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Macht ohne Maß und kein Ende? Katholizismus, Kapitalismus (Imperialismus) und Kommunismus von Becker, Wieland (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 18.01.2013
  • Verlag: Engelsdorfer Verlag
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Macht ohne Maß und kein Ende? Katholizismus, Kapitalismus (Imperialismus) und Kommunismus

Drei große Bewegungen, in Vorderasien und Europa entstanden, prägten und prägen die Entwicklung der gesellschaftlichen Verhältnisse weit über diese Regionen hinaus. In ihren Anfängen war ihnen eines gemeinsam: die Hoffnung auf Wege hin zu einer besseren Welt. Diese Hoffnung fand ihren Ausdruck im christlichen Glaube an die Nächstenliebe und an den "Frieden auf Erden", im Aufbruch eines sich emanzipierenden Bürgertums, dass sich zu "Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit" bekannte, und im Marx'schen Gesellschaftsentwurf des Kommunismus, der den Traum einer gerechten klassenlosen Gesellschaft frei von Ausbeutung des Menschen verwirklichen wollte. Warum wurde keiner dieser Wege je wirklich beschritten? Was waren - ungeachtet dessen, das der Mensch auf allen Gebieten von Wissenschaft und Wirtschaft unglaubliche Fortschritte erbrachte - die Ursachen von Krieg, Willkür, Ungerechtigkeit und Elend? "Macht ohne Maß" ist ein Versuch, Ursachen und Antworten hierfür in Geschichte und Gegenwart zu finden und - nicht zuletzt - zu ergründen, warum bis heute Machtfragen die globalen Entwicklungen dominieren und ob sie die wahre Ursache aller existentieller Konflikte waren und sind.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 331
    Erscheinungsdatum: 18.01.2013
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783862683949
    Verlag: Engelsdorfer Verlag
    Größe: 398 kBytes
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Macht ohne Maß und kein Ende? Katholizismus, Kapitalismus (Imperialismus) und Kommunismus

Der "Große Terror" (S. 223-224)

Stalin verzieh diese 270 Gegenstimmen nicht – von den 1.966 Delegierten des "Parteitags des Sieges" wurden im Zuge "der große Säuberungen" 1108 hingerichtet oder in die "Gulags" verbannt; und es überstanden vor allem nur diejenigen diese Verfolgungswelle, die zu Stalins unmittelbaren "Gefolgsleuten" gehörten. Willkürliche Verhaftungen und die Demontage einstiger Spitzenfunktionäre gehörten – bevor Stalin den entscheidenden Schlag plante – schon längst zum Alltag des politischen Lebens.

Es waren aber "Probeläufe" für den "Großen Terror", in denen das Vorgehen "geübt" und das ausführende Personal geprüft wurde. Was Stalin nur noch brauchte, war ein wirkungsvoller Anlass. Er fand ihn mit der ihm eigenen Skrupellosigkeit und seines wie immer zynischen aber planmäßigen Vorgehens. In diesem Feld "überragte" er alle. Stalin hatte in dieser Zeit einen weiteren, diesmal allerdings ganz persönlichen Verlust hinnehmen müssen. Er war in zweiter Ehe mit Nadeshda Allilujewa verheiratet (ihre Eltern hatten ihn vor der Revolution oft versteckt, wenn er von der Polizei gesucht wurde).

Das Ehepaar hatte zwei Kinder. Nadeshda Allilujewa nahm als Studentin am öffentlichen Leben teil und wusste so um die realen Zustände in Moskau, auch von der Willkürherrschaft ihres Mannes und den Folgen. Während einer Feier am 8. November 1932 im Kreis führender Genossen beleidigte Stalin seine Frau aufs Gröbste; sie verließ erregt die Feier, ging nach Hause und nahm sich mit einer Pistole das Leben. Der Öffentlichkeit wurde das natürlich unterschlagen und – trotz der drei Kinder – "verschwanden" Stalins Ehen aus seiner Biographie.

Am 1. Dezember 1934 wurde Kirow durch den Attentäter Leonid Nikolajew im Smolny ermordet. Mit diesem Mord erhielt Stalin den noch erforderlichen "Freibrief", mit allen Mitteln gegen "Konterrevolutionäre", "Saboteure", "Agenten" und "Spione" vorzugehen. (Bis dahin hatten Mitglieder der Parteiführung ihm diesen "Freibrief" nicht ausgestellt.) Seit längerer Zeit ist eindeutig belegt, dass der Auftrag zur Ermordung Kirows von Stalin erteilt wurde; er erreichte damit, dass er einen – aus seiner Sicht – nicht ungefährlichen Kontrahenten (Gerade Kirow hätte ihm seine Zustimmung zum Terror sehr wahrscheinlich nicht gegeben) ausschalten konnte, der ihm nun mit seinem Tod die "Rechtfertigung" für die folgenden Terrorwellen gab.

Damit hatte Stalin völlig freie Hand. Buchstäblich am "Reißbrett" wurden vom NKWD drei konterrevolutionäre "Blöcke", auch "Zentren" genannt, konstruiert, ihre Programme und Ziele formuliert und dazu dann die Personen ausgewählt, die dem jeweiligen "Block" zugeordnet wurden. Es sind vor allem alle Weggefährten Lenins – mit Ausnahme Trotzkis – dazu alle einstigen Widersacher und führenden Funktionäre, denen Stalin nicht traute. Was jetzt nur noch fehlte, waren Beweise. Da es diese nicht gab, brauchte es Geständnisse der Angeklagten. Diese zu erzwingen, übernahm das NKWD.

Die einzige Methode – Folter. Im seinem Buch "Archipel Gulag" beschreibt Solschenizyn die dabei angewandten Methoden. Sie sind von einer ungeheuerlich brutalen Systematik, die den Gefolterten nur zwei Möglichkeiten ließen, den Verstand zu verlieren oder zu gestehen. In diesen Verhören wurden die so Gefolterten – für die "planm&aum

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