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Politischer Islam und Demokratie Konfliktfelder von Schirrmacher, Christine (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 09.10.2015
  • Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
eBook (ePUB)
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Politischer Islam und Demokratie

Auch wenn der politische Islam nur ein Aspekt des Islam darstellt, ist er häufig DAS Thema in unseren Medien: Wie steht er zu Zwangsehen? Erlaubt er die Anwendung von Gewalt? Wodurch werden Jugendliche radikalisiert? Sind Islam und Menschenrechte miteinander vereinbar? Die Islamwissenschaftlerin Christine Schirrmacher erläutert fundiert die geschichtlichen, religiösen und politischen Hintergründe der Thematik und zeigt den gesellschaftlichen Anspruch des politischen Islam auf. Christine Schirrmacher lehrt Islamwissenschaft an den Universitäten Bonn und Leuven (Belgien), bei Sicherheitsbehörden und an der Akademie Auswärtiger Dienst des Außenministeriums. Sie ist Sprecherin für Islamfragen der Weltweiten Evangelischen Allianz.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: watermark
    Seitenzahl: 336
    Erscheinungsdatum: 09.10.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783775172950
    Verlag: SCM Hänssler im SCM-Verlag
    Größe: 2520 kBytes
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Politischer Islam und Demokratie

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KAPITEL 2
Muslime in Deutschland: Erhebungen zu Integration, Demokratie, Rechtsstaat und Gewalt

Kurz vor dem Jahresende 2007 erschien eine umfangreiche, vom Bundesinnenministerium herausgegebene Studie unter dem Titel "Muslime in Deutschland". Unter der Leitung der Hamburger Kriminologen Karin Brettfeld und Peter Wetzels erfragte die Studie Einstellungen von Muslimen in Deutschland zu Integration und Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und politisch-religiös motivierter Gewalt. 38 Der Umfang von über 500 Seiten Statistik sowie die Auswertung der Antworten von rund 1 700 Befragten aus unterschiedlichen Bereichen der Gesellschaft steht für eine relevante Erhebung, die aufgrund des Umfanges der Datenerhebung und ihrer wissenschaftlich fundierten Aufbereitung zu Themen Aufschluss gibt, zu denen Kenntnisse seit geraumer Zeit dringend wünschenswert erschienen. Die Studie füllt daher eine echte Lücke, auch wenn Teilstudien zu einzelnen Aspekten in kleinerem Umfang bereits durchgeführt wurden.

Ab 2004 wurden Daten erhoben und ausgewertet: die gesamte, noch vom damaligen Innenminister Otto Schily initiierte Untersuchung umfasste also einen Zeitraum von drei Jahren. Die Erhebung beschränkte sich auf einige städtische Zentren, der ländliche Bereich konnte nicht erfasst werden. Selbst wenn berücksichtigt wird, dass städtische Zentren mit einer größeren Anzahl von Muslimen und einem größeren Angebot an Moscheen und Kulturvereinen einen besonderen Charakter des muslimischen Gemeinschaftslebens aufweisen, besteht auf der anderen Seite kein Anlass zu der Annahme, dass die im städtischen Bereich gewonnenen Ergebnisse im ländlichen Bereich signifikant davon abweichend ausfallen würden.

Von Bedeutung ist die Studie zum gegenwärtigen Zeitpunkt, weil sie einmal ein Beitrag zur dringend notwendigen Bestandsaufnahme muslimischen Lebens in Deutschland ist. Nach einer langen Geschichte der Verweigerung der Erkenntnis, dass die muslimischen "Gastarbeiter" der 60er-Jahre auf Dauer in Deutschland leben würden, und nach der weithin ungeplanten und ungesteuerten Zuwanderung von Menschen, welche aufgrund politischer Verfolgung, wirtschaftlicher Not sowie Familiennachzug in den vergangenen Jahrzehnten um Asyl nachsuchten, war es längst an der Zeit, sich mit der gesellschaftlichen und politischen Positionierung des bis heute auf etwa 4 Millionen Menschen angewachsenen muslimischen Bevölkerungsanteils auseinanderzusetzen.

Zudem ist die Studie in einer Zeit von Bedeutung, in der zahlreiche Terroranschläge muslimischer Terroristen und Extremisten verübt wurden. Auch in Deutschland gilt Sicherheitsexperten die Gefahr keineswegs als gebannt. Daher ist eine solche Studie schließlich auch Voraussetzung, um ein mögliches Bedrohungsszenario durch extremistische Kräfte erkennen und Gegenmaßnahmen ins Auge fassen zu können. Dabei - und darin sind sich Sicherheitsexperten weitgehend einig - geht es nicht nur darum, den Anteil der muslimischen Bevölkerung zu erfassen, der schon jetzt religiös motivierte Gewalt rechtfertigt oder sogar schon zu Anschlägen bereit oder an ihnen beteiligt ist, sondern auch darum, zu verstehen, mit welchen Begründungen und in welchen Bereichen eine so große Distanz zur deutschen Gesellschaft oder sogar Ablehnung der Rechtsordnung der Bundesrepublik besteht, dass durch die Wirkung religiös begründeter Fundamentalismen der Boden für Radikalismen und Extremismen bereitet werden kann.
Zielgruppen der Studie

Vor Erscheinen der Studie war die Frage, wie hoch der religiös-politisch motivierte Gewalt befürwortende Anteil der muslimischen Bevölkerung in Deutschland sei, meist mit Verweis auf die unter 1 Prozent (rund 30 000 Muslime) Mitglieder extremistischer Organisationen beantwortet worden.

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