

Warum sich die Weltmacht neu erfinden muss

"Amerikas letzte Chance"? Das klingt anmaßend. Und es ist, in den Augen mancher unserer amerikanischen Freunde, mal wieder typisch für Europäer, die gern auf dieses Land jenseits des Ozeans herabschauen - gerade in diesen Jahren, da die Weltmacht erkennbar angeschlagen ist. "Letzte Chance" - als stünden die Vereinigten Staaten vor dem Untergang? Das wäre natürlich Unsinn. Noch immer ist New York eine der vibrierendsten Städte auf dem Erdball, im kalifornischen Silicon Valley sind nach wie vor die cleversten Computerfreaks der Welt zu Hause und in Harvard die schärfsten Denker. In Washingtons Think-Tanks sind brillante Kenner der internationalen Politik zu finden, und Hollywood produziert noch immer Filme, die die Welt bewegen. Amerika ist auf so vielen, so verschiedenen Gebieten nach wie vor führend - politisch, wirtschaftlich, militärisch, kulturell, technologisch - , dass der Titel dieses Buches reichlich kühn anmuten mag.

Und doch, auch in den Vereinigten Staaten sind immer mehr Stimmen zu vernehmen, die Amerika auf einer abschüssigen Bahn sehen, vor einer gewaltigen Wegscheide, an der sich herausstellt, ob die erste Demokratie der modernen Welt auch in diesem, nun nicht mehr ganz jungen Jahrhundert unbestrittene Führungsmacht bleibt. Oder ob Amerika, wie viele fürchten und manche hoffen, nach dem Ende des American Century in die Zweitrangigkeit absteigt oder gar, im schlimmsten Fall, sich selbst verliert. Das Land scheint nicht zu wissen, in welche Richtung es gehen will.

Thomas Friedman, der scharfzüngige linke Kolumnist der New York Times , und sein Koautor, der kluge Politikwissenschaftler Michael Mandelbaum, konstatieren kurz und knapp in ihrem jüngsten Buch That Used to Be Us ("Das waren einmal wir"): Wenn die Amerikaner die Herausforderungen, vor denen das Land steht, nicht meistern, dann riskieren sie "ein mieses 21. Jahrhundert". Und Peggy Noonan, eine nachdenkliche konservative Kommentatorin, schreibt im Wall Street Journal : "Die Menschen fürchten zunehmend die Verwerfungen im Inneren, sie fürchten sogar, dass unser Land auseinanderbrechen könnte. Reich/arm, schwarz/weiß, jung/alt, rot/blau (also: republikanisch/demokratisch): Die Dinge, die uns trennen, sind nicht neu; und doch gibt es jetzt ein Gefühl, dass der Klebstoff, der uns für mehr als zwei Jahrhunderte zusammengehalten hat, sich abgenutzt hat und mit den Jahren rissig geworden ist." Das Land hat seine alte, uramerikanische Zuversicht verloren, es bröckelt die Hoffnung auf einen Aufbruch aus eigener Kraft. New Yorks Bürgermeister Michael Bloomberg warnte vor der Gefahr sozialer Unruhen in den Straßen amerikanischer Städte, noch ehe die Occupy-Wall-Street-Bewegung in Erscheinung trat.

Wie anders war es fast vier Jahre zuvor. Eine neue Ära schien anzubrechen nach acht langen Jahren erbitterten politischen Streits unter Präsident George W. Bush. "Change has come to America!", verkündete Barack Obama vor Hunderttausenden in Chicagos Grant Park in einer Novembernacht, die Geschichte machte: Gerade hatten ihn die Amerikaner an diesem 4. November 2008 zum 44. Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt: der erste Schwarze im Weißen Haus. Die Nation glaubte tatsächlich, sich neu erfinden zu können. Das Land bebte vor Zuversicht.

Die Demokraten sahen in ihm einen großen Präsidenten, noch ehe Obama sein Amt überhaupt angetreten hatte. Sie verglichen ihn mit ihren politischen Ikonen des 20. Jahrhunderts, dem noch immer verehrten John F. Kennedy oder dem großen Reformer und Weltkriegspräsidenten Franklin D. Roosevelt. Die Wechselwähler, die sich in ihrer Mehrzahl für ihn entschieden hatten, erblickten in dem schlanken, hochgewachsenen Senator einen Mann, der das Land mit sich selbst versöhnen und endlich wieder Zivilität in den politischen

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