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Schlusskonferenz Geschichte und Zukunft der Klimadiplomatie von Reimer, Nick (eBook)

  • Erscheinungsdatum: 04.06.2015
  • Verlag: oekom
eBook (ePUB)
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Schlusskonferenz

Rio, Kyoto, Kopenhagen - und jetzt Paris. Es ist die letzte Chance, das Klimaproblem diplomatisch in den Griff zu bekommen. Im Dezember soll ein neuer Weltklimavertrag geschlossen werden, ein Vertrag über das Ende des fossilen Zeitalters. Aber geht das? Warum soll Paris gelingen, wenn viele Vorgängerkonferenzen scheiterten? Nick Reimer war auf allen dabei, kennt die Strippenzieher, weiß um die Faktoren von Erfolg und Misserfolg. Der renommierte Klimajournalist lässt 25 Jahre Klimadiplomatie Revue passieren - kurzweilig und anekdotenreich. Aus ihrer Geschichte heraus wird verständlich, vor welchen Herausforderungen die Klimadiplomaten in Paris stehen: COP 21 wird nicht nur darüber entscheiden, ob die Erderwärmung gestoppt werden kann; in Paris entscheidet sich, ob die Demokratie grundsätzlich in der Lage ist, Menschheitsprobleme des 21. Jahrhunderts zu lösen. In Paris findet ein großes Finale statt, Nick Reimers Buch liefert alles, was man dazu wissen muss. Ein spannendes Stück Zeitgeschichte und ein Fahrplan über Paris hinaus

Nick Reimer, ist Journalist und Buchautor. Nach Abschluss eines Studiums der Umweltverfahrenstechnik volontierte er 1993 bei der Berliner Zeitung, von 2000 bis 2010 war er Wirtschafts-redakteur der taz und zuständig für Klima und Energie. Mit Toralf Staud schrieb er 2007 Wir Klimaretter. So ist die Wende noch zu schaffen. Im Anschluss gründeten Reimer und Staud das Webportal klimaretter.info, für das sie 2008 den UmweltMedienpreis in der Kategorie Neue Medien erhielten.

Produktinformationen

    Format: ePUB
    Kopierschutz: none
    Seitenzahl: 208
    Erscheinungsdatum: 04.06.2015
    Sprache: Deutsch
    ISBN: 9783865819581
    Verlag: oekom
    Größe: 512kBytes
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Schlusskonferenz

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Schmelzende Gletscher, brechende Dämme: Der Fünfte Sachstandsbericht des Weltklimarates IPCC

Am 13. April 2014 wird das Urteil gesprochen. Ottmar Edenhofer ist zwar kein Richter. Der Professor für die Ökonomie des Klimawandels ist aber eine Institution. "Wenn wir die Erderwärmung unter Kontrolle halten wollen, müssen zusätzlich große Mengen Kohlendioxid aus der Atmosphäre herausgezogen werden", sagt Edenhofer, 1 einer der Vorsitzenden beim Weltklimarat IPCC. Fünf Jahre lang haben mehr als tausend Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler 1) alles gelesen, was zum Thema Erderwärmung publiziert wurde. Sie haben Studien auf Plausibilität geprüft, Fachartikel aus den Wissenschaftsmagazinen ausgewertet, Regierungsbulletins analysiert, Forschungsprojekte untersucht. Fünf Jahre lang haben die Wissenschaftler aus den einzelnen Puzzlesteinen das Gesamtbild aufgebaut. An diesem 13. April 2014 tritt Ottmar Edenhofer in Berlin vor die Öffentlichkeit, um das Ergebnis zu erläutern: "Wir brauchen in großem Umfang Technologien, die der Erdatmosphäre Treibhausgase wieder entziehen." Der IPCC, die zuständige Wissenschaftskammer für die Erderwärmung, urteilt: Es ist bereits zu spät. Der Mensch vergiftet die Atmosphäre derart mit Treibhausgasen, dass ein einfacher Entzug nicht mehr ausreicht. Eine zusätzliche Entgiftung wird unausweichlich. Begonnen hat alles mit Gro Harlem Brundtland. Mitte der 1980er-Jahre wird die norwegische Ministerpräsidentin zur Leiterin einer Kommission der Vereinten Nationen (UNO) berufen, die den Zustand des Planeten untersuchen soll. Im April 1987 stellt die nach ihr benannte Brundtland-Kommission den Abschlussbericht vor, der den Titel trägt: Our Common Future , "Unsere gemeinsame Zukunft". 2 Darin halten die Experten fest, dass die Menschheit ein Atmosphärenproblem hat. Allerdings können sie nicht genau sagen, wie groß dieses Problem ist. Wie es wirkt. Oder was dagegen unternommen werden muss. Die Vereinten Nationen beschließen deshalb 1988, ein Expertengremium einzusetzen, um das Atmosphärenproblem genauer zu erforschen. Beteiligt werden alle UNO-Staaten, gegründet wird der "Zwischenstaatliche Ausschuss über Klimaveränderung", das Intergovernmental Panel on Climate Change , im Deutschen als "Weltklimarat IPCC" bezeichnet. 1990 veröffentlicht der Weltklimarat seinen ersten Bericht. 3 Die zwei zentralen Aussagen: Unstrittig sei einerseits, dass "menschliche Aktivitäten" auf dem Planeten die Konzentration von Treibhausgasen in der Atmosphäre beträchtlich erhöhen. Kohlendioxid, Methan, Fluorchlorkohlenwasserstoffe oder Lachgas sorgen dafür, dass Wärmestrahlen auf die Erde zurückgeworfen werden. Soll die globale Temperatur andererseits auf dem derzeitigen Niveau stabilisiert werden, muss die Emission dieser Treibhausgase umgehend um 60 Prozent reduziert werden. "Die Zeitbombe tickt", sagte damals der britische Meeresbiologe und IPCC-Leitautor John Woods. "Wann sie explodiert, ist schwer zu sagen, weil unsere Modelle zurzeit noch ungenau sind." 4 Zeitungsartikel werden zu diesem Zeitpunkt noch mit der Schreibmaschine verfasst. Die wenigen Computer in den Forschungseinrichtungen verfügen über Rechenleistung und Speicherkapazitäten, die heute lächerlich erscheinen. Die Klimaforschung steht noch an ihrem Anfang: Bohrkernarchive von den polaren Eisschilden sind ebenso rar wie Gletscherdaten aus den Anden, Satellitenaufzeichnungen der Arktis oder Wettermessreihen aus Afrika. Dafür aber ist dieser Erste Sachstandsbericht des Weltklimarates erstaunlich präzise. 1995 erscheint der Zweite Sachstandsbericht des IPCC, und dieser bestätigt die grundlegenden Erkenntnisse aus dem ersten Bericht. Einige Phänomene, die von den Wissenschaftlern 1990 lediglich geschätzt werden konnten, sind 1995 durch Messdaten belegt. Die Nachttemperaturen waren im Durchschnitt weltweit tats

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