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Entrepreneurship-Politik Neue Standortpolitik im politischen Spannungsfeld zwischen Arbeitsmarkt und Interessengruppen von Beckmann, Iris A. M. (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 14.01.2009
  • Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
eBook (PDF)
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Entrepreneurship-Politik

Erfolgsregionen wie Silicon Valley haben die Aufmerksamkeit der Wirtschaftspolitiker auf Entrepreneurship-Aktivitäten als Quelle wirtschaftlichen Wachstums gelenkt. Länderübergreifend ist seit den 1990er Jahren die Entstehung einer neuen Wirtschaftspolitik zur Förderung von Entrepreneurship-Aktiviäten zu beobachten. Dieses Buch untersucht zum einen Ursachen für die Verschiebung der Wirtschaftspolitik, die sich in der Entstehung der Entrepreneurship-Politik niederschlägt. Zum anderen werden Determinanten identifiziert, die Unterschiede in der Ausrichtung und der wirtschaftspolitischen Bedeutung der Entrepreneurship-Politik erklären können. Als Haupteinflussfaktoren werden der Arbeitsmarkt und der Einfluss unternehmerischer Interessengruppen ermittelt.

Iris A. M. Beckmann ist Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Abteilung Entrepreneurship, Growth und Public Policy am Max-Planck-Institut für Ökonomik, Jena.

Produktinformationen

    Format: PDF
    Kopierschutz: AdobeDRM
    Seitenzahl: 214
    Erscheinungsdatum: 14.01.2009
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783531917894
    Verlag: VS Verlag für Sozialwissenschaften (GWV)
    Größe: 1296 kBytes
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Entrepreneurship-Politik

" 3. Wer bestimmt die Entrepreneurship-Politik? (S. 47-48)

3.1 Einleitung

Die Ergebnisse des Eurobarometers 2003 waren der Anlass für den Aktionsplan 'Entrepreneurship' der Europäischen Kommission (European Commission 2004). Eine Umfrage unter Europäern im Rahmen des Eurobarometers im Jahr 2003 ergab, dass 47% der Europäer berufliche Selbständigkeit bevorzugen, aber nur 17% diese tatsächlich realisieren. In Europa waren zu dieser Zeit nur 4% der Bevölkerung damit beschäftigt, ein Unternehmen zu gründen oder eine Geschäftsidee umzusetzen. In den USA lag der Anteil der Nascent Entrepreneurs mit 11% deutlich höher. Außerdem zeigte sich, dass Europäer im Vergleich zu US-Amerikanern risikoaverser sind, was eine Unternehmensgründung angeht. Der Aussage "one should not start a business when there was a risk of failure"" stimmten 44% der Europäer zu. In den USA waren es nur 29% der Befragten. (vgl. ibid.: 3).

"The EU is not fully exploiting its entrepreneurial potential. It is failing to encourage enough people to become an entrepreneur."" (European Commission 2004: 3) Warum werden die vergleichsweise niedrigen Entrepreneurship-Aktivitäten in der EU als politisches Problem wahrgenommen? Das folgende Kapitel diskutiert verschiedene Erklärungsansätze, die einen Beitrag zum Verständnis der Wahl unternehmensbezogener Wirtschaftspolitik und Entrepreneurship-Politik leisten. Diese Erklärungsansätze messen ökonomischen und politischen Faktoren unterschiedliche Bedeutung bei der Wahl der Wirtschaftspolitik bei.

Forschungsarbeiten aus dem Bereich der Wohlfahrtsökonomik berücksichtigen ausschließlich ökonomische Faktoren. Wirtschaftspolitische Instrumente werden hier als Steuerungsmöglichkeiten des Marktes betrachtet. Die normative Meßlatte für staatliche Interventionen ist die Existenz von Marktversagen. Die Implementierung der unternehmensbezogenen Wirtschaftspolitik ist daher eher ein technisches Problem. Polit-ökonomische Forschungsarbeiten berücksichtigen dagegen den politischen Prozess als zentrale Determinante der Wirtschaftspolitik. Die Wahl der unternehmensbezogenen Wirtschaftspolitik ist hier das Ergebnis des politischen Interessenausgleichs der betroffenen Akteure. Kapitel 3 schließt mit einer Darstellung der Ungereimtheiten, die bei dem Versuch, den Einsatz von Entrepreneurship-Politik mit Hilfe der zuvor diskutierten Ansätze zu erklären, bestehen bleiben.

3.2 Informationsdefizite, Externalitäten und Entrepreneurship-Politik

Wohlfahrtsökonomische Forschungsarbeiten begründen die Implementierung von Entrepreneurship-Politik mit der Existenz von Marktversagen. Aus wohlfahrtsökonomischer Perspektive ist das Vorliegen von Marktversagen eine notwendige Bedingung für staatliche Interventionen. "Even if entrepreneurship is conceivably linked to an enhanced economic performance this is no automatic economic justification for public policy intervention.

The economic rationale for public intervention relies on the existence of distortions and market failures."" (Audretsch, Grilo et al. 2007: 7) Die Theorie des Marktversagens ist ein zentraler Theoriebaustein der paretianischen Wohlfahrtsökonomik (vgl. Fritsch, Wein et al. 1993). Diese baut auf dem Modell der vollständigen Konkurrenz auf, das die Funktionsweise eines idealen Marktes beschreibt. Die paretianische Wohlfahrtsökonomik verbindet nun diese Theorie des Marktes mit einer normativen Wohlfahrtstheorie. Wenn alle drei Marginalbedingungen der Wohlfahrtsökonomik19 gegeben sind, ist der Zustand pareto-optimal20.

Das bedeutet, dass durch Umverteilung kein gesamtgesellschaftlich höheres Wohlfahrtsniveau erreicht werden kann. Abweichungen von diesem Zustand gelten als Marktversagen. Die Existenz von Marktversagen bedeutet, dass Marktkräfte und Preismechanismus in irgendeiner Form außer Kraft gesetzt sind. Dies ist die Grundlage für wirtschaftspolitische Intervent

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